Gibt der Aktionsplan für Menschen mit Behinderung Anlass zur Hoffnung?

Die positive Absicht ist anzuerkennen - das Ergebnis aber mager.

BIZEPS
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„Der nun vorliegende Text ist ein Sammelsurium von 250 Maßnahmen auf 100 Seiten. Dies sind reine Absichtserklärungen und unverbindlichen Versprechungen“, hält Martin Ladstätter von BIZEPS-Behindertenberatungszentrum fest und zeigt sich skeptisch, weil „schon der Prozess der Erstellung bis zur Verheimlichung des nun beschlossenen Textes zeigt, wie mit Menschen mit Behinderungen im Jahr 2012 umgegangen wird“.

Schon in der Entstehung des Aktionsplans wurde klar, dass im Rahmen des Nationalen Aktionsplans die Bundesländer nicht an der Umsetzung mitarbeiten werden. „Dieses Versäumnis entwertet den Aktionsplan weitgehend“, hält Ladstätter fest. Behindertenpolitik ist meist im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer, die durch den NAP Behinderung in keiner Weise verpflichtet werden.

Auch die Finanzierung der Ziele ist – so steht es auch im NAP – nicht gesichert. „Nichts von den angeblichen verbindlichen Zielen ist fix vereinbart“, zeigt er auf und zitiert aus dem nun beschlossenen Aktionsplan: Maßnahmen werden erst in Zukunft „nach Maßgabe der einzelnen Ressorthaushalte budgetiert werden“.

Auch wenn im Vergleich zum enttäuschenden Entwurf aus dem Frühjahr manche Punkte leicht verbessert wurden, bleibt die Grundkritik aufrecht: „Die Einbindung der betroffenen Menschen war bis zum Schluss völlig unzureichend und zeigt, wie Behindertenpolitik im Jahr 2012 in Österreich funktioniert – Betroffene werden weitgehend ignoriert und erfahren danach, was passieren soll. Kosten darf es auch so gut wie nichts“, so Ladstätter abschließend.

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0 Kommentare

  • @Wolfgang Mizelli: Danke für den Hinweis. Das Ministerium hat das Dokument auf deren Server anscheinend verschoben. Ich hab es nun bei uns abgespeichert und verlinke dorthin.

  • Der Link zum Nap ist tot.

  • Mager ist gut! Jede Förderstelle haut sowas zurück, wenn ich so einen Plan einreiche. Wir sollten bei solchen PartnerInnen die Zusammenarbeit aufkündigen und sie wegen Unfähigkeit kündigen. Allerdings wird es nach 2013 noch lustiger: Da wird dann blau gemacht, bis wir uns rot ärgern und schwarz werden. Grün sind wir schon, weil uns die Galle hochkommt! Es riecht nach Revolution.

  • Mager ist gut! Jede Förderstelle haut sowas zurück, wenn ich so einen Plan einreiche. Wir sollten bei solchen PartnerInnen die Zusammenarbeit aufkündigen und sie wegen Unfähigkeit kündigen. Allerdings wird es nach 2013 noch lustiger: Da wird dann blau gemacht, bis wir uns rot ärgern und schwarz werden. Grün sind wir schon, weil uns die Galle hochkommt! Es riecht nach Revolution.

  • Danke Cornelia Scheuer für diese öffentliche „Selbstanzeige“ des benutzterweise Überntischzugs. Der vorsätzliche Beschiss der BRK wird leider der breiten Öffentlichkeit am Arsch vorbei gehen, wenn (oder erwartbar: weil) die Massenmedien per copy & paste die ausgesandten Jubelmeldungen der Konventionsfalotten (sowie Abhängiger) der Masse medial unterjubeln.

  • Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage: JA ich war dabei – hautnah – ich habe PARTIZIPIERT. Zwei ganze Tage in Workshops vorgesetztes Papier kritisiert, Forderungen und Vorschläge eingebracht. Für verschiede Interessensgruppen Stellungnahmen geschrieben, und so wie 100 andere Stellungnahmen zeitgerecht abgegeben. Nachgefragt, wann man denn jetzt den entgültigen Text sehen darf. Man durfte nicht und die einzige Stellungnahme, die eingefügt wurde war eine dürftige Namensänderung in Richtung Mogelpackung. Ich fühl mich benutzt, über den Sitzungstisch gezogen und verraten und verkauft, den jetzt wird auch noch behauptet, dass wir ja eh partizipiert haben.
    Und dann soll man nicht politikverdrossen sein.

  • Das nun vorgesetzte „Sammelsurium“ – lt. Wikipedia ursprünglich ein „saures Gericht aus gesammelten Speiseresten“ – ist Durchfall- anrüchig.

  • “ E N T – H I N D E R U N G S – O F F E N S I V E der G E S A M T – N A T I O N “ wäre ein weit besserer Titel für dieses gigantische Vorhaben ! So jedoch bleiben alle hartnäckigen und geschäftstüchtigen professionellen “ B E – H I N D E R E R “ weiterhin im „Geschäft“, denn es geht ja um“ B E – H I N D E R U N G “ auch im neuen NAP – wie schrecklich & absurd ! Haben die sesselklebenden SOZIAL – BÜROKRATEN allamts bereits den letzten Anflug von Hausverstand verloren ?? Schon seit Menschengedenken ist allgemein bekannt, daß “ B E – H I N D E R T E “ nur deshalb so heißen, weil sie von diversen Mitmenschen darin B E – und G E – H I N D E R T werden, volle I N – K L U S I O N zu erfahren und zu erleben ! Diese sogenannten “ B E – H I N D E R T E N “ wollen nicht weiterhin die E X – K L U S I O N in exklusiven sogenannten „Wohnheimen & Werkstätten“, sondern sie wollen frei herumlaufen mit langer überlanger und nicht spürbarer Leine unterstützender Mitläufer ! Sie wollen nicht mehr am halsabschnürenden G Ä N G E L – B A N D bösartiger Sachwalter, Sachverständiger und Sachbearbeiter im Gänsemarsch durch die Normalwelt getrieben und geführt werden – kapiert ihr das endlich, alle ihr unvernünftigen „Behinderten – Betreuer“ etc?