„Es tut uns außerordentlich leid“

Mag. Alexandra Schmidt (Projektleiterin, Frauenbüro der Stadt Salzburg) und Mag. Paul Arzt (Büro für Frauenfragen des Landes) nehmen zur diskriminierenden Kampagne der Stadt Salzburg Stellung: "Wir entschuldigen uns in aller Form für unseren Fehler."

2007 - Europäisches Jahr der Chancengleichheit für alle
Europäische Union

Vorab bedanken sich die beiden für die „kritische Rückmeldung“ zur umstrittenen Kampagne der Stadt Salzburg. Mit der Aktion sollte Antidiskriminierung bekannt gemacht und auf das „Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle“ hingewiesen werden. Doch die Werbung dafür diskriminiert behinderte Menschen, wie BIZEPS-INFO berichtete.

Das besonders beanstandete Zitat – wonach es behinderten Menschen „nicht ohne Hilfe möglich ist, geregelte soziale Beziehungen zu pflegen, sinnvolle Beschäftigung zu erlangen und auszuüben und angemessenes und ausreichendes Einkommen zu erzielen“ – stammt aus einem Bericht der Bundesregierung über die Lage behinderter Menschen in Österreich aus dem Jahr 2003.

Es sei aber aus dem Zusammenhang gerissen, gibt die Projektleiterin, Mag. Alexandra Schmidt vom Frauenbüro der Stadt Salzburg, zu und sei überdies „von einer Praktikantin eingefügt“ worden, erläutert sie auf telefonische Nachfrage.

„Es tut uns außerordentlich leid, dass die Definition von uns unhinterfragt auf das Plakat übernommen wurde und nun bei betroffenen berechtigte Kritik und Irritationen hervorgerufen hat“, ist der schriftlichen Antwort der beiden Verantwortlichen weiter zu entnehmen.

Betreffendes Plakat entfernt

Man habe aber „sofort reagiert“ und „das betreffende Plakat aus der Serie entfernt“, hält man fest und ergänzt: „Es wird nun durch ein Neues ersetzt.“

Eine von BIZEPS-INFO gestellte Frage haben sowohl Mag. Alexandra Schmidt als auch Mag. Paul Arzt nicht beantwortet: „Wie waren behinderte Menschen bzw. Vertreter behinderter Menschen bei der Erstellung der Texte einbezogen?“

Das ist kein gutes Zeichen. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Frauenbüro der Stadt Salzburg aus diesem Vorfall für die Zukunft gelernt hat.

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0 Kommentare

  • Im Juni dieses Jahres nahm ich gemeinsam mit meinen beiden Kolleginnen Mag.a Christine Steger (Uni Salzburg) und Mag.a Gabi Pöhacker (Erzdiözese Salzburg) im Rahmen des „Frauensalons“ an einem Abend zum Thema „Chancengleichheit für Frauen mit Behinderung“ teil. Dort wurden genau diese Themen angesprochen: Dikriminierung, Nicht-erst-Nehmen, Abwertung (im Falle der Frauen immer im doppelten Sinn, sowohl als Mensch aber vor allem auch als Frau). Mitveranstaltet wurde dieser Frauensalon auch vom Frauen Büro der Stadt Salzburg. Ich habe die Veranstalterinnen als sehr vernünftig und obwohl nicht behinderte eigentlich als „normal“ erlebt (wenn man das bitte auch einmal umkehren darf). Diese gravierende Diskriminierung kann ich mir nicht erklären. Die Entschuldigung ist daher ernst zu nehmen und die Korrektur ist ja auch schon passiert, wenn ich dass richtig verstanden habe. Offen bleibt die Frage, warum es immer wieder zu solchen Ausrutschern kommt. Selbst Menschen, die jahrelang mit behinderten Personen zu tun haben, passieren immer wieder Diskriminierungen. Vielleicht sollten im nächsten Bericht zur „Lager der behinderten Menschen in Österreich“ nicht wir Gegenstand der Untersuchung sein, sondern unsere lieben nichtbehinderten Mitbügerinnen und Mitbürger, den von deren sozialem Verhalten uns gegenüber wird unsere Lage wesentlich mitbestimmt.

  • Wenn es stimmt, finde ich es letztklassig sich darauf auszureden, daß „eine Praktikantin“ das Zitat eimgefügt hat!

  • > Eine von BIZEPS-INFO gestellte Frage haben sowohl Mag. Alexandra Schmidt alsauch Mag. Paul Arzt nicht beantwortet: „Wie waren behinderte Menschen bzw. Vertreter behinderter Menschen bei der Erstellung der Texte einbezogen?“

    Daran wird man in Zukunft die PR- und Werbebranche messen! Profis gibt es hierzulande schon genug, nur eingesetzt werden sie bis dato vergleichsweise noch kaum. Solange die Arroganz in den Köpfen noch stark ist, wird niemand behaupten können, ein Profi in Diskriminierungsthemen zu sein. Das gleiche gilt auch beim derzeitigen Nachhaltigkeitstrend!