Gewalt an Menschen mit Behinderungen: Studie in Leichter Lesen Version veröffentlicht

Menschen mit Behinderungen sind deutlich häufiger von Gewalt betroffen als Menschen ohne Behinderungen, so die Daten einer Studie im Auftrag des Sozialministeriums. Nun wurde eine "Leichter Lesen" Version veröffentlicht.

Vorstellung der Gewalt-Studie
BIZEPS

Die Studie „Erfahrungen und Prävention von Gewalt an Menschen mit Behinderungen“ wurde seitens des Sozialministeriums in Zusammenarbeit mit der Volksanwaltschaft beauftragt und im Anschluss im Jahr 2019 auf der Website des Ministeriums publiziert.

Studie Gewalt an Menschen mit Behinderungen in Österreich in Leichter Sprache
Sozialministerium

Die Studie wurde unter der Leitung von Dr.in Hemma Mayrhofer durch eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus dem Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte, Queraum – Kultur- und Sozialforschung sowie Hazissa – Fachstelle für Prävention durchgeführt.

„Um die Ergebnisse und die Empfehlungen der Studie möglichst nachhaltig zu verbreiten, ist es wichtig, dieses Tabuthema allen Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, insbesondere auch in einer verständlichen Sprache“, so Sozialminister Rudi Anschober.

Seit kurzem ist die Studie deshalb in komprimierter Form auch in Leichter Sprache zum Download auf der Website des Sozialministeriums verfügbar. In absehbarer Zeit wird ebenso eine Druckfassung vorliegen, die über das Broschürenservice des Ministeriums bestellt werden kann.

Inhalt der Studie

Zusammengefasst kommen die Studienautorinnen und Studienautoren zum Ergebnis, dass

  • vier von zehn Personen mit Behinderungen in ihrem Leben bereits schwere Formen körperlicher Gewalt erlebt haben,
  • knapp acht von zehn Personen mit Behinderungen körperliche Gewalterfahrungen gemacht haben und
  • mehr als acht von zehn Personen mit Behinderungen oder psychischer Erkrankung in ihrem Leben bereits psychische Gewalt erfahren haben.

Familienmitglieder zählen zu der häufigsten Gruppe, welche physische und psychische Gewalt ausübt. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, die in einem von körperlicher Gewalt oder Lieblosigkeit geprägten familiären Umfeld aufwachsen, haben ein besonders hohes Risiko, auch im Erwachsenenalter von Gewalt betroffen zu sein.

Eine weitere besonders gefährdete Gruppe sind Menschen mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf sowie Menschen, die Gewalterfahrungen weniger gut benennen und sich darüber nicht ausreichend Gehör verschaffen können.

Die Empfehlungen der Studie reichen von

  • der Bereitstellung von Personalressourcen in qualitativer und quantitativer Hinsicht über
  • therapeutische Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen bis hin zu
  • Reduktion bzw. Vermeidung struktureller Gewalt in psychosozialen Einrichtungen.

Der Sozialminister hebt hervor: „Die Ergebnisse dieser Studie sind eindeutig. Es liegt an uns allen, der Wissenschaft Gehör zu schenken und entsprechend der Ergebnisse aufzuklären, um Gewalt zu verhindern und jene Menschen zu schützen, die auf unseren Schutz angewiesen sind!“

Die Studie „Gewalt an Menschen mit Behinderungen in Österreich – Ergebnisse aus der Forschung in Leichter Sprache“ finden Sie zum Download auf der Website des Sozialministeriums.

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