Fußballländerspiel: Färöer – Österreich nur mit Radiokommentar

Die österreichische Nationalmannschaft hat am 11. Oktober 2008 gegen die Färöer-Inseln nur ein Unentschieden erreicht. Das Spiel endete 1:1 und wurde wegen Übertragungsproblemen ohne Fernsehbilder gesendet.

Standbild der ORF-Fernsehübertragung Österreich Färöer
Eric Eggert

Daniel Miskulnig kritisierte am 30. September 2008, dass die ORF-Fußballübertragungen für blinde Menschen wie ihn kaum etwas an Informationen bringen: „In Österreich dagegen kann das Spiel lediglich im TV verfolgt werden. Bei der genannten Partie mag das nicht wirklich dramatisch sein. Wesentlich schlimmer empfand ich es bei der Partie gegen Frankreich, als Österreich sensationell gewann und ich als Blinder mich fürchterlich darüber ärgerte, dass mir im TV durch das sekundenlange Schweigen des Reporters viel Information entging und im Radio keine nennenswerte Übertragung geboten wurde.“

Radioübertragungen bietet der ORF keine mehr an und Miskulnig fühlt sich dadurch diskriminiert.

ORF musste Radioübertragung organisieren

Doch dann passierte etwas Unvorhergesehenes. Der ORF bekam von den Färöer-Inseln keine Fernsehbilder und brachte ein Standbild mit dem Text: „Aus Versagen des internationalen Vertragspartners erhält der ORF keine Satellitenbilder aus Torshaven von diesem Spiel. Den ORF trifft keine Schuld, wir ersuchen Sie um Verständnis und bitten dennoch um Entschuldigung. Wir informieren Sie jetzt in Form einer Übertragung unseres Kommentators vor Ort.“ (Danke an Eric Eggert für das Bild)

Um den Zuseherinnen und Zusehern dennoch einen Eindruck vom Spiel zu vermitteln, wurde es wie bei einer Radioübertragung kommentiert. Dies dürfte gut geklappt haben. Anhand dieser „Reportage konnte man erkennen, dass wir dauernd drängen“ meinte etwa Herbert Prohaska, Analyst für den ORF im Studio.

ORF: „Entschuldigung“

Der ORF entschuldigte sich mehrfach für „eine nicht adäquate Übertragung“. Die lag am Vertragspartner, der „schlicht und einfach versagt hat“, so der ORF-Kommentator.

Interessant ist die Sache insoweit, weil der ORF damit den Beweis erbracht hat, dass er sehr wohl in der Lage ist, ein Fußballspiel adäquat zu übertragen und zu kommentieren. Hoffentlich bleibt dies auch bei den zukünftigen Übertragungen so, wird sich nicht nur Daniel Miskulnig denken.

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0 Kommentare

  • Der ORF bleibt der ORF, das wird sich nicht bessern. Außer den zu vielen ORF-Beamten braucht niemand den ORF.

  • …und hier hatte der ORF das Bild her: http://fussballblog.espace.ch/unsere_helden/tv-praesenz.html

  • Wenngleich Thomas König gestern eindrucksvoll bewiesen hat, dass er beim Fernsehen besser aufgehoben ist, als beim Radio. Ein WIRKLICH guter Radiokommentar hört sich anders an! Schade, wo doch Ausgerechnet König seit neuestem von Radio Vorarlberg für das dortige Sportmagazin als Kommentator eingesetzt wird. Er hätte gut daran getan den Kollegen von Radio 5Tarp aus Färöer zuzuhören. Habe es gestern getan, und dabei wesentlich mehr Spaß gehabt, als mit der ORF Übertragung. Edi Finger Senior hätte das, wenn er noch leben würde, um Ecken besser hinbekommen! Der Schlichtungsantrag ist mittlerweile übrigens eingereicht. Bin ja schon gespannt was da rauskommt!

  • @Lukas: Danke wegen der Ergänzung zur Untertitelung.

  • Das ist verdammt gut! Wenigstens ein positiver Nebeneffekt aus der außergewöhnlichen Situation, um den ORF dazu zu zwingen um ein Beweis zu erbringen dass ein Radiokommentar sehr wohl möglich ist. Man muss es nur wollen! Übrigens, was in diesem Artikel nicht erwähnt wird: es wurde durchgängig laufend wie gewohnt untertitelt.