Freak-Radio Sendung zu Missbrauch und Gewalt an behinderten Menschen

Betroffener berichtet: Schläge auf die Finger und im Winter bei Minustemperaturen ohne Jacke in den Hof gestellt.

Freak-Radio
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„Jüngst häufen sich auch Berichte über Übergriffe an behinderten Menschen. Auch Freak-Radio deckt neue Missbräuche und Gewalttätigkeiten in österreichischen Heimen auf“, heißt es in der Einleitung des Freak-Online Berichts.

Univ.-Prof. Dr. Rotraud Perner spricht in der von Gerhard Wagner (Freak-Radio) produzierten Sendung über „Strukturen, die solche Gewalt fördern und zulassen“. Perner zeigt in der Sendung auf: „Geschlossene Systeme haben die Macht, dass all das, was im System passiert, im System verborgen bleibt“. Daher „sei ein Heilmittel Transparenz“, stellt sie fest.

Gewalterfahrungen

Franz Hoffmann, der eine Lernbehinderung hat, berichtet in der Sendung: Wenn behinderte Werkstättenbesucher auf einen anderen Tisch gegriffen haben, haben sie „Schläge auf die Finger bekommen“. Noch schlimmer: Menschen, die geschrieen haben, wurden im Winter bei Minustemperaturen ohne Jacke bis zu einer halben Stunde in den Hof gestellt, ist auf Freak-Online weiters zu hören.

Ein damals in der Einrichtung beschäftigter Mitarbeiter, Andreas Leber, bestätigt in der Sendung die Vorwürfe und berichtet, dass er gemoppt und schließlich gekündigt wurde, weil er diese Handlungen aufzeigte.

Die Sendung zum Nachhören in auf Freak-Online verfügbar.

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0 Kommentare

  • das glaub ich nicht den gerade die SPÖ betreibt die diskrimminierung und ausgrenzungen von behinderten bis zum exess von der spitze ganz oben sogar der hr. bundespräsident mischt fleißig mit bei den ausgrenzungen so schauts aus traurig traurig made in austria

  • Also in „anerkannten und qualitativ hochwertige Einrichtungen“, so wie scheinbar eh alle Heime in Wien kann doch DAS niemals passiert sein:

    Mehrere gebrochene Knochen, zahlreiche Hämatome sowie eine niemals geklärte, aber lebensgefährliche Nierenblutung. Auch der Verdacht des sexuellen Missbrauchs steht im Raum. Zuletzt landete er am 27. März mit einer Rippenprellung im Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus, wo die Ärzte zwei bisher nicht entdeckte Rippenbrüche diagnostizierten. Die Eltern des in einer betreuten Wohngemeinschaft lebenden Mannes befürchten, dass ihr Sohn jahrelang Opfer von Übergriffen war.

    Bei uns in unserer zivilisierten Gesellschaft doch nicht!! Außerdem gibt es keinen Einzeltäter, also wenn es so jemand gäbe, dann würde es sehr wohl Konsequenzen geben, oder?? siehe: http://bit.ly/cLOZWs

  • @meia. Das Zitat haben schon viele Entscheidungsträger von sich gegeben. Klingt an sich in jedem Statement gut und verleiht einen sozialen Touch. Bei vielen wird es aber vor allem zur leeren Worthülse. Unseren BK Faymann würde ich definitiv zu dieser Gruppe zählen. Wenn man tatsächlich für den Schutz der Schwächsten eintreten würd, dann gebe es massive Aufklärung und ein aktives Zugehen auf potentiell betroffene Menschen mit Behinderung. Das sehe ich nicht. Jetzt tut man halt ein wenig bedauern, Kommissionen und Opferbeauftragte einsetzen. So weit so gut. Wo bleibt aber der Schadenersatz, das Geld für Therapie etc., Strukturveränderungen in den Heimen etc.?

    Abgeschlossene Institutionen mit starkem Machtgefälle und Menschen, die sich diese Lebenssituation nicht gerade immer ausgesucht haben, sind der Humus für Übergriffe. Eine wirkliche Diskussion und Konsequenzen will man gleich gar nicht, nicht in der Kirche als Institution und nicht in der Behindertenpolitik. Deshalb wird es auch weiterhin Missbrauch geben. Leider.
    Die Reaktionen darauf müssten ganz andere sein, wenn man die Opfer wirklich wertschätzen würde: http://www.heise.de/tp/blogs/6/147410

  • Ein Spruch von BK Werner Faymann: Eine Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Tja, da können wir uns alle an der Nase nehmen.

  • Als Realistin kann ich leider Deine Hoffnung nicht teilen, wenn Du ausführst: hoffe dies gehört der Vergangenheit an! Eigentlich traurig, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich an den Schwächsten der Gesellschaft „vergreifen“. Das liegt nämlich leider in der Natur des Menschen, weil es leichter ist, sich an Schwächeren zu vergreifen, als seine Kräfte mit denen aus der eigenen Rangordnung zu messen, denn da müsste Mensch mitunter leider auch Niederlagen einstecken.

  • Totale Institutionen / Einrichtungen begünstigen Gewalt – ein Befund, der spätestens seit den 70er Jahren mehrfach wissenschaftlicht belegt ist – Erving Goffmann belegte dies in seinem Standardwerk Asyle bereits 1972 und wurde sicher hundertfach bestätigt.
    Damit war es nur eine Frage der Zeit, bis im Sog anderer Aufdeckungsbemühungen neben dem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen auch die Gewaltanwendung in Heimen für behinderte Menschen (wieder) in der Öffentlichkeit problematisiert werden kann. Die Psychiatrien und deren Umstände konnten in Österreich nur dank der Justizreform (und des UbG) bereits früher besprochen und die Zustände zumindest verbessert werden. Geschlossene System – und das sind Heime (auch Altersheime!) – müssen entsprechend verbessert werden, sonst bleibt immer (strukturelle) Gewalt.

  • Bei den aktuellen Missbrauchs- und Misshandlungsfällen geht es immer noch um die Spitze eines Eisbergs. Das ist irgendwie alles noch beschreibbar, es gibt manchmal Zeugen, die sich vielleicht zu reden getrauen, die Gequälten können sich noch äußern. Unheimliche Abgründe des Dunkels tun sich aber auf, wenn diese Kriterien nicht (mehr) zutreffen.

    Ich spreche von physischer und psychischer Folter durch Vernachlässigung und Unterlassung an Menschen, die über keine Möglichkeit verfügen, sich mitzuteilen und deren Schädigungen an Psyche und Gesundheit bis hin zum gewaltsamen Tod in unserem Land absolut niemand interessieren, nicht einmal die so genannte „Justiz“.

    Viele dieser Zustände sind nicht nur auf Unvermögen und Grausamkeiten einzelner Personen zurück zu führen, sondern sind eugenischen und ökonomistischen Ursprungs der gesamten Gesellschaft und des Staatswesens, haben also systemische Ursachen, dessen Opfer auch die Täter wurden.

    Für die wahren Verursacher durch Ignoranz und Vorsatz lasse ich keine Unschuldsvermutung gelten! Da in unserem Rechtssystem – das auf ein würde-loses und grund-recht-loses Verfassungsprovisorium aufgebaut ist – für diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein „blinder Fleck“ besteht, werfe ich somit auch niemandem namentlich eine strafbare Handlung vor und könnte somit gegen mögliche Verleumdungsvorwürfe immun sein.

  • Unfassbar – Man konnte solche Zustände nur aus Psychiatrischen geschlossenen Anstalten erfahren – jedoch in Heimen mit behinderten Menschen ? Auch in sogenannten „Alten – oder Senioreneinheimen“ soll es solche Zustände gegeben haben – hoffe dies gehört der Vergangenheit an! Eigentlich traurig, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich an den Schwächsten der Gesellschaft „vergreifen“.