FPÖ Kritik an fehlender Wertanpassung des Pflegegeldes

Wertverlust bereits bei 25 Prozent

Norbert Hofer
FPÖ

FPÖ-Behindertensprecher Norbert Hofer kritisiert die jüngsten Aussagen von Sozialminister Hundstorfer, wonach auch weiterhin keine Wertanpassung des Pflegegeldes erfolgen soll. Hundstorfer will künftig vermehrt auf Sozialleistungen setzen.

Hofer: „Der Großteil der Pflegeleistungen wird nach wie vor im Familienverband erbracht. Für die öffentliche Hand würde die vom Sozialminister geplante Institutionalisierung der Pflege empfindliche Mehrkosten verursachen. Pflege daheim ist nach wie vor für die Betroffenen die beste und für den Staat die kostengünstigste Alternative zur Heimunterbringung. Die Pflege in den eigenen vier Wänden ist aber durch die fehlende Wertanpassung ernsthaft in Gefahr. Das Pflegegeld wurde seit dem Jahr 2009 nicht mehr angepasst, der Inflationsverlust liegt bereits bei mehr als 25 Prozent.“

Hofer stellt im Falle einer Regierungsbeteiligung der FPÖ eine Wertanpassung des Pflegegeldes in Aussicht: „Das wird ein zentraler Eckpunkt unserer Regierungsverhandlungen sein. Selbstbestimmtes Leben ist für behinderte und pflegebedürftige Menschen nur dann möglich, wenn das Pflegegeld weiterentwickelt wird und auch eine Inflationsabgeltung erfolgt.“

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0 Kommentare

  • @Irmgard Formayer
    Ihre Ausführungen sind von einer derartigen Präzision beschaffen, sodass ich den mir wesentlichst scheinenden Teil davon noch einmal wiedergeben möchte, es ist und es bleibt natürlich Ihre Wortmeldung, nur zur Verdeutlichung, wie krank das System in Wahrheit ist:
    —Zitat Beginn—
    Als Alleinerzieherin habe ich also die Wahl zwischen Armut während der Pflege oder Armut im Alter.

    Unser Wohlfahrtsstaat unterstützt dagegen Eltern, die die Verantwortung für ihr behindertes Kind nicht übernehmen (können)und es nach der Geburt „in Pflege“ geben.

    In diesem Fall bekommt eine Pflegemutter dafür bezahlt, samt der Sozialleistungen eines Angestelltenverhältnisses (zumindest in der Steiermark.

    Fazit: Pflege ich mein eigenes Kind, ist das der Gesellschaft weniger wert, als wenn ich ein Kind pflege, das ich nicht geboren habe.

    Darin spiegelt sich wohl auch die patriarchale Vorstellung, dass die Arbeit einer Mutter kostenlos zu sein hat.
    —Zitat Ende—
    Ergänzen möchte ich diesen Ihren auszugsweise durch mich noch einmal wiedergegebenen Beitrag nur noch mit der nächsten Wahrheit:
    Wo gibt es eine Garantie, dass ein Kind in einer Pflegefamilie auch adäquaat betreut wird? Und bitte jetzt komme mir niemand mit den vielen Kursangeboten, mit den vielen Supervisionen etc. etc. Auch das ist noch lange keine Garantie. Denn hinter die Kkulissen vermag auch der beste Supervisor nicht zu blicken. Das erzählen ihm/ihr bestenfalls solche Kinder nach vielen Jahren nämlich dann, wenn sie bereits erwachsen und geschädigt sind.

  • @Erwin Riess

    Wenn Sie die absolut ungeschminkte Wahrheit über die Sorgen, Nöte und Probleme von Müttern mit schwerstbehinderten Kindern kennen würden, wie erschüttert müssten Sie da erst sein.
    Frau Formayer’s Schilderung ist nur die Spitze des Eisberges.
    Unter dieser Spitze liegt so viel verborgen, wie Sie sich das vermutlich nicht einmal annähernd vorstellen können.

  • der text von frau formayer zählt zum erschütterndsten, was ich über österreichische sozialpolitik je gelesen habe. jedes wort eine abrechnung mit den schönrednern und wegsperr-aposteln. ich werde diesen text speichern, vervielfältigen und weiter verbreiten und ich ersuche alle, die ähnlich empfinden, es mir gleich zu tun. mit großem respekt!

  • Als alleinerziehende Mutter, die seit 21 Jahren ihren schwer körperbehinderten Sohn pflegt(Tetraspastik)möchte ich folgendes anmerken:
    Der Großteil der Pflegeleistungen zuhause wird noch immer von Frauen geleistet.
    Als Alleinerzieherin hat man das Problem, dass mit dem Pflegegeld allein die ständig steigenden Lebenshaltungskosten (Wohnen, Lebensmittel) mit dem Pflegegeld allein kaum zu bewältigen sind, da schon im Kindergarten und in der Schule 40% des Pflegegeldes einbehalten werden.
    Aufgrund der hohen Belastung mit der Pflege konnte ich nur halbtags arbeiten, um am Ende meines Arbeitsleben eine Mindestpension zu erhalten, da in diesem Fall die erbrachte Pflegeleistung nicht für die Bemessungsgrundlage der Pensionsberechnung dazugezählt wird.
    Als Alleinerzieherin habe ich also die Wahl zwischen Armut während der Pflege oder Armut im Alter.
    Unser Wohlfahrtsstaat unterstützt dagegen Eltern, die die Verantwortung für ihr behindertes Kind nicht übernehmen (können)und es nach der Geburt „in Pflege“ geben.
    In diesem Fall bekommt eine Pflegemutter dafür bezahlt, samt der Sozialleistungen eines Angestelltenverhältnisses (zumindest in der Steiermark.
    Fazit: Pflege ich mein eigenes Kind, ist das der Gesellschaft weniger wert, als wenn ich ein Kind pflege, das ich nicht geboren habe.
    Darin spiegelt sich wohl auch die patriarchale Vorstellung, dass die Arbeit einer Mutter kostenlos zu sein hat.

  • Was heißt hier 25% man hat vergessen, dass die seit 2011 geltende Voraussetzungen zur Erlangung des Pflegegeldes extrem verschärft wurde.
    Die Betroffenen bekommen nun den selben Betrag für 60Stunden Pflegebedarf als für die 50h die vorher gefordert waren. man bekommt also jetzt ca. 2,50 € pro Stunde, vorherwaren es ca. 3,00€ also gibt es erschwerten Zugang und nochmals eine Schlechterstellung. Wer außer Angehörige, Freunde und Kinder soll für den Betrag die Arbeit leisten?
    Unser Minister spricht immer von Sachleistungen, wer soll dies bezahlen? Die Kosten würden explodieren und wer soll dann auch noch die Leistungen erbringen bei dem Pflegermangel? 30€ pro Stunde ist dafür einzuplanen.
    Pflegeheime gut und schön, für den der sie braucht, aber dies ist nur ein sehr kleiner Prozentsatz und bei Heimkosten von 3000€ pro Tag ohne Pflegeleistun für keinen Staat der Welt finanzierbar.
    also Anpassung des Pflegegeldes jährlich.
    Der Staat muss froh sein,dass die Betroffenen sich das selbst regeln, mit Sachleistungen käme es zu einer Vervielfachung der Kosten

  • Die Hörigkeit der Politik auf die Einflüsterungen der Segregations- und Exklusionsprofiteure hat ihre SachleistungsZwangsvorstellungen inzwischen chronisch werden lassen. Die damit Angesteckten sind ihrer Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung uneinsichtig und in ihrer Realitäts-Resistenz gefangen.
    Obwohl sich laut allen Umfragen 80-90 Prozent für Pflegeunterstützungen daheim statt in sog. „Heimen“ aussprechen, werden durch die massiven jährlichen Pflegegeld-Reduktionen massenweise unterstützungsbedürftige Menschen menschenrechtswidrig in solchen (Neusprech: „Pflegewohnhäuser“) zu leben gezwungen.
    Die durch Nichtvalorisierung unterschlagenen 25 Prozent des Pflegegeldes betragen inzwischen jährlich über 600 Millionen Euro zuzüglich der jeweiligen Jahresinflation von ca. 50-80 Millionen Euro. Es wird durch die undemokratisch fehlgeleitete Politik nicht nur die Jahresinflation sondern jedes Jahr auch die Kumulation von inzwischen 16 Nullrunden vorenthalten.
    Weitere jährliche Anschläge auf die Pflegebedürftigen und ihre pflegenden Angehörigen werden vorsätzlich verübt.