Foto-Wettbewerb „NICHT ins Dunkel“

Die Kraft des Augen-Klicks

Franz-Joseph Huainigg
Christian Müller

In Kooperation mit „BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben“ und der Zeitschrift „behinderte Menschen“.

Es gibt Momente im Leben, in denen man die Zeit am liebsten anhalten möchte. Glücklich, wer da gerade seine Kamera dabei hat – und sei es die vom Handy. Es gibt Augenblicke, die die Kraft haben Geschichten zu erzählen, Gefühle und Stimmungen festzuhalten und vielleicht sogar ein bisschen die Welt zu verändern. Fotos, die solche Augenblicke mit behinderten Menschen einfangen, suchen wir für unseren heurigen Fotowettbewerb „Die Kraft des Augen-Klicks“ …

Sinn des Fotowettbewerbs

Viele behinderte Menschen fühlen sich durch die weihnachtliche ORF-Aktion „Licht ins Dunkel“ diskriminiert und angegriffen. Die Aktion hinterlässt den bitteren Geschmack von erzwungenem Mitleid.

Zur Weihnachtszeit verändert die mediale Realität auch den Alltag behinderter Menschen: Mir und vielen anderen behinderten Freunden ist immer wieder rund um die Weihnachtszeit Folgendes passiert: Wildfremde Leute haben uns auf der Straße Geld zugesteckt, „weil wir so arm sind“. In Diskussionsforen ärgerten wir uns über dieses von uns benannte „Licht-ins-Dunkel-Syndrom“, waren aber gegenüber der Spendenaktion mit den vielen berühmten Stars und Gutmenschen ohnmächtig. Wir hatten und haben das Gefühl, dass das in den Werbekampagnen und Licht-ins-Dunkel-Veranstaltungen vermittelte Bild nichts mit unserer Lebensrealität zu tun hat.

Aller guter Dinge sind drei! Vor zwei Jahren hat es uns endgültig gereicht. Bei der Kerzenaktion im Jahr 2007 haben über 9000 behinderte und nicht behinderte Menschen eine Reform der Spendenaktion gefordert. Im Vorjahr 2008 setzten sich 24 Karikaturisten unter dem Motto „Lachen verändert die Welt“ mit der Skurrilität der Spendenaktion zeichnerisch auseinander.

Diese beiden Aktionen haben die Verantwortlichen aufgerüttelt. Anstatt einer Reform haben sie sich jedoch schmollend in einen ORF-Winkel verkrochen. Heuer wollen wir mit dem Fotowettbewerb einen dritten Kontrapunkt zur Mitleidskampagne setzen. Vielleicht bewirkt die „Kraft des Augen-Klicks“ in den Köpfen der ORF-Verantwortlichen ein Rattern, Zurren und Blitzen – Auf dass in Zukunft ein neues Bild von behinderten Menschen über den Bildschirm flimmert …

Noch etwas zur Klarstellung: Wir sind nicht grundsätzlich gegen Spendenaktionen, diese schließen wichtige Lücken im Sozialsystem. Privates Engagement braucht es und wird immer notwendig sein! Was wir kritisieren, ist vor allem die mediale Darstellung.

Welche Art Fotos wollen wir präsentieren?

Es geht darum, ein vielfältigeres Bild vom Leben behinderter Menschen zu zeigen, als es derzeit medial vermittelt wird. Wir suchen daher Situationen von/mit behinderten Menschen aus Alltag, Arbeit, Freizeit, Spiel, kreativen Tätigkeiten, Sport, Urlaub oder Reisen, die etwas anderes ausdrücken als das gängige Klischee. Die Fotos können witzig, skurril oder ironisch, gefühlvoll und zärtlich, nachdenklich oder traurig stimmend sein. Es kann ein Einzelfoto oder eine Fotoserie sein, ein Schnappschuss oder ein geduldig belauerter Moment, auch eine gestellte Szene …

Einsendefrist bis spätestens: 15. November 2009

Einreichbedingungen und Infos unter www.franzhuainigg.at.

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0 Kommentare

  • Neue Facebook-Gruppe: http://tinyurl.com/yg5q7od – Anti-„Licht ins Dunkel“ – Nicht ins Dunkel

  • Gute Idee! Und eine Motivation meine Kamera auszumotten und zu fotographieren. Gutes Gelingen – uns allen.

  • Lieber Dr. Franz-Joseph Huainigg,
    herzlichen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz und viel Energie für weitere Aktionen. Als Sonderschullehrerin konnte ich von Kindern mit speziellen Bedürfnissen sehr viel lernen und ich erinnere mich gerne an die gemeinsamnen Stunden, die von großer Lebensfreude und viel Liebe geprägt waren, wovon viele Fotos zeugen, deren Veröffentlichung aber den Datenschutz verletzen.
    Natürlich ist diese Spendenaktion beschämend, aber es wird auch viel positive Energie durch die Liebenswürdigkeit der Teilnehmer ausgesendet. Sie schenken zu Weihnachten allen an Herzenswärme nicht so privilegierten Menschen ein wärmendes Gefühl des „Gutseins“-Spendenumkehr;)
    Al gitta

  • Gratulation an Franz-Joseph Huainigg, der trotz seiner eigenen schwierigen körperlichen Situation niemals müde wird, unermüdlich an einer Veränderung des Bildes behinderter Menschen zu arbeiten!

    Aus dem Artikel:
    Diese beiden Aktionen haben die Verantwortlichen aufgerüttelt. Anstatt einer Reform haben sie sich jedoch schmollend in einen ORF-Winkel verkrochen. Heuer
    wollen wir mit dem Fotowettbewerb einen dritten Kontrapunkt zur Mitleidskampagne setzen. Vielleicht bewirkt die „Kraft des Augen-Klicks“ in den Köpfen der ORF-Verantwortlichen ein Rattern, Zurren und Blitzen – Auf dass in Zukunft ein neues Bild von behinderten Menschen über den Bildschirm flimmert …
    —Zitat Ende—
    Alle guten Dinge sind drei!*lach* Daher: Auf eine hinreichende und einwandfreie Durchblutung des „Augenhintergrundes!“
    Ihr Facharzt für Augenheilkunde wird Sie alle sehr sehr gerne beraten und er weiss es auch, welche „medikamentöse Unterstützung“ mitunter auch hierbei „zielführend“ sein kann!
    Also: Bitte vor den Vorhang und raus aus dem Schmollwinkerl! Mit Rückzug auf berechtigte Kritik reagieren im Normalfall nämlich Kleinkinder und erstaunlicherweise erst dann recht, wenn sie um ihr rücksichtsloses und eigennütziges Fehlverhalten sehrwohl wissen.