Europäische Freiwilligendienst (EFD) – 3 Monate in Wien

Ein Erfahrungsbericht über meine Zeit in Wien

Ortschild mit Aufdruck Wien
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Mein Name ist Eva Louring Hansen, ich bin eine 22-jährige Dänin und ich bin körperlich behindert. Zur Zeit arbeite ich als EFD-Freiwillige in Wien in einer Organisation namens Grenzenlos.

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist ein Programm der europäischen Union, das Jugendlichen zwischen 18 und 25 ermöglicht 3-12 Monate in das europäische Ausland zu fahren, und bei gemeinnützigen Organisationen mitzuarbeiten. Im Zusammenhang mit dem EFD nennt man diese freiwillige Arbeit ein Projekt. Grenzenlos organisiert einen EFD-Austausch in Wien.

Für 3 Monate arbeite ich bei Grenzenlos und mein Projekt besteht darin, dass ich die Möglichkeiten für behinderte Jugendliche untersuche hier nach Wien zu kommen und als EFD-Freiwillige zu arbeiten. Während ich in Wien arbeite, wohne ich in einem Studentenheim, in einem behindertengerechten Zimmer. In meiner Freizeit habe ich drei persönliche Assistentinnen, die sich abwechseln, mir zu helfen. Es ist sehr schön, in einem anderen europäischen Land für eine Weile zu wohnen.

Indem ich hier arbeite, erlebe ich Alltag in Wien. Durch diesen Alltag habe ich manche Österreicher kennengelernt und ich habe etwas über die Kultur Österreichs gelernt und das finde ich sehr interessant. Als EFD-Freiwillige hat man die Möglichkeit andere EFD-Freiwillige aus anderen Ländern kennenzulernen, und auch das ist ein Teil des Aufenthalts, der einen EFD-Aufenthalt ganz besonders und interessant macht.

Am 9. November 2002 war ich zum Integrationsball im Technischen Museum. Ich wollte gern zu einem Ball in Wien gehen, weil in Dänemark gibt es nicht so viele Bälle. Durch eine andere EFD-Freiwillige habe ich von dem Ball gehört, für sowohl behinderte als nichtbehinderte Menschen, und es war sehr schön und interessant behinderte Menschen aus Österreich dort zu treffen.

Andere Veranstaltungen die ich in Wien sehr mag, sind die Weihnachtsmärkte. Ich habe schon den Christkindl Weihnachtsmarkt besucht, und ich finde es sehr gemütlich in einer Großstadt wie Wien einen kleinen Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Was ich am schwierigsten an meinem Auslandsaufenthalt fand, war die Sprache. Besonders am Anfang musste ich mich sehr konzentrieren, um alles zu verstehen, aber das kann man auch als eine Herausforderung sehen, jedenfalls war es manchmal ein bisschen witzig, wenn ich etwas falsch verstanden hatte.

Es kommt mir oft peinlich vor, wenn ich vergesse „Sie“ zu sagen. In Dänemark spricht man fast alle Leute mit „Du“ an, aber hier in Österreich klingt es falsch und unhöflich „Du“ statt „Sie“ zu fremden Leuten zu sagen. Das finde ich aber interessant, wenn man in einem anderen Land wohnt, dann lernt man die Normen des Landes besser kennen.

Ich habe immer davon geträumt, für eine Zeit im Ausland zu wohnen, aber ich habe nicht gewusst, ob es möglich ist. Letztes Jahr besuchte ich dann eine Schule in Dänemark, und durch diese Schule hörte ich vom EFD.

Eine Lehrerin in der Schule fragte in einem Email, ob es ein Projekt für behinderte Menschen in einem deutschsprachigen Land gäbe, und nach einer Weile bekamen wir eine Antwort von Grenzenlos. Grenzenlos hatte früher einen Austausch mit einem behinderten italienischen Mädchen gemacht.

Im Mai 2002 war ich zum ersten Mal in meinem Leben in Wien. Das war ein Vorbereitungsbesuch für den EFD. Die Lehrerin von der Schule und eine von meiner persönlichen Assistentinnen war auch dabei.

Wir besuchten eine Organisation in Wien, die vielleicht daran interessiert war, einen behinderten Freiwilligen aufzunehmen. Das war alles sehr interessant, nach Wien zu kommen, und ich war hoffnungsvoll, als ich wieder nach Hause fuhr.

Leider ging es nicht mit der Organisation, und ich war ein bisschen enttäuscht, aber dann nach einigen Monaten, bekam ich ein anderes Projekt bei Grenzenlos. Grenzenlos möchte gern mehrere Austausche mit behinderten Jugendlichen machen und ich konnte dabei behilflich sein, die Möglichkeiten für zukünftige behinderte EFD-Freiwillige in Wien zu untersuchen.

So, jetzt bin ich also hier.

In meinem Projekt habe ich herausgefunden, dass es viele Möglichkeiten gibt, für behinderte Jugendliche in Wien zu wohnen und zu arbeiten. Bei meiner Suche nach Organisationen, die behinderte Freiwillige aufnehmen möchten, habe ich meistens Behindertenorganisationen kontaktiert, weil ich glaube, dass es interessant ist, etwas über die Verhältnisse für behinderte Menschen in anderen Ländern zu lernen. Hoffentlich können in Zukunft andere behinderte Jugendliche nach Wien kommen, um ein EFD-Projekt zu machen.

Grenzenlos hat auch einen österreichischen behinderten EFD-Freiwilligen nach England geschickt. Dieser Aufenthalt in England war erfolgreich, und Grenzenlos möchte gern mehrere österreichische Jugendliche ins europäische Ausland schicken. Viele europäische Länder sind in diesem Jahr auch daran interessiert, EFD-Austausche für behinderte Menschen zu machen. Es hat dieses Jahr eine Konferenz in Lettland stattgefunden. Hier hat man diskutiert, ob es möglich ist, Projekte für behinderte EFD-Freiwillige in den europäischen Ländern zu finden.

Meine Hoffnung ist, dass es mehrere Projekte für behinderte Menschen in europäischen Ländern geben wird, damit viele behinderte Menschen die Möglichkeit bekommen, ins Ausland zu fahren, und an einem Projekt teilzunehmen.

Obwohl die Suche nach einem EFD-Projekt ein bisschen Zeit dauern kann, lohnt sich die Wartezeit meiner Meinung nach, wenn man ein EFD-Projekt machen kann, weil mein Aufenthalt in Wien für mich zur Zeit eines von den größten Erlebnissen meines Lebens ist.

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  • Ich möchte den Europäischen Freiwilligendienst auf die Wahl der Freiwilligen 2003 hinweisen, die dem Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung gewidmet ist. Mehr dazu unter http://www.freiwilligenweb.at