Gedenken an die Opfer der NS Euthanasie

Die Zahl der Opfer aus der Steiermark betrug rund 1.500, von denen bisher 1.177 namentlich erfasst sind.

Gedenkstätte in Graz
Die Steirische Behindertenhilfe

Es war kein „schöner Tod“, wie der Begriff Euthanasie vermitteln könnte: Qualvolles Sterben in der Gaskammer, tödliche Injektionen und Medikamente, mörderische Elektroschocks oder langsames Verhungern – und Verdurstenlassen, oft verbunden mit schmerzhaften medizinischen Experimenten vor dem Tod, Menschen mit Behinderung wurden in der NS Zeit beinahe ausgerottet.

Und alles wurde „bürokratisch korrekt“ abgewickelt: Zwischen der Planung der sg. „Aktion T4“ (benannt nach der Berliner Zentrale in der Tiergartenstraße 4), im Jahr 1939 und dem offiziellen Stopp am 24. August 1941 waren insgesamt 70.273 Menschen in den sechs „Euthanasie – Anstalten des Dritten Reichs“ vergast worden.

Die Zahl der Opfer aus der Steiermark betrug rund 1.500, von denen bisher 1.177 namentlich erfasst sind. Ab diesem Zeitpunkt mussten in der Steiermark in der ab Jänner 1941 eingerichteten „Siechenabteilung“ noch viele Menschen sterben, an Infektionen, an Unterversorgung.

Gedenkstätte in Graz

Vor zehn Jahren hat unser Dachverband die ersten Initiativen gesetzt. Am Samstag wurde eine Gedenkstätte an die Ermordeten Menschen mit Behinderung in der Steiermark am Menschenrechtsweg im Grazer Leechwald eingeweiht. Der Lebenshilfe Steiermark wurde anlässlich ihres 50 – Jahrjubiläums im vergangenen Jahr der Wunsch nach einem Mahnmal erfüllt. Die Landes- und Stadtpolitik unterstützten das Anliegen.

Das Mahnmal wurde vom Grazer Künstler Siegfried Faschingbauer entwickelt.

Es wird ein Mahnmal dafür sein, dass wir uns in unserer Gesellschaft immer und aktiv um Rahmenbedingungen bemühen müssen, die auch allen Menschen mit Behinderung eine aktive Teilhabe am Leben ermöglichen. Es darf keine Unterscheidung der Menschen- und Bürgerrechte mehr geben. Das bedeutet Sicherung von Chancen: „Recht statt Gnade“, „Gewährleisten statt Gewähren.

Heute sind in Zeiten von Budgetkürzungen gerade die Leistungen für Menschen mit Behinderung als erste wieder gefährdet.

Der Dachverband Die Steirische Behindertenhilfe fordert die Solidarität der Gesellschaft für Menschen mit Behinderung ein.

Im Siebtreichsten Land der Welt in einer Zeit boomender Wirtschaftstätigkeit und Vollbeschäftigung muss es möglich bleiben, dass die 120.000 Steirerinnen und Steirer mit Behinderung ohne Zukunftsangst ihr Leben planen können.

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  • Die bürokratische Korrektheit hat Tradition! Sie dient auch heute noch vielen, begangenes Verbrechen „schönzureden“ und „schönzufärben!“ Deshalb: Man hüte sich vor übertriebener und pingeligst geführter Bürokratie; nicht selten verbirgt sich dahinter unvorstellbar Grausames.