Gehörlos telefonieren – Erstes RelayService für gehörlose Menschen in Österreich

Wie können gehörlose Menschen telefonieren? Sie benutzen Vermittlungsdienste.

RelayService des ServiceCenter ÖGS.barrierefrei
ServiceCenter ÖGS.barri

Unmittelbar vor dem Welttag der Telekommunikation startet am 14. Mai 2012 mit dem RelayService des ServiceCenter ÖGS.barrierefrei der erste Telefonvermittlungsdienst für rund 10.000 gehörlose Menschen in Österreich.

Das Internet und SMS bieten neue Möglichkeiten der Kommunikation für gehörlose Menschen. Jedoch keine Echtzeitkommunikation wie beim Telefonieren. Der Telefonvermittlungsdienst setzt an dieser Stelle an und die Kommunikationsbarriere wird mit der Unterstützung von gebärdensprachkompetenten Fachkräften beseitigt.

„Das neue RelayService ermöglicht gehörlosen und schwerhörigen Menschen kurze Telefonate mit hörenden Menschen abzuwickeln“, erklärt Mag.a Helene Jarmer, Geschäftsführerin des ServiceCenter ÖGS.barrierefrei. „Das Service kann für private und berufliche Angelegenheiten genutzt werden. Im Ernstfall können auch Notrufe getätigt werden.“

Live-Dolmetschung am Telefon

KlientInnen können mit dem RelayService per Video-Chat, SMS, E-Mail oder Fax Kontakt aufnehmen. Auch der Besuch in den Räumlichkeiten des RelayService im 10. Wiener Gemeindebezirk ist möglich. Beim RelayService nehmen gebärdensprachkompetente MitarbeiterInnen die Anfrage entgegen und rufen bei dem/r gewünschten hörenden GesprächspartnerIn an. Das Gespräch zwischen der gehörlosen und der hörenden Person wird live gedolmetscht.

Rasche Kommunikation, schnelle Information

Das RelayService ist vor allem für kurze Gespräche geeignet: z.B. um schnell Rücksprache zu halten, Anfragen zu stellen, sowie Termine zu vereinbaren oder kurzfristig abzusagen.

Die Kommunikation über das RelayService läuft ohne zeitliche Verzögerung ab. Die GesprächspartnerInnen erhalten umgehend Antwort und können sofort reagieren. „Kurze Gespräche, für die GebärdensprachdolmetscherInnen bestellt werden müssten, können nun über das RelayService abgewickelt werden. So fallen weder Weg- noch Wartezeiten an – eine große Kostenersparnis!“, so Mag.a Jarmer über die Vorzüge des neuen Telefonvermittlungsdienstes.

Die Nutzung des RelayService ist kostenfrei, es fallen lediglich die üblichen Telefon-, SMS- oder Internetkosten an. Ausschließlich österreichische Handy- und Festnetznummern können angewählt werden.

UN Konvention & Telefonvermittlungsdienste

Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen behandelt den Punkt Zugänglichkeit und Barrierefreiheit. Mit der Unterzeichnung der Konvention im Jahr 2008 verpflichtete sich Österreich, Maßnahmen zur vollen und gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen zu ergreifen. Dies schließt auch den gleichberechtigten Zugang zu Kommunikations- und Informationsdiensten mit ein.

„Telefonvermittlungsdienste werden in vielen Ländern, wie den USA oder Deutschland, bereits erfolgreich durchgeführt. Ab sofort gibt es dieses Service auch in Österreich“, freut sich Mag.a Jarmer. „Der Start des neuen RelayService ist ein wichtiger Schritt in Richtung barrierefreie Kommunikation und Chancengleichheit für gehörlose Menschen!“

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0 Kommentare

  • Für die Postings unten kann ich nicht sprechen aber seit mehr als 10 Jahren profitiert nur 1 Person an dem Vakuum bei den Gehörlosen. Sie tut so als wären alle neu gegründeten Vereine, Projekte, Medien-Auftritte, die sie im Übrigen alle selbst insziniert und leitet, zum Wohl der Gehörlosen. Mir kommt das diktatorisch und einseitig vor, ein Misstrauen gegen die Jarmer-Vereine ist daher sehr sinnvoll.

  • An @anonym · 16. Mai 2012 09:02 Uhr

    wer sind „diese Leute“, die Sie nicht vertrauen können? Der ÖGLB?

  • Immerhin ist der erste Schritt ein Erfolg! Zu dem Poster unten: Helene tut wenigstens was für die Community. Wer es besser kann, soll selbst Projekte initiieren und etwas gutes tun für die Gehörlosen. Mehr tun als reden/gebärden ist angesagt!

  • Zitat: „Das Gespräch zwischen der gehörlosen und der hörenden Person wird live gedolmetscht.“
    !!!!! Achtung alle Gehörlose: es gibt keine echte Dolmetscher bei Relayservice und auch kein Schweigepflicht!!!!

  • zum posting davor, ich bin genau in der selben meinung! das wieder die frau jarmer alles unter ihren obhut nehmen muss ist unmöglich – es gab etliche angebotsvorschläge mit verschiedene organisationen usw. – alles war für sie unpassend und sie muss immer alles im alleingang auf die beine stellen – sehr traurig, jedoch für diese karrieregeile person ein vorteil! weiteres vertraue ich diesen leuten gar nicht, das die vertrauliche gesprächsinformationen vertraulich behandelt wird. echt schade, das alles in gaaaanz falsche hände gekommen ist!

  • Die barrierefreie Kommunikation von gehörlosen via Relay ist seit Jahren ein gefordertes Anliegen der Betroffenen. Umso trauriger ist es, dass die jetzige Umsetzung recht unprofessionell daher kommt:
    Es werden einfach 2 Leute abbestellt, die ein bissi gebärden können. Das ist eine traurige Umsetzung eines einst so hoffnungsvollen Projektes.
    Weder die eingesetzten AssistentInnen noch die Organisation selbst verfügen über hinreichend Kenntnisse von Translationsprozessen. Und wer garantiert die Verschwiegenheit? Leider ist das Relayservice in gaaanz falsche Hände gekommen!!!!