Gerichtsverfahren gegen behinderten Flüchtling

Was ein 30 jähriger Flüchtling im Rollstuhl bisher erlebte und welche Schlüsse er daraus zieht.

Stacheldrahtzaun
Christian Spies

Als Flüchtling, der eine Grenze überschreitet, wird man in Ungarn mit einem Justizverfahren bedroht, was international heftig kritisiert wird – siehe beispielsweise Artikel „Sonderjustiz gegen Flüchtlinge“ im Spiegel. Viele sehen darin die Verletzung von Völkerrechtsverträgen wie beispielsweise der Genfer Flüchtlingskonvention. Doch was bedeutet dies konkret für den Einzelnen?

„Ein Mann will nach Europa. Er erreicht die Grenze, muss nur noch rüber. Aber die Grenze ist zu, und der Mann sitzt im Rollstuhl. Er kommt nicht nach Europa, da kommt Europa zu ihm. Nun stand der Mann vor Gericht“, so beginnt der Bericht „Im Rollstuhl nach Europa“ von Stephan Löwenstein, der am 2. Juli 2016 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist. 

Flüchtling: Jetzt bin ich total desillusioniert

Dieser sehr lesenswerte Bericht ist voll von skurrilen Details, die im Rahmen so eines Gerichtsverfahrens von der ungarischen Justiz gegen den rund 30jährigen Rollstuhlfahrer (im Bericht „Gazi“ genannt) vorgebracht werden. (Bekanntlich flüchten auch viele behinderte Menschen).

Im Tumult bei Röszke stürzte er auf den Boden. Das war seine Beteiligung am Aufruhr. Dann zogen ihn ungarische Polizisten aus der Menge, die über ihn zu trampeln drohte. Das war sein illegaler Grenzübertritt.

Auch wenn noch unklar ist, wie das Verfahren ausgeht. Erschreckend, welches Ziel der Rollstuhlfahrer schlussendlich nur mehr hat: „Ich wollte ursprünglich in Sicherheit kommen, aber jetzt bin ich total desillusioniert. Ich will nur zurück.“

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