Ein behindertes Kind ist kein Schadensfall

Huainigg begrüßt neue Elternberatungsstelle der Diakonie

Franz-Joseph Huainigg
ÖAAB

„Es lässt aufhorchen, dass kaum mehr Kinder mit Down-Syndrom zur Welt kommen“, sagt Abg.z.NR Dr. Franz-Joseph Huainigg heute anlässlich der Präsentation einer neuen Beratungsstelle der Diakonie für werdende Eltern von Kindern mit einer Behinderung.

„Nach einem diagnostizierten Verdacht einer Behinderung fallen werdende Eltern oft in ein tiefes Loch. So entscheiden sich 90% der Eltern gegen das Leben ihres heranwachsenden Kindes. Das ist vor allem auf Informationsmangel, Überforderung und dem Fehlen von positiven Perspektiven zurückzuführen. Hier kann die neue Elternberatungsstelle der Diakonie ein Vorbild für österreichweite Elternberatung werden“, sagt der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung.

„Die Ausweitung pränataldiagnostischer Verfahren, wie sie beispielsweise durch den neuen ‚PraenaTest‘ erheblich erleichtert wird, kommt einer Rasterfahndung nach behindertem Leben gleich“, so Huainigg, der mehr Unterstützung für werdende Eltern fordert. „Gerade in der ersten Zeit nach der Geburt eines behinderten Kindes braucht das direkte Umfeld mehr Unterstützung. In Vorarlberg gibt es ein gut funktionierendes Modell von Familienhelfer/innen mit Pflegeausbildung, die nach Hause kommen und die Situation stabilisieren helfen. So eine Unterstützung wäre österreichweit sinnvoll und als konkrete Hilfestellung anzustreben“.

Huainigg regt zudem eine rechtlich-soziale Unterstützung an: „Es gibt bereits zahlreiche Förderungsmaßnahmen, angefangen vom Pflegegeld ab der Geburt bis hin zur Frühförderung durch die Länder. Bei der Geburt eines behinderten Kindes wissen die Eltern aber oft nichts von diesen Möglichkeiten, die sie sich erst mühsam erschließen müssen. Hier sollte persönliche Beratung und Begleitung stattfinden. Das beginnt bei der Information von Fördermöglichkeiten und zieht sich bis zur Antragstellung.“

„Ein weiterer wichtiger Schritt sind Änderungen im Sozial- und Strafrecht“, betont Huainigg mit Blick auf jüngste OGH-Urteile, die unerwünscht geborene behinderte Kinder zu Schadensfällen deklariert haben. „Ein behindertes Kind ist kein Schadensfall“, stellt Huainigg klar. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, damit wieder mehr Kinder mit Down-Syndrom zur Welt kommen. Die neue Richtung muss heißen: Information, Unterstützung und Mut zur Vielfalt.“

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  • Die runderneuerten Gottpriester der österleichischen Nazion, die (de-facto jedoch grottenschlechten) unfehlbar gestellten OGHler, des öfteren auch verstärkt von ölgeeichten Proporzkanaillen aus den hintersten Hintertreibung-Stüberln der Kammern (Cammorielos Diablosos), qua die Spiriti Spitti heimtückischsten Spotts&Schadens, wiederbetätigen sich weiter und schandesweitend immunherrlich als DER PATENTSCHADEN der Nazion.

    Jeder Aff is grechter.