Enquete „Sterbebegleitung, nicht Sterbehilfe“

"Der Glauben an Euthanasie als Allheilmittel"

Sepp Rieder
Rigaud, Peter

Anläßlich der Eröffnung der Enquete „Sterbebegleitung, nicht Sterbehilfe“ am Donnerstag im Allgemeinen Krankenhaus warnte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder eindringlich davor, die Vertrauensbasis zwischen Patienten und Gesundheitswesen durch einen leichtfertigen Umgang mit der Frage der Euthanasie zu zerstören.

„Der Glauben an Euthanasie als Allheilmittel auf der einen Seite ist ebenso ein Spiel mit dem Feuer wie das Wecken übertriebener Erwartungshaltungen und das Ignorieren der Tatsache, daß der Tod auch in der modernen Hochleistungsmedizin eine Rolle spielt.“

Bei der Enquete, die von der Wiener Patientenanwaltschaft gemeinsam mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund veranstaltet wurde, war unter anderen auch die Präsidentin des Wiener Landtages, Maria Hampel-Fuchs, anwesend.

Die moderne Medizin werde immer mehr zu einer Gratwanderung zwischen den theoretischen Möglichkeiten und dem praktisch Sinnvollen, wobei der Grat immer enger werde. „Der Balancierstab auf dieser Gratwanderung muß die Medizinethik sein“, betonte Rieder. Einen Grund für die Diskussion zur aktiven Sterbehilfe ortet der Gesundheitspolitiker auch im Wecken überzogener Erwartungshaltungen und dem damit oftmals verbundenen Ignorieren des Todes in der modernen Medizin.

Rieder: „Wenn wöchentlich berichtet wird, daß nun endlich das Wundermittel gegen Krebs gefunden worden sei, vergißt man leicht, daß ein jedes Leben, aller medizinischen Fortschritte zum Trotz, endlich ist.“

Es sei daher kein Wunder, so Rieder, daß im Zusammenhang mit Schadenersatzforderungen ein jeder auch korrekt durchgeführter medizinische Eingriff, der nicht zum gewünschten Ergebnis führt, sofort als Kunstfehler betrachtet werde.

Wien sei das erste Bundesland gewesen, in dem Patienten ein verbrieftes Recht auf eine schmerzfreie Behandlung erhielten, führte Rieder abschließend aus. „Alle Einrichtungen, die sich mit Schmerzlinderung und der Begleitung und Betreuung von Sterbenden widmen, sind Teil eines Mosaiks. Wenn diese Teile gut zusammenarbeiten, entsteht, wie Erfahrungen aus der englischen Hospizbewegung beweisen, gar nicht erst der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe.“

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