Familienhospizkarenz – im Jahr 2003 nur 470 Personen

Das Ö1-Morgenjournal beschäftigte sich am 9. August 2004 mit der geringen Inanspruchnahme der Familienhospizkarenz in Österreich.

kein Geld
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„Durch die spezielle Form der Karenz ist gewährleistet, dass Berufstätige maximal sechs Monate lang zuhause bleiben können, weiterhin sozialversichert sind und ihren Job nicht verlieren“, erläutert das Ö1-Morgenjournal und berichtet, dass „nur ganz wenige dieses Angebot in Anspruch nehmen“; meist sind es Frauen.

Waren es an einem Stichtag im vergangenen Herbst gerade 115 Personen in ganz Österreich, 470 Personen im gesamten Jahr 2003 (220 Personen im gesamten Jahr 2002). Gerechnet hatte man mit Tausenden Anträgen.

Im Detail sind – laut Gebietskrankenkassen – folgende Zahlen aktuell: Vier Menschen sind in Salzburg gerade in Familienhospizkarenz, 17 in Oberösterreich, 32 in der Steiermark, neun in Wien. In Niederösterreich waren es insgesamt im heurigen Jahr bisher 89, in Wien insgesamt 26.

Einig sind sich die Expertinnen und Experten über den Grund: Nur wenige können es sich leisten, einige Monate ganz ohne Gehalt auszukommen. Ein Umstand, der im Sozialausschuss vom 14. Mai 2002 schon von SPÖ und GRÜNEN prophezeit wurde.

Caritas-Präsident Franz Küberl fordert, dies zu ändern: „Entweder geht jemand ganz in Familienhospizkarenz, dann müsste man das ganz ersetzen. Oder es geht jemand teilweise, dann wird es sinnvoll sein, die Differenz zum Ausgleichszulagenrichtsatz zu ersetzen.“

Auch die Behindertensprecherin der SPÖ, Mag. Christine Lapp, sieht das Problem in der fehlenden finanziellen Absicherung. „Eine an und für sich gute Idee wird damit ad absurdum geführt“, hält Lapp fest.

Gleich sieht das auch die Familiensprecherin der Grünen, Sabine Mandak: „Da es keinen Ersatz für den Einkommensverlust gibt, können es sich die meisten Menschen schlicht und einfach nicht leisten, Familienhospizkarenz in Anspruch zu nehmen. Leider ist es von der Regierung sehr kurzsichtig, wenn es für die Betroffenen keinen besseren finanziellen Ausgleich gibt.“

Die ÖVP will diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen. „Wichtig ist, dass es überhaupt die Möglichkeit, sterbende Angehörige in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, gibt. Selbst wenn dieses Angebot im Jahr 2003 nur von einigen hundert Menschen in Anspruch genommen wurde“, zeigt sich die ÖVP-Familiensprecherin Abg.z.NR Ridi Steibl verärgert.

„Die gesetzlichen Regelungen zur Familienhospizkarenz werden in zwei Jahren evaluiert“, hielt im Sommer 2002 die Parlamentskorrespondenz ein Ergebnis des Sozialausschusses fest.

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0 Kommentare

  • hi hi – ja ja ja – genau so machen sie´s

  • ich glaub nicht, dass die Regierung kurzsichtig ist, sondern ganz im Gegenteil – eh ganz genau weiß, dass sich das kaum jemand leisten kann – also nicht viel Gefahr von zusätzlichen Kosten besteht – denen gehts doch nicht um die Menschen – sondern darum, ein „weißes-Westerl-Imitat“ zur Schau stellen zu können, so auf: „wir sind ja eh so bemüht“ ihr seid undankbar und tuts nur raunzen – und wenn das nicht mehr zieht, wird eine laaaaange Untersuchung angekündigt, die dann nach laaaaanger Zeit herausfindet, was jeder schon vorher wußte.