Grazer Sommercamp: Gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft!

Eine entsprechende Resolution wurde Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger übergeben.

Klaus Tolliner übergibt Erwin Buchinger Resolution
BIZEPS

Österreicher und Deutsche haben von ihrem zu Ende gehenden Sommercamp in Graz die Regierungen und zuständigen Verwaltungen aufgefordert, sofort für die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu sorgen und Menschen mit Behinderung an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen. (Fotos vom Sommercamp)

Die Resolution hat folgenden Wortlaut

Die TeilnehmerInnen des Sommercamps für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen aus Deutschland und Österreich zeigten 2011 in Graz in eindrucksvoller Weise, wie selbstbestimmtes Leben funktioniert.

Eine Erkenntnis des Erfahrungsaustausches war, dass sowohl in Deutschland als auch in Österreich wenige Fortschritte in der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erzielt wurden. Der im Mai vorgelegte Aktionsplan der deutschen Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wurde von den deutschen Behindertenverbänden mit verheerender Kritik zur Kenntnis genommen. In Österreich gibt es zwar noch keine Aktionspläne der Bundesregierung, aber es ist zu hoffen, dass die österreichischen PolitikerInnen aus den vernichtenden Rückmeldungen in Deutschland lernen.

Wie dringend für behinderte Menschen die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist, zeigt die jüngst veröffentlichte Stellungnahme des unabhängigen österreichischen Monitoringausschusses, in der die Versäumnisse der Politik und Verwaltung bei der Finanzierung der persönlichen Assistenz aufgezeigt werden.

Kernforderungen des von der deutschen Behindertenbewegung vorgelegten Gesetzesentwurfs zur sozialen Teilhabe sind die bedarfsgerechte einkommens- und vermögensunabhängige persönliche Assistenz und persönliches Budget.

Deshalb fordern die TeilnehmerInnen des Sommercamps die Regierungen und zuständigen Verwaltungen auf, sofort für die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu sorgen und Menschen mit Behinderung als ExpertInnen an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Graz, 4. August 2011

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0 Kommentare

  • Wenn sich Österreich mit vielleicht zunächst nur einer Innovation in Richtung Umsetzung der UN-Behindertenkonvention positiv hervortun könnte und damit eine Vorreiterrolle im internationalen Kontext einnehmen würde, könnte das die Politik wohl motivieren, in diese Richtung weiter zu gehen und damit das Ansehen Österreichs in der Welt zu fördern.

  • @Manfred: Keine weiteren Fakten. Nur das Prinzip Hoffnung. Realistisch betrachtet könnte es in Ö genauso wie in D laufen.

  • Es würde mich sehr interessieren aufgrund welcher Fakten die Autoren dieser wichtigen Resolution die Hoffnung ableiten, dass die in Österreich politisch Verantwortlichen anders reagieren werden als die in Deutschland?