Es gibt nur eine Antwort für den Tag danach!

In wenigen Tagen sind die Österreichischen Nationalratswahlen 2017 geschlagen. Endlich. Denn der Wahlkampf hat die Medien extrem dominiert. Ein Kommentar.

Marianne Karner
Demo: Unsere Antwort Solidarität! Gegen Rassismus, Sexismus und Sozialabbau am 7. November 2017 in Wien

Was alle Parteien – in unterschiedlicher Intensität – auf jeden Fall eint, ist die Rezeption alter Ideen („Der neue Mensch“) auf dem Boden des „wissenschaftlichen ‚Fortschritts‘“ und unter dem Diktat der „neoliberalen Wirtschaftsausrichtung“.

Wer nicht lange Zeit leistungsfähig war, jetzt ist oder in Zukunft sein wird, der wird heute noch ignoriert. Und morgen?

Wut und Verzweiflung

Am 7. Oktober 2017 fand in Wien eine Demonstration unter dem Motto „Unsere Antwort: Solidarität! Gegen Rassismus, Sexismus und Sozialabbau“ statt, zu der die „Offensive gegen Rechts“ und die „Plattform für eine menschliche Asylpolitik“ aufgerufen haben. 

An dieser Demonstration haben auch einige behinderte Menschen teilgenommen. Sie forderten z.B. „Nein zum Heim“, „Persönliche Assistenz ist Menschenrecht“, „Hände weg vom Pflegegeld“.

Was uns eint. Was uns stärkt!

Was flüchtende Menschen, Menschen aus einem anderen Kulturkreis, sehr viele Frauen und behinderte Menschen eint, ist die Erfahrung der täglichen Diskriminierung bzw. Abwertung. Sie werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt und oft gegeneinander ausgespielt.

Was uns hingegen stärkt, ist eine gelebte Solidarität, ein gegenseitiges Unterstützen und ein gemeinsames Auftreten. Auch hier gilt das Motto „Das Leben ist bunt“. Jedes Individuum und somit wir alle bereichern eine vielfältige Gesellschaft.

Darüber hinaus gibt es internationale wie nationale Vereinbarungen und Gesetze, die uns schützen und unsere Rechte sichern sollen. Es wäre fatal, an den internationalen Menschenrechten (z. B. dem Recht auf Asyl) zu kratzen. Oder andersrum: Wollen behinderte Menschen etwa, dass an der UN-Behindertenrechtskonvention genagt wird?

Niemals vergessen!

Antisemitismus und Rassismus entspringen demselben NS-Gedankengut wie die Abwertung von behinderten, chronisch kranken und alten Menschen.

Die Tatsache, dass Menschen (meist nur in der Theorie) den Wert ihres eigenen Lebens in Frage stellen, hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun, sondern ist schlichtweg die Einverleibung eben dieses finsteren Gedankenguts unserer Großeltern.

Unsere Vorbilder. Unsere Zukunft

Die Situation behinderter Menschen hat sich gewandelt. Es wurden wichtige Erfolge erzielt, die z. B. im Rahmen des frei zugänglichen bidok-Projektes „Geschichte der Behindertenbewegung in Österreich“ nach recherchiert werden können.

Das Demonstrationsrecht ist ein wichtiges Instrument in einer intakten Demokratie, auch für behinderte Menschen. D. h. nach außen zu gehen, seine Anliegen gegenüber anderen deutlich zu machen. Das heißt auch, sich auf scheinbar Anderes einzulassen, zu diskutieren, einen gemeinsamen Nenner zu finden, Respekt zu zeigen und zusammenzuarbeiten.

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