Norbert Hofer

FPÖ-Hofer: Pflegegeld verliert Jahr für Jahr an Wert

Keine Erhöhung, nicht einmal Inflationsanpassung

„Das Pflegegeld verliert Jahr für Jahr an Wert“, kritisierte FPÖ-Behindertensprecher Norbert Hofer in der heutigen Plenarsitzung des Nationalrats. „Seit vielen Jahren beklagen Behindertenorganisationen, dass die Regierung das Pflegegeld in den letzten Jahren nie ausreichend erhöht hat.“ In den letzten zehn Jahren wurde das Pflegegeld nur ein einziges Mal erhöht. Doch nicht einmal in diesem Jahr – nämlich 2005 – reichte die Erhöhung, um die Inflation des laufenden Jahres abzugleichen.

Den Menschen werde es daher immer schwerer gemacht, legale Pflege durch ausgebildete Fachkräfte zu finanzieren, führte Hofer weiter aus. „Jährlich macht die Entwertung bei der Pflegestufe 1 inzwischen 393 Euro aus, bei der Pflegestufe 2 sind es 550 Euro, bei der Pflegestufe 3 848 Euro, Pflegestufe 4 1.273 Euro, Pflegestufe 5 1.728, Pflegestufe 6 2.358 Euro und für die Pflegestufe 7 beträgt die jährliche Entwertung bereits 3146 Euro.“

Daher sei festzuhalten, dass von einer Erhöhung des Pflegegeldes bisher keine Rede sein könne. „Es wurde nicht einmal eine Inflationsanpassung vorgenommen“, kritisierte Hofer. „Um diese zu erreichen, müsste das Pflegegeld heute um 17 Prozent erhöht werden. Die Mehrkosten dafür würden sich im Budget des Jahres 2007 mit rd. 285 Mio. Euro niederschlagen und könnten durch die Mehreinnahmen im Jahr 2006 finanziert werden.“

Die FPÖ brachte aus diesem Grund einen Entschließungsantrag ein, in dem die Bundesregierung ersucht wird, alle erforderlichen Schritte zu setzen, um das Pflegegeld so anzupassen, dass es inflationsbereinigt dem Wert bei dessen Einführung im Jahr 1993 entspricht. In Zukunft soll zudem eine jährliche Valorisierung des Pflegegeldes sichergestellt werden.

Der Antrag wurde, zum Nachteil aller pflegebedürftigem Menschen und ihrer Angehörigen, abgelehnt.

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0 Kommentare

  • aufregen können wir uns, nur nützen wird es wieder nichts. eines der reichsten länder hat probleme sein geld korrekt und menschlich aufzuteilen. unsere politiker sind ein armutszeugnis. warum gehen wir eigentlich noch wählen, wenn vieles oder alles erstunken und erlogen ist.

  • Gut, daß sich ein Politiker des Themas annimmt (im Sinne der Sache sei die Couleur vergessen), unverständlich, daß es nicht z.B. Rauch-Kallat ist (Angst vor dem Vorwurf der Befangenheit?).

  • Korrigiere auf Gleichstand: 5 Jahre für beide Großparteien, die Nichterhöhungen wurden ja jeweils im voraus beim Budget beschlossen. Und jetzt wird also wieder mit vereinten Kräften in die selbe Richtung gezogen.

  • @ Franz Böck, nun der Sauerstoffgehalt in einer Großstadt kann vielleicht schon zu wünschen übrig lassen. Sauerstoffmangel ist, neuen Studien zufolge, definitiv die Hauptursache dementieller Entwicklungsprozesse. Wenn also nicht die Höhenlage, dann ist vielleicht Bewegungsmangel schuld? Bei langen Sitzungen sollten ohnehin Pausen mit Aerobic- Übungen eingelegt werden.
    Die Erhöhungen seit PG-Einführung (01/93): 2,5 % (1/94), 2,8 % (1/95), 2,0 % (1/05). Zur „Ehrenrettung“ der SPÖ korrigiere ich daher, unter SPÖ-Führung (GroKo-ALT) wurde die Inflationsanpassung „nur“ 4 Jahre (96-99), unter ÖVP (+FPÖ!) dann 5 Jahre (00-04) verweigert. Man stelle sich bitte den Aufstand von Arbeitnehmern und Pensionisten vor, wäre soeben die 11. Nulllohnrunde der letzten 12 Jahren, als erstes Projekt einer „GroKo-NEU“ über die Polit-Bühne gegangen.

  • Na wer hätte, als gelernter Österreicher, sich den was anderes erwartet, Herr Lichtenauer. Ich habe an den Hr. Gleitsmann von der WKÖ, wegen der Forderung nach Einführung des Pflegeschecks, eine Mailanfrage geschrieben. Ergebnis : Nichts , keine Antwort, kein Anruf, garnichts. Auf der anderen Seite finde ich die Kritik der SPÖ an der jahrerlangen Nichtvalorisierung belustigend, da sie ja auch unter ihrer Führung und Stellung des Sozialministers von 1994 bis 1999 keine Anhebung gemacht haben. Nun also die FPÖ: Was haben sie denn unter ihrer Regierungsbeteiligung an Pflegegelderhöhungen bewirkt: nichts, garnichts. Unsere selbstbetitelten Christlichsozialen : die lächerliche Erhöhung als Wahlzuckerl. Die einzigen , die vielleicht, das Thema noch ernst nehmen sind die Grünen, die können aber auch nichts bewirken, da auf Opositionsrolle fixiert. Es ist schon traurig, wenn die Politiker so vergesslich sind aber was interessiert sie denn , was sie gestern oder vor 2 Monaten gesagt haben. An der Höhenluft und zuwenig Sauerstoff kann es auch nicht liegen, da ja Wien nicht wirklich im Hochgebirge liegt.
    Der ÖVP & SPÖ beginnende Demenz vorzuwerfen will ich auch nicht!

  • Vor der Wahl traten ÖVP & SPÖ für Erhöhung und Valorisierung des Pflegegeldes ein. Sobald das Regieren in greifbare Nähe rückt, lässt offensichtlich die Gedächtnisleistung nach. Woran liegt das, ist es die Höhenluft?