Ein Blick nach vorn: Wie Inklusion 2034 aussehen könnte

Mit seinem neuen Roman "Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion" wirft Ottmar Miles-Paul einen Blick in die Zukunft.

Ottmar Miles-Paul
Irina Tischer
Ein Reportage-Roman von Ottmar Miles-Paul und Helen Weber mit dem Titel: Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion
Olivia Vieweg

Der Aktivist und Journalist Ottmar Miles-Paul hat mit „Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“ seinen zweiten Roman vorgelegt. (Bestellmöglichkeit)

Nach „Zündeln an den Strukturen“ richtet er den Blick erneut auf die Lebensrealitäten behinderter Menschen – diesmal aus einer fiktionalen Zukunftsperspektive.

Aus der Perspektive des Jahres 2034 erzählt er von behinderten Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben einfordern – und davon, was es braucht, um Inklusion Wirklichkeit werden zu lassen.

Im folgenden BIZEPS-Interview spricht Ottmar Miles-Paul über Motivation, Figuren und die politische Botschaft des Romans.

Interview mit Ottmar Miles-Paul

BIZEPS: Du hast bereits einen Roman über Werkstätten für behinderte Menschen geschrieben. Warum jetzt ein zweiter Roman?

Ottmar Miles-Paul: Bei Lesungen zu meinem ersten Roman „Zündeln an den Strukturen“ wurde ich immer wieder gefragt, wie es weitergeht. Diese Frage war ein wichtiger Antrieb, warum ich mich an einen zweiten Roman gewagt habe.

BIZEPS: Warum spielt „Ich will raus“ im Jahr 2034?

Ottmar Miles-Paul: 2034 hat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland seit 25 Jahren Gesetzeskraft. Ich wollte bewusst aus dieser Zukunftsperspektive erzählen und schildern, welche Entwicklungen bis dahin möglich sind – auch, weil die Enthinderungsgruppe im Roman in dieser Zeit einige Erfolge erzielen konnte.

BIZEPS: Worum geht es in deinem neuen Roman?

Ottmar Miles-Paul: Im Zentrum steht Helen Weber, eine Rollstuhlnutzerin, die in die bekannte Fernsehsendung Menschenrechte konkret eingeladen wird. Anhand ihrer Geschichte erzähle ich von behinderten Menschen, die klar sagen: „Ich will raus“ – raus aus Werkstätten für behinderte Menschen, raus aus Wohneinrichtungen und hinein in ein inklusives Leben.

BIZEPS: Welche Bedeutung hat die Enthinderungsgruppe im Buch?

Ottmar Miles-Paul: Die Enthinderungsgruppe spielt eine wichtige Rolle, weil sie sich aktiv dafür einsetzt, Wege in ein selbstbestimmtes Leben aufzuzeigen. Unterstützt werden die Beteiligten dabei unter anderem durch die „Ich will raus-Pat*innen“, die im Roman ebenfalls eine zentrale Funktion haben.

BIZEPS: Der Fernsehauftritt von Helen Weber bleibt nicht ohne Folgen. Was passiert?

Ottmar Miles-Paul: Während ihres Besuchs im Fernsehstudio kommt es zu einem Anschlag, der einen Teil ihres Auftritts verhindert. Wie es Helen danach ergeht und ob der Täter gefasst wird, sind zentrale Fragen, die sich durch den Roman ziehen.

BIZEPS: Spielt auch ein behindertenpolitischer Ausblick eine Rolle?

Ottmar Miles-Paul: Ja, natürlich. Der Roman greift auf, wie es behindertenpolitisch bis 2034 weitergehen könnte. Die Herausforderungen sind derzeit vorprogrammiert, gleichzeitig eröffnen sich aber auch neue Chancen.

BIZEPS: Was möchtest du den Leser*innen mit „Ich will raus“ mitgeben?

Ottmar Miles-Paul: Mir ist wichtig, dass wir denjenigen zuhören, die ein inklusiveres Leben führen wollen und klar sagen: „Ich will raus aus der Exklusion, hinein in die Inklusion.“

Und dass wir diesen Ruf nicht nur hören, sondern die Menschen auch die Unterstützung bekommen, die sie dafür brauchen.

BIZEPS: Vielen Dank für das Interview.

Siehe auch: kobinet-nachrichten

Hier gibt es den Roman auch kostenlos als PDF

BIZEPS bedankt sich herzlich bei Ottmar Miles-Paul, der es BIZEPS ausnahmsweise ermöglicht hat, den vollständigen Roman als PDF-Dokument zu veröffentlichen.

Hier der Link: https://www.bizeps.or.at/wp-content/uploads/2026/01/Ichwillraus.pdf

Damit wird ein breiter und kostenloser Zugang zu diesem wichtigen Roman ermöglicht – ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion und Beteiligung.

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