4. Woche 2026 – Behindertenparkplatz in Halbkreisform
Dieser Behindertenparkplatz beim Hotel Stoiser in Bad Loipersdorf in der Steiermark ist wahrlich kurios. Einerseits steht dort eine „Parken verboten“- …
Erziehungswissenschaftler Georg Feuser hält im Standard-Interview vom 27. Februar 2017 ein flammendes Plädoyer für schulische Inklusion und gegen Aussonderung.
Weil Bildungssysteme eine Schlüsselfunktion für die ersten zwei Jahrzehnte menschlicher Entwicklung haben, sind Kindergärten und das Schulsystem besonders gefordert, sich für Menschen mit Behinderungen zu öffnen, sagt der deutsche Erziehungswissenschaftler Georg Feuser im Standard-Interview.
Die Trennung von behinderten und nicht behinderten Menschen würde dem demokratischen System widersprechen, so der Erziehungswissenschaftler.
Er selbst führte in den 80er Jahren Integrationsversuche mit Kindern mit schweren Behinderungen durch und machte positive Erfahrungen. Damals wurde niemand ausgeschlossen, führt er aus und betont: „Ich habe zum Teil heute noch Kontakt mit diesen Schülern, und wir konnten feststellen, dass der Lernzuwachs aller jede meiner positiven Erwartungen übertroffen hat.“
Der Erziehungswissenschaftler ist überzeugt, dass alle Beteiligten von Inklusion profitieren. So käme Kindern vor allem die entstehende Sozialdynamik zugute. Nicht behinderten Schülerinnen und Schülern würde durch den Ausschluss von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen eine wichtige Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung genommen, meint Feuser. „So wie das System jetzt in seiner Selektivität läuft, vernichten wir Potenziale“, hebt er hervor.
Das ist laut Feuser der Grund, warum Inklusion im deutschsprachigen Raum noch immer nicht funktioniert.
Er führt aus: „Eine zentrale Erklärung, die mir bei einem Besuch in Norwegen wieder aufgefallen ist, ist, dass wir in Deutschland und Österreich doch noch sehr stark ein rassistisch-faschistisches Denken in unseren Köpfen haben, dass eben ein Mensch als solcher in sich und aus sich heraus defekt sei. Wir haben diese Menschen im Hitler-Faschismus systematisch ermordet.“
Damit zusammen wirkt die Tatsache, dass wir in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem leben, das den Wert eines Menschen nach seiner Nützlichkeit für die Gesellschaft misst.
Die Frage, ob Sonderschulen abzuschaffen sind, beantwortet Feuser mit einem deutlichen Ja. Für ihn hat Inklusion keine Grenze. „Nein, diese Grenze gibt es nicht. Die gibt es nur im System, das nicht bereit ist, sich dem zu öffnen und die dazu erforderlichen Qualifikationen anzueignen bzw. in der Lehrerausbildung auch anzubieten.“
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieser Behindertenparkplatz beim Hotel Stoiser in Bad Loipersdorf in der Steiermark ist wahrlich kurios. Einerseits steht dort eine „Parken verboten“- …