Ein nett gemeinter Lösungsansatz: „Man kann sich auch tragen lassen“

"Sterzinger" mit seinem Akkordeon hat wieder gespielt, im Ostklub. Jedoch der Ostklub am Schwarzenberg Platz besitzt das Prädikat "nicht barrierefrei".

Stefan Sterzinger
Obermeir, Gabriela

Öfters schon wollte man das eine oder andere Konzert dort besuchen. Die Musik aus dem Osten – mit Geigen und Ziehharmonikas – zählt schon lange zu den Favoriten unter den Musikstilen.

So wie viele Klubs, ist auch der Ostklub im Keller. Den Grund kann man mit Leichtigkeit nachvollziehen. Den Lärm, die Nachbarn und die Polizei ersparen sich die Verantwortlichen gerne. Aber gleich wie in vielen Klubs, gibt es auch im Ostklub keinen Treppenlift oder gar einen Aufzug in den Keller. Und selbst wenn es einen gäbe, müsste man sich unten die Frage stellen, wie man denn über eine andere Stiege auf die Toilette kommt.

Nein, diesmal hat man den „Sterzinger“ (siehe Video) leider nicht gesehen und gehört. Vielleicht auch, weil man den zwar gut gemeinten, aber nicht durchdachten Rat „man kann sich auch tragen lassen“, nicht befolgt hat.

Aus Erfahrung weiß man, dass es nicht so einfach ist, sich tragen zu lassen. Und schon gar nicht im Ostklub. Zuerst in den Keller, dann ein- bis zweimal auf die Toilette und zu guter Letzt wieder aus dem Keller hinauf. Und sollte es auch kein Hindernis darstellen, weil genug helfende Hände sich anbieten, so will man trotzdem nicht die ganze Verantwortung über sich Fremden in einem Nachtklub in die Hände legen.

Die Barrierefreiheit ist bis in viele Nachtklubs noch nicht vorgedrungen.

Drei Gründe bieten sich dafür an. Entweder denken die Veranstalter ebenso „man kann sich auch tragen lassen“ oder sie denken nichts darüber oder sie denken, dass Menschen mit Behinderung ohnehin nicht in Nachtklubs gehen.

Nein, diesmal hat man den „Sterzinger“ leider nicht gesehen und gehört, aber auf jeden Fall selbst bestimmt, sich nicht tragen zu lassen.

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0 Kommentare

  • Guter Artikel – da kann jede(r) „Rollie“ ein passenden Lied dazu singen…

  • bei den grünen wie bei allen anderen parteien wundert mich nichts mehr. blöd ist nur, dass die grünen einen hintergrund hätten, der sie anders auftreten und arbeiten lassen könnte als „die anderen“… ich betone KÖNNTE!
    nein heuer gehe ich zur abwechslung nicht radfahren mit eva ;) und ich will auch nicht hoch oben in einer schicken neugebauten eigentumswohnung auf den brunnenmarkt hinunterschauen wie evas schwester und ausser die wahlveranstaltung gefällt mir im ostklub fast alles was ich nicht besuchen kann ;)

  • als ich den artikel gelesen habe ist mir gleich wieder folgendes eingefallen. bei den Wahlen buchen die grünen für Wahlveranstaltungen auch immer den ostlub. sie wurden darauf aufmerksam gemacht, dass dieser nicht barrierefrei ist. darauf die antwort der grünen: „wenn rollstuhlfahrerIinnen kommen möchten, wir können sie ja hinuntertragen lassen“!! wie sich doch alles ähndelt!
    da ja bald wieder wahlen sind, sollten wir recht genau hinschauen, welche partei ihre veranstaltungen in barriere frei beroll- und benutzbaren lokalen macht und welche uns lieber „hinauf- oder hinunter tragen möchte -:)