Entschuldigung des ORF für diskriminierende Teletextmeldung

Unser aufmerksamer Leser Herr DSA Robert Reischitz entdeckte im ORF Teletext vom 27. November 2017 folgende Diskriminierung von Menschen, die einen Rollstuhl benutzen.

ORF-Teletext Meldung vom 20171127
ORF-Teletext

Harry, Meghan und ihre Familien
Schwiegervater Charles spricht mit Bäumen, Queen Elizabeth II. ist erst kürzlich mit Steuerschlupflöchern in Verbindung gebracht worden, und Ehebruch gehört zur Familientradition: Die Verwandtschaft, die sich Meghan Markle da mit dem früheren Zeitsoldaten „Harry Wales“, wie er in der Armee genannt wurde, anheiraten will, verspricht kein einfaches Terrain für die Amerikanerin zu werden.
Doch die künftige Ehefrau von Prinz Harry kann familiär gleichhalten: Yellow-Press-Medien berichten von den Finanzschwierigkeiten der Elternteile, einem gewalttätigen Halbbruder und einer Halbschwester in Rollstuhl.“

Herr DSA Robert Reischitz ließ uns am Schriftverkehr mit dem ORF teilhaben, den wir hier für unsere Leserinnen und Leser wiedergeben:

Ich habe heute den im beigefügten Bild gut lesbaren Text  im Teletext des ORF vorgefunden und mich sehr darüber geärgert: hier wird eine Frau, die offenbar auf die Benützung eines Rollstuhls angewiesen ist in einem Atemzug genannt mit als sehr negativ assoziierten Umständen, wie finanziellen Schwierigkeiten der gemeinsamen Eltern und der mutmaßlichen Gewalttätigkeit eines Halbbruders sowie Steuertricks, Ehebruch … Ich finde das sehr bedenklich und daneben.

Der ORF reagierte durch Robert Holzhammer umgehend und schrieb: Sie haben recht, der Kollege, der das „verbrochen“ hat, entschuldigt sich ausdrücklich für die Gedankenlosigkeit.

Vom ORF als öffentlich-rechtlichem Sender mit Bildungsauftrag erwarten wir uns einen sensiblen Umgang mit allen Menschen unserer Gesellschaft in ihrer Vielfalt.

Ein unkritisches Übernehmen von Meldungen aus der Regenbogenpresse auf selbem Niveau dürfte auch in einer schnelllebigen Mediengesellschaft nicht vorkommen. So etwas ist eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig.

Bedauerlich ist, dass es erfahrungsgemäß genau solche Ausrutscher sind, die eher im Gedächtnis bleiben. Solche Vorkommnisse stellen dann womöglich positive Initiativen, wie die derzeitigen Weihnachtsspots bekannter Redakteurinnen und Redakteure in Österreichischer Gebärdensprache in den Schatten.

Wir hoffen, dass wir nicht mehr über derartige „Fettnäpfchen“ berichten müssen.

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2 Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Reischitz,
    ich verstehe nicht was an „Frau im Rollstuhl“ so schlecht sein soll. Mit solchen Aktionen trägt man meiner Meinung nach eher dazu bei das man als Mensch mit Behinderung als Belästigung empfunden wird.

  • Lieber sind mir solch kleine Fettnäpfchen als der riesige brodelnde ORF-Fettkessel namens „Licht ins Dunkel“. Ob der ORF sich auch für dieses „Verbrechen“ ebenfalls entschuldigen wird…?