Gleichberechtigt in Österreich leben

Ein selbstbestimmtes Leben wird durch das Pflegegeldgesetz und durch die UN-Konvention festgeschrieben

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Gerhard H* ist Hoch- und Tiefbauingenieur und anerkannter Spezialist für Normung und barrierefreies Bauen. Er ist in einer Vielzahl von Ausschüssen und Gremien vertreten und wird aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissens allerorts geschätzt. Um seiner Arbeit nachkommen zu können, benötigt er Persönliche Assistenz, denn er ist auf den Rollstuhl angewiesen. Drohen im zuge des Sparpakets hier Kürzungen, dann ist es nicht gewiss, ob der Fachmann auch weiterhin seiner Arbeit nachkommen wird können.

Für die ÖAR ist die von Österreich 2008 ratifizierte UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen die maßgebliche Grundlage, nach der gemäß Artikel 19 eine unabhängige Lebensführung und die volle Teilhabe an der Gesellschaft zu gewährleisten sind. Die Konvention hält auch Autonomie und Selbstbestimmung als Grundsätze fest; einschließlich der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem man leben möchte.

Dies kann erst erfolgen, wenn Menschen mit Behinderungen ein ausreichendes Budget zur Verfügung steht, um alle Menschenrechte, die laut UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen jenen auch zustehen, in Anspruch zu nehmen.

Dienstleistungsschecks oder Gutscheine für pflegerische Leistungen laufen diesen Rechten zuwider und werden daher von der Aktivistinnen und Aktivisten mehrheitlich abgelehnt.

In Österreich herrschen länderweise unterschiedliche Regelungen für Persönliche Assistenz – eine bundesweite, bedarfsgerechte Lösung wird von VertreterInnen der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung als einzig richtiger Weg gesehen und gemäß UN-Konvention eingefordert.

Die ÖAR unterstützt daher den Aufruf zur morgigen Demonstration von BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, Selbstbestimmt Leben Initiative Wien, WAG Assistenzgenossenschaft und ZfK – Zentrum für Kompetenzen

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0 Kommentare

  • @anonym (14.6.2010 10:25) Sie interpretieren die UN-BRK dahingehend, „dass Menschen, die Unterstützung brauchen, diese auch erhalten, in dem Ausmaß wie SIE SELBST befinden diese zu brauchen.“ Können Sie das bitte näher begründen oder belegen?
    Es ist zwar evident, dass politisch Verantwortliche, das auch so auslegen wollen und immer noch ihre ungesetzlichen Gesetze darauf aufbauen. Ich halte aber dagegen, dass diese Sicht der gesamten Intention der Konvention zuwider laufen würde und eine menschenrechts- und verfassungswidrige Benachteiligung par excellence wäre. Mehrfachbehinderte Menschen würden dadurch – weiterhin, wie bisher – aufgrund Art oder Grad ihrer Behinderung extremst diskriminiert und ihre pflegenden Angehörigen (auch wie bisher) ebenfalls in extremer Weise mittelbar benachteiligt (discrimination by association).
    Was noch immer völlig verkannt wird ist, dass auch jene Menschen, deren Wahrnehmung und Ausdruck, quasi ihre „Sprache“ nur auf basalen und emotionellen Regungen beruht, welche nur von sehr vertrauten Menschen wahrgenommen und interpretiert werden kann, die gleichen Rechte auf Unterstützung, Selbstbestimmung und Teilhabe haben, wie andere (behinderte und nichtbehinderte) Menschen auch.
    Für den Ausdruck deren Willen und Selbstbestimmung braucht es Dolmetscher bzw. Sprachrohre. Diese Übersetzung können aber nur Vertrauenspersonen leisten, die diese schwerst mehrfachbehinderten Menschen intensiv pflegen, betreuen und mit ihnen zusammen leben. Der Adaptionsbedarf dieser Gruppe ist eine kompetente Assistenz in der Selbstvertretung und Eigenkompetenz ZUSÄTZLICH zu den üblichen Unterstützungen.
    Das muss leider erst durchdringen, dass natürlich auch diese Menschen, die bisher auf allen Ebenen Verdrängten, Vergessenen, VerHEIMlichten und am meisten Entrechteten – zusammen mit ihren pflegenden Angehörigen am meisten diskriminierten – die gleichen, nämlich alle Menschenrechte haben, die in der UN-Behindertenrechtskonvention bestätigt wurden.

  • Entschuldigung, habe NICHT gewusst, dass ich eine „nationalsozialistische Phrase“ VERWENDET habe, war NICHT meine ABSICHT!

    Trotzdem bin ich mir NICHT sicher, ob in Zukunft JEDER die stundenweise Unterstützung bekommt, die er benötigen WÜRDE! (Ist meine Erfahrung mit betroffenen Menschen, mit denen ich gesprochen habe)

  • @sandra: wenn sie bitte so gut sind und von formulierungen wie „durch den rost fallen“ abstand nehmen, diese phrase wurde in den gaskammern des nationalsozialismus bedient, um zu beschreiben, wie weit die leichen der soeben vergasten menschen verbrannt werden sollten.

    wenn ich die konvention über die rechte von menschen mit behinderungen richtig verstehe, dann ist dort vorgesehen, dass menschen, die unterstützung brauchen, diese auch erhalten, in dem ausmaß wie sie selbst befinden diese zu brauchen. der unterschied zwischen der sachwalterschaft und der einem unterstützungsnetzwerk ist der, dass die person selbst sich aussucht, wer sie wie und wofür unterstützt.

  • Was ist in Zukunft mit Menschen, die aufgrund einer schweren geistigen Behinderung NICHT im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind und daher selbstständig keine Entscheidungen treffen können? Fallen die auch weiter durch den Rost? so quasi: die kennen sich eh nicht aus, … ich weiss ist zynisch formuliert, aber warum werden diese (auch lebens und liebenswerten) Menschen von der Gesellschaft „vergessen“?!

  • @Klaudia: genauer schaun, bitte!

  • Ja, wo waren die Mitgliedsorganisationen von der ÖAR heute? Ich habe nur einen gesehen auf der Demo. Klaudia aus Linz

  • Entschuldigung, müsste richtig heissen: In Kärnten fordert das Land Klarstellung……..

  • Wisst ihr schon das Neueste bezügl. Mindestsicherung, die ab Sept. geplant wäre?

    In Kärnten „stellt“ das Land KLARSTELLUNG in 2 Bedingungen:
    1. Klarstellung der Versicherungspflicht für Kinder durch den Hauptverband der Sozialversicherungen
    2. Klarstellung des Sozialministeriums dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Behinderte) nicht in die Mindestsicherung FALLEN.

    Das ist das Gleiche wie beim Gratiskindergarten:
    Kinder die schwerstbehindert sind, sind auch davon ausgenommen.

    Was ist da los? HALLO!??????????????????????????????????????

    Es sind auch bezügl. Mindestsicherung sowieso erst „Beschlüsse“ in allen 9 Landtagen nötig.
    Also abwarten.
    Aber betrifft anscheinend eh nur die Gesunden.
    Es ist zum Heulen!

  • Entschuldigung!
    Kann ich nicht wissen, aber jetzt weiss ich`s , danke

  • @sandra: „meia“ hier im Forum ist ein Mann!

  • @meia: Liebe Meia! ICH würde am liebsten bei so einer VERANSTALTUNG GANZ VORNE STEHEN und ich würde der 1. sein wollen, der mit unseren „Volksvertretern“ diskutieren möchte, aber leider habe ich niemanden der in der Zwischenzeit mein behindertes Kind betreut.
    Da ich sie mir nicht mitnehmen kann, weil sie grosse Menschenmengen NICHT aushält aufgrund ihrem schwerem Autismus, kann ich leider nicht dabei sein. SCHADE, aber ich werde mich so und so weiter engagieren, damit ein UMDENKEN stattfindet seitens unserer VOLKSVERTRETER, die KEINE Ahnung haben, wie der Alltag ist.

  • Hoffe, dass von 78 Mitgliedsorganisationen der ÖAR mindestens ein Vertreter um 10 Uhr vor dem Sozialministerium anwesend ist. Liebe Sandra würde mich freuen, Dich zu sehen – da könntest Du Deine Wut hinausschreien bzw. mit so-genannten kompetenten Vertretern diskutieren..