Es darf nicht gelacht werden?!

Darf man sich über Menschen mit Behinderungen lustig machen?

Lachender Mund einer Frau
BilderBox.com

Diese Frage warf der „Willkommen Österreich“-Beitrag des Comedy-Duos Stermann und Grissemann, der am 24. 1. 2017 über die Bildschirme flimmerte, auf.

Aufs Korn genommen wird eine Service Aktion von Facebook, in der Videos und Bilder für blinde und sehbehinderte Menschen erklärt werden.

Schluss mit lustig …

Mag. Klaus Höckner, Vorstand der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, fand die Darstellung des Audiokommentators allerdings alles andere als lustig. „… hier hat die für ihren Brachialhumor und die oft grenzüberschreitende Satire bekannte und beliebte Sendung die Grenzen überschritten“, beschwert sich Höckner in einer Presseaussendung.

„Warum sehbeeinträchtigte Menschen in den sozialen Medien nicht die volle Teilhabe erfahren sollten, wie die Sendung impliziert, ist mir nicht einsichtig. Blinde und sehbehinderte Menschen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als ’schasaugert‘ zu bezeichnen und ‚Loser‘ statt ‚User‘ sowie den Audiokommentator als versoffenen, unappetitlichen Nerd darzustellen, ist weder witzig noch in irgendeiner Weise hilfreich!“, so Höckner weiter.

Auch Dr. Elmar Fürst, Vorstandsvorsitzender und selbst Betroffener, fühlt sich beleidigt. „In Zeiten, wo sich alle um Inklusion bemühen, ist so eine Geschmacklosigkeit bei allem Verständnis für Satire und Humor abzulehnen.“

Humor, ein Schlüssel zur Inklusion?

Wer Satire-Sendungen kennt, weiß, dass in solchen Formaten sich über jedes Thema lustig gemacht wird. Sie übertreibt und überzeichnet, das ist eines der Merkmale von Satire.

Wenn alles und jeder durch den Kakao gezogen wird, warum dann nicht auch Menschen mit Behinderungen? Menschen mit Behinderungen für Comedy und Satire zu tabuisieren, würde ihnen das nicht eine Sonderstellung geben?

Wenn sie wie alle anderen aufs Korn genommen werden können, dann kann das auch zeigen, dass sie einfach nur ein ganz normaler Teil der Gesellschaft sind. Manchmal hilft ein nicht so ganz ernster Umgang mit einem Thema, einen besseren Zugang dazu zu bekommen. Wenn für jemanden etwas fremd ist, kann es durch einen humorigen Zugang normal und vertraut werden.

Machen Sie sich doch selbst ein Bild und schauen Sie sich den Beitrag an.

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3 Kommentare

  • Der Beitrag von Stermann und Grissemann ist so blöd, dass er schon wieder gut ist. Und: Er trägt auch ein bisschen zur Information darüber bei, dass sich Facebook der Audio-Kommentation annimmt, was sich so einige Medien als Vorbild nehmen könnten.

    Ich schließe mich somit der Autorin des Artikels an: In dieser Sendung wird jeder und alles „verrissen“, warum nicht ab und zu mal auch Menschen mit Behinderungen.

    Geschmacklos, ungehobelt und grauslig ist ja in dieser Sendung vieles.

  • Das ist ganz einfach! Wer selbst behindert ist, darf sich über andere Lustig machen, die anderen nicht. So sehe ich das halt. Die 2 Clowns (habs nicht gesehen) dürfen sich nicht über behinderte Menschen Lustig machen, weil Ihnen keine bessere Pointe einfällt. Außerdem finde ich, man muss in diesen Zeiten sehr aufpassen, öffentliche Verunglimpfung von behinderten nicht zu legitimieren.

  • Danke für die Einladung, den Beitrag anzuschauen. Aber Stermann und Grissemann schau ich mir nicht einmal an, wenn sie sich nicht über Behinderte auslassen. Die Typen sind mir einfach zu fad.