Erkennen „intelligente“ Ampeln auch Personen mit Rollstuhl?

Die Stadt Wien testet Ampeln, die erkennen, ob "sich nähernde Zufußgehende" über die Straße wollen und dann auf Grün schalten, ohne dass ein Knopf gedrückt werden muss. Funktioniert das auch bei Personen mit Rollstuhl oder mit Blindenstock? BIZEPS fragte nach.

intelligente Ampeln in Wien
Günther Pichler GmbH

Die Stadt Wien entwickelte in Kooperation mit der TU Graz sogenannte „intelligente“ Ampeln. Diese erkennen mithilfe einer Software „aufgrund der Bewegungsrichtung des Fußgehers den vermutlichen weiteren Wegverlauf“.

„Nach Beendigung der Testphase wird ab Herbst 2019 damit begonnen im Zuge von Modernisierungen eine neue Ampel-Technologie einzusetzen. Die ‚denkenden‘ Ampeln werden sukzessive die rund 200 bestehenden Druckknopfampeln, die in Wien im Einsatz sind, ersetzen. Bei Neuerrichtungen wird der Einsatz auf Sinnhaftigkeit überprüft“, gab die Stadt Wien am 13. Juni 2019 bekannt.

Funktioniert die Erkennung der Bewegungsmuster auch bei Menschen mit Behinderungen?

BIZEPS wollte von der für Ampeln zuständigen Magistratsabteilung 33 wissen, ob diese Ampeln auch Bewegungsmuster von Menschen mit Behinderungen erkennen.

Sonja Vicht von der Öffentlichkeitsarbeit der MA 33 sagt gegenüber BIZEPS, dass die Ampeln selbstverständlich auch erkennen können, ob Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer die Straße überqueren wollen.

Wir wollten ergänzend wissen, ob das System auch Menschen mit Blindenstock erkennt oder ob dann die Erkennung fehlschlägt.

„Es wird kein Gegenstand wie z.B. ein Blindenstock erkannt, aber die Erkennung ist deswegen trotzdem nicht eingeschränkt. Die Kamera erkennt die sich fortbewegende Person und kann mittels des angelernten Algorithmus die Gehrichtung/Querungswunsch erkennen“, führt Sonja Vicht (MA 33) aus.

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6 Kommentare

  • Für sehende Menschen ist das Drücken auf den Anforderungsknopf für die Aktivierung der Grünphase bei den neuen intelligenten Fußgängerbedarfsampeln nicht mehr nötig. Ob die auch nur kurz wartenden Fußgänger dann nicht doch auf den Knopf auf der Unterseite des Ampelkästchens drücken, weil sie glauben, dass es schneller grün wird, bleibt abzuwarten…. Eine nachhaltige Lösung für sehbeeinträchtigte Menschen ist es wieder nicht. Schlüssel und Chip zum lauter stellen der akustischen Signale bleiben. Was würden sehende Menschen sagen, wenn sie ihr schwach leuchtendes ampellicht mit Schlüssel oder Chip heller stellen müssten?

    • So Einiges. Der Sehende wäre wenigstens insofern im Vorteil, als er die Kreuzung finden kann.
      Ich kenne mittlerweile viele Ampeln, die erstens grundsätzlich zu leise sind und zweitens zu sensibel auf die Umgebung reagieren. Eine Stange in der Nähe der Ampel habe ich auch schon erlebt, auf der Schottengasse. Finden Sie bestimmt, wenn sie im Zickzack die Ampel suchen.

  • Die Erkennung einer blinden oder stark sehbehinderten Person (gemäß StVO gekennzeichnet) ist deswegen wichtig, da blinde Menschen statt dem optischen Grünsignal eine akustische Signalisierung benötigen – das wird aber automatisch nicht leicht lösbar sein…..

  • Warum sollte die Ampel eine Person mit Blindenstock nicht erkennen?

  • OK, es steckt viel Forschung dahinter und es ist wirklich komplex, solche wie die im Artikel genannten Ampeln zu entwickeln. Aber muss es deswegen gleich als ‚intelligent‘ und ‚denkend‘ beworben werden?

    • Nun ‚Intelligenz‘ und ‚denkend‘ sind heutzutage moderne 0850-PR-Werbewörter, aber vorläufig sonst Nichts.

      Wenn das Ganze so gut läuft wie diese Barrieren unfreien ‚Selbstfahrende‘-Mini-Busse mit Überwachungshilfskraft, na dann … es wird mich nicht wundern!