Eurobarometer Spezial zu „Diskriminierung in der Europäischen Union“

Vor und nach dem Europäischen Jahr der Chancengleichheit wurden die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Haltungen erfragt. Für Österreich sind die Ergebnisse recht ernüchternd.

Flagge der Europäischen Union
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Die Europäische Kommission befragte im Sommer 2006 und Anfang 2008 Menschen in allen EU-Staaten zum Thema Diskriminierung. Dabei sollten die Bekanntheit der Antidiskriminierungs-Richtlinien sowie die Auswirkungen des Europäischen Jahres der Chancengleichheit für alle, das 2007 veranstaltet wurde, gemessen werden. Über alle Staaten hinweg wird Diskriminierung 2008 etwas seltener als verbreitet und öfters als selten angesehen. Am stärksten ist diese Entwicklung bei Behinderung. Generell halten Menschen, die Angehörige von Minderheiten kennen, Diskriminierung für verbreiteter. Minderheitsangehörige selbst schätzen Diskriminierung aber nicht als häufiger ein als die Mehrheitsbevölkerung.

Die Ergebnisse für Österreich

Die Befragten in Österreich schätzen ethnische Diskriminierung mit 60 % etwas weniger als im EU-Durchschnitt (60 % als häufig) ein. Dafür fühlen sich die österreichischen Befragten angesichts Nachbarn mit einer anderen ethnischen Herkunft am unwohlsten. (Ö: 6,3; EU-Durchschnitt: 8,1) Ähnlich unwohl – wenngleich nicht „Europaspitze“ – fühlen sich die österreichischen Befragten, wenn es um die Bewertung von Roma, Angehörigen anderer Religion oder behinderten Menschen als Nachbarn geht. Die Befragten in Österreich können sich – gemeinsam mit denen in Italien, knapp vor denen in Portugal – auch nur schwer mit einer Frau im höchsten Amt des Staates anfreunden. Dagegen geben die Befragten in Österreich überdurchschnittlich oft an, dass in Österreich genügend Anstrengungen gegen Diskriminierung unternommen werden. Die eigenen Rechte im Fall einer Diskriminierung sind dagegen nur in Bulgarien noch weniger bekannt als in Österreich.

Fazit

Vergleichsweise wenig Bewusstsein für Diskriminierung, wenig Wissen über die Rechte sowie die Überzeugung, dass genug gegen Diskriminierung unternommen wird, sind ein enttäuschendes Ergebnis. Staatliche Stellen, SozialpartnerInnen und NGOs sollten es als Auftrag für mehr und verständlichere Information nehmen.

Die Studie im Volltext (1,04 MB)

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