Es war einmal ….

Es war einmal ... - vom Märchen zur Gruselstory im Jahr 2001.

Schule
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Eine Stadt in NÖ, mit mehreren Volksschulstandorten und einer Hauptschule, die der NÖ Landesschulbehörde unterstehen. Hier gibt es aber auch eine Volks- und eine Hauptschule der Pädagogischen Akademie des Bundes, mit dem Auftrag künftige LehrerInnen auszubilden.

An einer Volksschule gibt es eine Integrationsklasse mit 5 Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF), die gemeinsam bereits 4 Jahre lang die Volksschule besuchen. Weiter gibt es auch an anderen Standorten in dieser Stadt Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die von StützlehrerInnen betreut werden.

Nun erhebt sich für all diese Kinder und deren Eltern die Frage: „Wie wird die Integration im Sekundarbereich weitergeführt? Wo wird mein Kind seinen Platz im September dieses Jahres finden?“ Laut gesetzlicher Regelung (1997) haben Eltern das Recht für ihr Kind, einen Platz in einer Integrationsklasse zu beanspruchen.

Mittlerweile hört man / frau davon, daß es derzeit 10 – 12 Kinder mit SPF gibt, deren Eltern sich für die Weiterführung der Integration einsetzen und die derzeit noch völlig im Unklaren gelassen werden, wo ihre Kinder ab September unterrichtet werden !! (Welche Unverfrorenheit, daß Eltern schon im Feber wissen wollen, wo ihr Kind ab September in die Schule geht !!)

Sind Sie mittlerweile auch gespannt darauf wie dieses „Märchen“ weitergeht – denn die Realität kann das doch wirklich nicht sein? Seit September 1997 gibt es an einer dieser beiden Hauptschulen kontinuierlich eine Integrationsklasse mit meistens 5 SPF-Kindern. Auch für September 2001 ist es an diesem Standort ganz klar, die Integration, die in der Volksschule begonnen hat, weiterzuführen. Nun, der Platz für 5 Kinder ist somit gesichert.

Wie ist das nun mit den restlichen Kindern? Logischerweise würde man annehmen, daß auch die Übungshauptschule der Pädak eine Integrationsklasse eröffnet. Aber was logisch erscheint, muß noch lange nicht zur Tatsache werden. Hier wandelt sich nun das Märchen erschreckenderweise in eine Gruselstory:

  • Eltern werden bei ihrer Vorsprache und nach Bekanntwerden ihres Wunsches von der Direktorin der Übungshauptschule der Pädak ziemlich unsanft und unfreundlich des Weges verwiesen.
  • Während der LehrerInnen-Konferenz wird an dieser Schule abgestimmt, ob hier Kinder mit SPF unterrichtet werden sollen.

Sie haben richtig gelesen, im Jahr 2001 – 4 Jahre nach Gesetzwerdung im Sekundarbereich – wird noch immer abgestimmt.

Natürlich gibt es kein Protokoll, natürlich keine schriftliche Aufzeichnung über diese „angebliche Abstimmung“. Trotzdem wird plötzlich in der Öffentlichkeit davon gesprochen, daß es hier ein klares NEIN der LehrerInnen zur Integration gegeben hat! Plötzlich auch die freudige Aussage eines Lehrers dieser Schule: „Wir brauchen im kommenden Jahr keine Integration an unserer Schule machen.“

Kurz zur Erinnerung: Es ist Aufgabe des zuständigen Bezirksschulrates, dafür zu sorgen, daß die Kinder ihr Recht in einer Integrationsklasse unterrichtet zu werden, erhalten.

Kann man / frau es denn einer Übungshauptschule der Pädak nicht „zumuten“, eine Integrationsklasse zu führen? Müßten sich dann vielleicht auch angehende LehrerInnen auf die reale Umsetzung der Integration im Unterrichtsgeschehen einlassen?

Leider ist dies alles kein Märchen, sondern gelebte Realität im Jahr 2001. Ein positiver Ausgang ist derzeit noch nicht absehbar.

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