49. Woche 2025 – Bushaltestelle in Kuala Lumpur mit taktiler Türfindung
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …
Ursprünglich eine Modifikation aus Bastlerkreisen, gibt es mittlerweile etliche Unternehmen die Segways für den Betrieb im Sitzen umrüsten und ihr Produkt auch Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, anbieten.
Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe: Die Technik, die Motivation und das rechtliche Umfeld.
Ein im Sitzen betriebener Segway ist für Rollstuhlfahrer beiderlei Geschlechts verführerisch: Optisch ansprechend und die Leistungsdaten lassen sich durch Praxistests belegen. Aber was steckt dahinter?
Die in Elektrorollstühlen verwendete Technologie ist in diesem Artikel ausführlich beschrieben. Ein Segway hingegen verwendet moderne, leistungsfähigere Technologie (z.B.: Lithiumbatterien, bürstenlose Motoren und eine Spannung von 72 Volt.). Mehrere Gyroskope halten den Segway aufrecht und im Gleichgewicht. Aufgrund der Tatsache, dass der Segway nur eine Achse hat, benötigt er weniger Energie zum Drehen und kann sogar auf der Stelle wenden.
Preislich ist ein im Sitzen betriebener Segway mit circa 6.000,– bis 14.000,– (nur Umbau bzw. Segway mit Umbau) im Bereich von Elektrorollstühlen angesiedelt, die Dimensionen von circa 65 cm x 65 cm x 65 cm (Höhe, Breite, Länge) und das Gewicht von 60 kg sind ungleich vorteilhafter.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es einen Segway-Nachbau mit Sitzsteuerung um weniger als 4.000,– gibt, allerdings sind die technischen Daten (Bleibatterien mit einer Spannung von 24 Volt) so, dass sich eine Diskussion erübrigt.
Einige Unternehmen (der Autor erlaubt sich – ohne Wertung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit – eine namentliche Aufzählung, da manche Anbieter schwer zu finden sind und auf die unterschiedlichen Lösungsansätze hinweisen werden soll) wie „Genny Mobility“ mit dem Produkt „Genny“, die „frankie GmbH“ in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verein „behindert-barrierefrei e.V.“ die Produkte „Apache“ und „Sitting Bull“, die „Freee Mobility GmbH“ mit dem Produkt „Freee F2“, die „med-i-tec Service GmbH“ mit dem Produkt „MobilityCube„, die Firma „AddMovement“ mit dem Produkt „AddSeat“ und die Firma „SegSolutions, LLC“ aus den USA mit dem Produkt „Freedom GlidR“ bieten im Sitzen betriebene Segways an.
Für die sichere Inbetriebnahme dieser Produkte ist eine körperliche und geistige Eignung Voraussetzung. Da Lenkvorgänge mit dem Oberkörper ausgeführt werden, ist eine gewisse Rumpfstabilität erforderlich, ebenso wie eine gewisse Handkraft für Transferbewegungen und für das Greifen der Lenkstange.
Da die genannten Hersteller ihre Produkte sehr schnell weiterentwickeln, wird auf eine genaue Aufzählung der jeweiligen Produkteigenschaften verzichtet. Sinnvoller ist ein Fragenkatalog, durch den die Produktunterschiede offensichtlich werden:
Zusätzlich zu diesem Fragenkatalog ist eine ausführliche Probefahrt – wenn möglich, im zukünftigen Einsatzgebiet – sinnvoll.
Auch wenn in Verkaufsunterlagen der Hersteller Begriffe wie „Segway-Rollstuhl“ vorkommen, ist ein Sitz-Segway kein Rollstuhl (Krankenfahrstuhl). Die Regelungen sind in fast allen EU-Ländern unterschiedlich: In Österreich gilt ein (Sitz-)Segway gemäß österreichischer Straßenverkehrsordnung (StVO) als Elektrofahrrad, das auf dem Radweg bzw. auf der Fahrbahn fahren muss. Eine Benützung des Gehsteigs ist nicht erlaubt! Details gibt es vom ÖAMTC hier.
Somit unterscheidet sich ein Sitz-Segway ganz erheblich von einem (Elektro-)Rollstuhl (Krankenfahrstuhl) oder einem Elektroscooter die beide in Österreich verkehrsrechtlich als Fußgänger gelten.
Ob ein Sitz-Segway eine sinnvolle Rollstuhlalternative oder eine sinnvolle Rollstuhlergänzung darstellt, muss daher im Einzelfall entschieden werden.
Kommentare und Anregungen sind immer willkommen.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …