Entwicklung des Selbstbehalts beim Wr. Freizeitfahrtendienst pro Fahrt

In Wien wird versucht den öffentlichen Verkehr massiv auszubauen und attraktiv zu machen. Ein Kommentar.

Entwicklung Selbstbehalt beim Wr. Freizeitfahrtendienst
BIZEPS

Eine bisher kaum beachtete Nebenerscheinung ist aber höchst unerfreulich. Weil die Landesregierung in der Tarifpolitik die Jahreskarte deutlich verbilligt hat, wurde der Preis für die Einzelfahrten innerhalb kurzer Zeit von 1,6 Euro auf 2,1 Euro pro Fahrt erhöht. (größere Grafik)
Auch wenn man die Idee dahinter nachvollziehen kann (die Fahrgäste sollen Jahreskarten kaufen), hat dies doch auch auf Menschen Auswirkungen, an die man nicht gedacht hat.

Preis des Freizeitfahrtendienstes an Einzelfahrt der Wiener Linien gekoppelt

Fast schon eine Tradition ist es, dass der Preis des Freizeitfahrtendienstes an den Einzelfahrtticketpreis der Wiener Linien gekoppelt ist. Daher stieg er innerhalb weniger Monate um 31 % (von 1,6 auf 2,1 Euro) pro Fahrt. Allerdings gibt es beim Freizeitfahrtendienst KEINE Möglichkeit einer Monats- oder Jahreskarte.

Rechenbeispiel

Wenn jemand – nur mal als Annahme – jeden zweiten Tag einen Weg mit dem Freizeitfahrtendienst zurücklegt kostet ihm das 764,40 Euro pro Jahr (das sind 182 Euro mehr als im Jahr 2011).

Zum Vergleich: Eine Jahreskarte der Wiener Linien im VOLLPREIS kostet 365 Euro.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass behinderte Menschen mit Sozialpass einen verringerten Preis pro Fahrt bezahlen. Dieser hat sich im gleichen Zeitraum von 0,80 Euro auf 1,1 Euro (plus 37,5 % Steigerung) erhöht.

Vergleich

Gemäß unserem Rechenbeispiel kostet es der behinderten Person mit Sozialpass dann 400 Euro/Jahr. Sprich behinderte Menschen mit Sozialpass zahlen dafür, dass sie jeden zweiten Tag eine Weg zurücklegen mehr als die VOLLPREIS-Jahreskarte nichbehindeten Menschen kostet, die damit rund um die Uhr fahren können.

Ist nicht ganz fair, oder? Nein ist es nicht. Aber dieser Aspekt der Preiserhöhung der Einzelfahrten bei den Wiener Linien wurde in der Behindertenpolitik nicht berücksichtigt.

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