Ein neuer Rollstuhl – Und was geschieht mit dem alten?

Endlich! Man hat es wider aller Meinungen und Erwartungen geschafft, die Wiener Gebietskrankenkasse davon zu überzeugen, dass ein neuer elektrischer Rollstuhl zwingend notwendig ist.

Gehsteigabschrägung
BIZEPS

Vor allem für den Stadtverkehr. Ein ergonomischer Sitz, verstellbare Rückenlehne und Fußstützen und breite Reifen.

Denn, was vor vier Jahren galt, als man einen Aktivrollstuhl mit E-Fix bewilligt bekam, gilt heute schon lang nicht mehr. Nicht für draußen. Man ist nämlich „in Besitz“ einer fortschreitenden chronischen Erkrankung und einer zunehmend rechtslastigen Körperschwäche kann der Sitz dieses Rollstuhls nicht entgegenwirken. Außerdem ist er nicht gefedert und man plagt sich schon seit Monaten über das traditionelle Kopfsteinpflaster.

Ja, man freut sich

Ja, man freut sich über den neuen Rollstuhl und darüber, der Unsicherheit alleine im Stadtverkehr bald „ade“ sagen zu können. Wenngleich sich auch die Frage stellt, worüber man sich eigentlich in den letzten Jahren freut. Über einen neuen Rollstuhl? Über die Erhöhung der Pflegestufe? Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun verhält es sich jedoch so, dass man nur für einen elektrischen Rollstuhl von der Wiener Gebietskrankenkasse die Befugnis zur Benutzung bekommt, wie allseits bekannt. Zwar hält man schnell ein Schreiben in der Hand, in dem die WGKK auf den vier Jahre alten Aktivrollstuhl verzichtet, wie gut! Sonst könnte man nie wieder in ein Auto einsteigen, schließlich ist der neue Rollstuhl ja nicht zusammenklappbar. Aber das vier Jahre alte E-Fix-Gerät wird zurückverlangt.

Also, sollte man je wieder in ein Auto einsteigen wollen, um zum Beispiel raus aus der Stadt zu kommen, ist man auf jeden Fall unselbstständig. Schon lange nämlich kann man die Fortbewegung nicht mehr aktiv steuern. Darüber hinaus ist der „geschenkte“ Aktivrollstuhl jetzt Privatbesitz und Reparaturen liegen in der Eigenverantwortung.

Und was weiter?

Zurück bleiben Fragezeichen betreffend die ein oder andere Logik in der Feststellung des Heilbehelfsbedarfes und dessen Zuerkennung sowie ein Ansuchen beim Unterstützungsfonds der Pensionsversicherungsanstalt.

Aktualisierung am 25. Juli 2013

Das Ende ist doch ein Positives. Es war ja nur eine Anfrage bei der WGKK, welche man in Briefform verfasste. Ein Anfrage, ob man denn den alten Rollstuhl samt E-fix zurückkaufen könnte. Nach vier Jahren permanenter Verwendung kann das nicht mehr so viel kosten, denkt man und zieht einen Rückkauf nur im Bereich der finanziellen Möglichkeiten in Betracht. Und siehe da: Die WGKK verzichtet auf den Rückkauf und der alte Rollstuhl bleibt samt E-fix in eigenem Besitz zusätzlich zum neuen E-Rollstuhl.

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0 Kommentare

  • Korrektur: Ich habe ja auch für Sommer und Winter, Regen und Schnee, Hitze und Gelände unterschiedliches SCHUHwerk, nicht wahr?

  • Die Ablehnung der Zweitversorgung ohne Berufstätigkeit halte ich für sehr problematisch, da die meisten Rollis sehr anfällig sind und oft in Reparatur müssen.

    Auch ist meist ein einzger Rolli für alle Situationen, Geländearten, Jahreszeiten oder Aufgaben keineswegs ausreichend – es mag Ausnahmen geben.
    In einer kleinen Wohnung, beispielsweise, kann ich doch nicht mit einem schweren E-Rolli fahren.

    Viele Rollis, gerade teurere E-Rollis, sind oft einem raschen Verschleiß unterworfen, so, wie ein Auto auch nicht 20 Jahre hält, meist nicht ein Mal 10 Jahre.

    Dem Rolli-Nutzer wird aber oft zugemutet, das Gerät Jahre oder Jahrzehnte lang zu nutzen, auch wenn es keine Ersatzteile mehr gibt (das ist keine Theorie, habe ich selbst erlebt, und kenne mehrere Betroffene).

    Ich habe ja auch für Sommer und Winter, Regen und Schnee, Hitze und Gelände unterschiedliches Schwerk, nicht wahr?

  • Auf eine Zweitversorgung mit Hilfsmitteln haben nur Menschen einen Anspruch die berufstätig sind und das wahrscheinlich über die Geringfügigkeitsgrenze hinaus.
    Gerade die Mobilität ist für Menschen mit Behinderung ganz besonders wichtig, wiel ohne sie eine Teilhabe am Leben und in der Gesellschaft nicht möglich ist (Erfüllung Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechts-konvention).

  • Im Rahmen einer sog. „Zweitversorgung“ sollte es möglich sein, den E-Fix Rollstuhl zu behalten oder einen neuen zu bekommen.

  • Es müsste doch möglich sein, die GKK von der Notwendigkeit BEIDER Rollis zu überzeugen und somit auch eine künftige Kostenübernahme eventueller Reparaturen beim Handrolli zu übernehmen, mit E-Antrieb, versteht sich.
    Oftmals verzichten die Bandagisten auch auf eine Rücknahme, weil gebrauchte Artikel nicht weiter verwendet werden ;-)

  • Mein Tipp: Meistens kann man den alten Rollstuhl günstig aus dem Depot rauskaufen. Einfach mit dem Sanitätshaus sprechen oder in weiterer Folge mit dem Sozialversicherungsträger.
    Hatte das selbe Probelem, allerdings nicht in Wien, und mit viel Überzeugungsarbeit habe ich dann 50 EUR für den „alten“ bezahlt, der mir nun auch beim Reisen gute Dienste leistet, da es mit E-Rolli ein gaaaaaanz großes Stück schwieriger ist zB zu fliegen. Außerdem nutze ich ihn mangels fehlender Barrierefreiheit oftmals bei Arztbesuchen.
    Viel Erfolg!