Gemeinsam Ferien erleben und gestalten!

Caritas reagiert auf mangelndes Angebot: Inklusive Ferienbetreuung und Ferienassistenz für Kinder mit und ohne Behinderung

Segelboot
Ossinger, Lukas

Für viele Familien ist der Beginn der Sommerferien ein Grund zur Freude. Doch eine Vielzahl berufstätiger Eltern kann dem Sommer nicht ungetrübt entgegensehen.

Ein Mangel an Ferienbetreuungsplätzen und hohe Kosten sind vor allem für Eltern von Kindern mit Behinderung eine große Herausforderung, denn öffentliche Ferienangebote bieten selten entsprechende Plätze für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Auch die Diakonie hat unlängst auf eine Betreuungslücke in den Sommerferien hingewiesen. Die Caritas sieht hier dringenden Handlungsbedarf.

Aus diesem Grund hat die Kinder- und Jugendeinrichtung der Caritas der Erzdiözese Wien im Sommer 2011 erstmalig ein inklusives Ferienbetreuungsangebot für Kinder mit und ohne Behinderung ins Leben gerufen. „Gemeinsam Ferien erleben und gestalten“ lautet das Motto für die Tagesbetreuung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 12 Jahren, die im Vorjahr zwei Wochen lang angeboten wurde.

Prinzip der Inklusion

Nach dem Prinzip der Inklusion ist dabei wesentlich, kein abgeschlossenes sonderpädagogisches Programm anzubieten, sondern bewusst ein Angebot zu schaffen, das ein Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung ermöglicht. Dafür bietet die Caritas die notwendigen Unterstützungen an, die Kindern mit Behinderung eine Teilnahme benötigen.

Für Eltern, die sich Ferienbetreuung für ihr Kind finanziell nicht leisten können, wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Gemeinsam mit zwei Kooperationspartnern, dem Verein der Wiener Kindergruppen bzw. der Kindergruppe „Gatschhüpfer“ bietet die Kinder- und Jugendeinrichtung die inklusiven Ferienwochen heuer insgesamt vier Wochen an. Und die Nachfrage macht deutlich: Der Bedarf an einem solchen Angebot ist groß.

Die Erfahrungen aus dem Vorjahr zeigen:

Alle Beteiligten, ob Kinder oder BetreuerInnen, haben sehr viel Freude. Und: Die Kinder differenzieren kaum in behindert und nicht behindert, sondern in mag ich oder mag ich nicht. Kinder haben oft einen unbefangeneren Zugang.

Im Rahmen der Ferienbetreuung wird darauf Wert gelegt, die Kinder im Miteinander beim Abbauen von Barrieren zu begleiten und ihnen mögliche Unterschiede verständlich zu machen und Erklärungen anzubieten. Die Kinder können dadurch voneinander lernen und spielerisch Grenzen abbauen. Das Prinzip der inklusiven Ferienwochen: Jede und jeder Einzelne wird in ihrer bzw. seiner Individualität wahrgenommen, anerkannt und unterstützt. „Die Freude am gemeinsamen Erleben steht im Mittelpunkt.

Auf den ersten Blick ist nicht ersichtlich, welches Kind eine Behinderung hat und welches nicht, sondern es ist ein quirliger, bunter Haufen Kinder mit unterschiedlichen Begabungen, die gemeinsam ihre Ferien genießen,“ schildert Johannes Schober, der Leiter der Caritas Kinder- und Jugendeinrichtung seine Eindrücke. „Inklusion bedeutet, dass auf die Bedürfnisse aller Rücksicht genommen wird, egal wie unterschiedlich diese sind. Die Caritas setzt sich dafür ein, dass jeder Mensch gleich wertvoll für die Gesellschaft ist, unabhängig davon, wie viel Unterstützung er oder sie benötigt,“ so Schober weiter.

Die Ferienwochen starten heuer mit der „Kunst & Kreativ Woche“, bei der sich alles um das Gestalten mit Farben und Formen dreht. Derzeit sind 15 Kinder, davon vier mit Behinderung, „Am Himmel“ unterwegs und experimentieren draußen wie drinnen mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen, Formen und Farben. Unter pädagogischer und künstlerischer Anleitung werden gemeinsam T-Shirts bedruckt, die Straße bemalt, Graffitis gesprüht und ein „richtiges“ Kunst-Atelier besucht.

Im Sinne der Inklusion bietet die Caritas in diesem Jahr gemeinsam mit drei Kooperationspartnern (Kunsthistorisches Museum, Sammlung Essl, Segelclub-AMS) auch Ferienassistenz für Kinder mit Behinderung. Die zugrunde liegende Idee ist es, etablierte Ferienangebote zu nutzen, die bislang für Kinder mit sonderpädagogischem Betreuungsbedarf nicht offen standen und durch pädagogische Unterstützung eine Teilnahme zu ermöglichen.

So können etwa erstmals Kinder und Jugendliche mit Behinderung mit Assistenz von freiwilligen MitarbeiterInnen bei einer Jugendsegelwoche des Wiener Segelclub AMS in den Segelsport hineinschnuppern. Besonders hervorzuheben ist dabei die hohe Bereitschaft der Kooperationspartner, sich auf das Thema Inklusion einzulassen. Inklusion bedeutet „Leben wie andere auch“ – trotz Behinderung, weil es ein Recht jedes Menschen ist, dabei zu sein. Diesen Grundsatz setzt die Caritas in der täglichen Arbeit um und wird solche Angebote weiterhin ausbauen.

Information zu Erlebniswochen und Ferienassistenz: Martin Rieder martin.rieder@caritas-wien.at, Tel.: 01/3697680-70

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