NÖ: Erhalt und Weiterentwicklung der Sonderpädagogik und der Sonderschulen diskutiert

Sitzung des NÖ Landtages am 29. Jänner 2026

NÖ Landtag
Land Niederösterreich

Abgeordnete Mag. Anja Scherzer (FP) berichtete zu einem Antrag betreffend Erhalt und Weiterentwicklung der Sonderpädagogik und der Sonderschulen.

Abgeordnete Mag. Indra Collini (Neos) meinte, der geplante Erhalt und Ausbau der Sonderpädagogik wirke auf den ersten Blick sehr fürsorglich. Lese man jedoch „zwischen den Zeilen“, entstehe der Eindruck, dass man sich einen Schritt weg von moderner Bildungspolitik und weg von der Inklusion bewegen wolle. Der Antrag ziele auf getrennte Strukturen ab, wo eigentlich gemeinsame Strukturen geschaffen werden müssten. Es gehe um die Kinder und darum, kein Bildungssystem zu schaffen, das separiere. Inklusion schaffe auch Chancen für Kinder ohne Behinderung, etwa durch das Erlernen von Teamfähigkeit. Seit dem Jahr 2015 sei Inklusion ein Schwerpunkt in der Lehrkräfteausbildung.

Abgeordneter Mag. Georg Ecker, MA (Grüne) sagte, Inklusion sei nicht nur aufgrund der Behindertenrechtskonvention zentral, sie sei auch ein großer Nutzen für die Gesellschaft. Es sei daher zentrale Aufgabe Inklusion im Alltag zu leben – das beginne bereits in der Schule. Es gebe aber keine Wahlfreiheit, dass Kinder am Regelunterricht teilnehmen können. Man habe steigende Schülerzahlen im Sonderschulbereich, müsse sich aber manchmal die Frage stellen, ob alle betroffenen Kinder in Sonderschulen sein müssten. Er bringe einen Antrag auf getrennte Abstimmung ein, weil vor allem Punkt 1 einer gesonderten Abstimmung bedürfe. Punkt 2 werde man „natürlich zustimmen“.

Abgeordnete Kathrin Schindele (SP) sagte, sie stehe hier als „alte Sonderschulpädagogin“ und halte fest, dass man dem Antrag zustimmen werde. Erstens weil sich diese Punke im Arbeitsprogramm der Bundesregierung wiederfinden und zweitens, weil die alte Ausbildung „nicht so schlecht war“. Sie finde es wichtig, dass man sich die Ausbildung der Sonderschulpädagogen nochmals anschaue und formulierte den Wunsch, das Beste für die Kinder, die beste Ausbildung zu gewährleisten.

Abgeordneter Mag. (FH) Helmut Fiedler, PhD (FP) erklärte, dass es heute um die Schwächsten im Schulsystem gehe. Inklusion werde oftmals ohne ausreichend Personal gemacht – übrigbleiben würden die Kinder. Es gebe zu wenig Personal und zu wenig Zeit in sehr vielen Integrationsklassen und Sonderschulen. Das sei eine Überforderung für Lehrer, Mitschüler und das betroffene Kind. Ohne Sonderpädagogik sei Inklusion nur eine Illusion. Er hielt fest, dass man mit dem Regierungspartner den Antrag auf den Weg gebracht habe und drei Punkte formuliert habe: Wahlfreiheit für die Eltern, Qualität durch klare Ausbildung und Ressourcen nach Bedarf.

Abgeordnete Silke Dammerer (VP) sagte, es gebe seit 2015 keine eigenständige Ausbildung für Sonderpädagogik mehr. Heute werde Inklusion lediglich als Schwerpunkt innerhalb der allgemeinen Lehramtsausbildung angeboten. Das sei nicht ausreichend intensiv und attraktiv. Zudem stelle das ein Problem dar, denn der Bedarf steige in allen Schulformen. Jedes Kind habe das Recht auf qualitativ hohe Ausbildung und verdiene die Chance, individuelles Potenzial zu entfalten. Gerade die Sonderschulen würden hier einen wichtigen Beitrag leisten. Sie führte Beispiele aus niederösterreichischen Schulen an und fordere den Bundesminister auf, ausreichend Mittel aufzustellen.

Der Antrag über getrennte Abstimmung wurde einstimmig angenommen.

Punkt 1 wurde mit Stimmen von VP, FP und SP angenommen.

Punkt 2 wurde einstimmig angenommen.

Siehe: Landtagssitzung, Landtag aktuell, Antrag Ltg.-873/XX-2025, Amt der NÖ Landesregierung, FPÖ

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  • Eine direkt Betroffene , Antworten

    02.02.2026, 09:30

    Liebe LH.- Niederösterreich,
    hört doch endlich auf mit Eurem Geschimpfe über die Sonderschulen…..
    was nützt M.m.B. die beste Schulbildung, wenn sie dann danach in Euren Einrichtungen selbstbestimmt verkommen…

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