Ein Hauch von Gefühl

Mit der Fotoausstellung zum Thema "weiblich, behindert, sinnlich" wird ein Beitrag zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung auf unkonventionelle Weise umgesetzt.

Ein Hauch von Weiblichkeit
Hauch, Andreas

Sieben Frauen brechen ein Tabu: sie machen sichtbar, dass eine Frau mit Behinderung nicht dem Fluch einer unattraktiven, hilflosen, kranken, und bedürftigen Person erlegen ist, die durch unsere Gesellschaft und deren erotisch-weiblichen Ideale zum Neutrum und damit zur Nichtexistenz gezwungen wird.

Die Fotoausstellung von Frauen mit Behinderung soll aufmerksam machen und ein Gefühl dafür vermitteln, dass Sinnlichkeit ein weites Feld der persönlichen Wahrnehmung ist und darin jeder Mensch seine „eigenen Bilder“ im Kopf trägt, die, wenn sie mit Behinderung, Bewegungslosigkeit, Abhängigkeit und Andersartigkeit gepaart sind, scheinbar nicht zu unserem Bild von Sinnlichkeit, Erotik, Lust, Leidenschaft und Sexualität passen, sondern befremden, Angst machen und Ablehnung erzeugen.

Damit wollen wir brechen und durch „sinnliche Bilder“ von Frauen mit Behinderung zu einer Veränderung der Sichtweisen und Denkmuster beitragen.

Da behinderte Frauen durch ihr Behindertsein und Frausein doppelte Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren, geben wir im besonderen der „Frau mit Behinderung“ den Vorzug, um Vorurteile, Wertigkeiten und Maßstäbe einer perfekten und schönen Frau, die scheinbar niemals eine Frau mit Behinderung sein kann, neu zu setzen.

Die Ausstellung soll unsere Sinne aufwecken, entdecken und verwöhnen.

Vernissage am Dienstag, 2. Dezember 2003 um 19.30 Uhr in der Rotunde der Salzburg AG, Bayerhamerstr. 16, 5020 Salzburg
Eröffnung der Ausstellung durch LH-Stv. Gabi Burgstaller
Ausstellungsdauer: 3. bis 17. Dezember 2003
Geöffnet: MO – DO 8.00 – 17.00, FR 8.00 – 15.00 Uhr

Info und Kontakt:
Andrea Mielke Tel. 0662/642924 und 0699/17711701
Andreas Hauch Tel. 0699/10139625, photo.hauch@salzburg.co.at

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0 Kommentare

  • Man wird in der Öffentlichkeit schon schief gemustert, wenn man körperliche Mäkel hat. Ich trage im Sommer auch Bikini, auch wenn es den Blicken und Bemerkungen mancher Leute zu entnehmen ist, daß ich wohl nicht ihren Schönheitsideal entspreche, weil seit einem Unfall in der Kindheit mein Oberkörper verbrüht ist.

  • Hallo Andrea! Ich finde den Artikel gut und finde es toll dass ihr euch zeigt und auf euch aufmerksam macht und eure Gefühle zeigt. Schade dass ich die Ausstellung nicht gesehen habe, aber vielleicht habe ich nochmals die Gelegenheit dazu.
    Ich bin Bildhauer und Künstler, auch mit eigenen Bildern im Kopf, vielleicht können wir gemeinsam was machen. Ich bin mal gespannt ob ich wieder was höre, denn können mir mal auf einem Kaffee gehen.

  • Ich konnte leider nicht nach
    Salzburg kommen, würde mich aber sehr freuen, wenn die Ausstellung auch nach Wien kommt!

  • Liebe Andrea! Martin und ich haben gestern deine Einladung erhalten und haben uns über die Idee und über dein Bild sehr gefreut. Wir wünschen euch viele positive Rückmeldungen und einen guten Besuch der Ausstellung. Ich überlege auch mit den SchülerInnen der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege die Ausstellung zu besuchen.

  • Ich finde die idee gut, hab aber insgeheim auch etwas Angst wie man damit umgehen wird/soll, wenn man auf Menschen trifft, die sich erade an Behinderungen „aufgeilen“. Oder darf das nicht einfach auch möglich und erlaubt sein? Ich bin Mutter eines sog. ästhetisch beeinträchtigten Buben und habe selbst eine große Brandnarbe am rechten Arm.
    Ihr Artikel hat mich an eine TV-Bericht über Fotos von narben erinnert. Es wurden einfach Narben verschiedenster Art fotografiert und ausgestellt, eben auch um zu demonstrieren, dass „Schönheit“ ein manipulierte Gut ist (also was Medien als schön vorgeben, gilt), bzw. dass das als schön gilt, was man gewöhnt ist, was man eben am häufigsten sieht. „Behindert sein ist auch normal“ (finde ich einen absolut super Ausspruch) aber eben seltener und von daher ungewohnter fürs Auge.

    In diesem Sinn danke für Euren Beitrag und ich freu mich auf die Vernissage!
    Stefanie Mimra
    P.S. Nur weil jemand anders („seltener“ gefällt mir besser!) aussieht ist das kein Indiz dafür, dass er/sie weniger wert ist!!!!
    Außerdem wird der eigentliche selbstwert NICHT duch andere bestimmt. Aber das ist vermutlich der schwierige Weg für viele Menschen, sich aus dieser Abhängigkeit vom anderen zu lösen)