Grebien zum internationalen Frauentag: Mehr Bündnisse mit und für Frauen mit Behinderungen

Frauen mit und ohne Behinderung müssen gemeinsam für mehr Gleichberechtigung kämpfen

Heike Grebien
Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März wollen die Grünen ausdrücklich auf die Situation von Frauen mit Behinderungen hinweisen.

Diese sind meist noch stärker als Frauen ohne Behinderungen von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt sowie von der derzeitigen (Arbeitsmarkt-)Krise betroffen. Damit sich daran etwas ändert, braucht es auch starke Allianzen mit feministischen Organisationen.

„Frauen vereint euch! Es reicht! Es ist so notwendig, wie schon lange nicht mehr, gemeinsam Seite an Seite zu kämpfen, uns zu stärken und gegenseitig Unterstützung zu geben“, zeigt sich Heike Grebien, Sprecherin der Grünen für Menschen mit Behinderungen, kämpferisch anlässlich des internationalen Frauentages.

Die Grünen haben seit Regierungseintritt 2020 zahlreiche Maßnahmen und Projekte umgesetzt und in die Wege geleitet, um Frauen mit Behinderungen gezielter zu fördern, verständlicher zu informieren, besser zu schützen und zu stärken.

Im Budget für die Jahre 2021 und 2022 stehen zusätzlich jeweils 40 Millionen Euro für Maßnahmen zur Erlangung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen von Menschen mit Behinderungen zur Verfügung.

Es wurde vereinbart, den Anteil der Frauen in der Inklusionsförderung auf 42 Prozent zu erhöhen, 2019 waren es 37 Prozent. Dadurch können mehr Frauen mit Behinderungen an einer Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen. Inklusion am Arbeitsmarkt und damit eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit sind Grundvoraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben.

Frei von Gewalt sollte das Leben von Frauen ebenso sein. Bei Mitteln zur Gewaltprävention muss immer auch an Frauen mit Behinderungen gedacht werden. Denn diese Gruppe wird nicht nur oft nicht gesehen, sie ist auch von Gewalt besonders oft betroffen.

Deshalb braucht es gezielte Maßnahmen, um Frauen mit Behinderungen aufzuklären, beraten und zu stärken. Das vom Frauenministerium unter Beteiligung des Sozialministeriums finanzierte Projekt „Ressourcen für gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen“ hat zum Ziel, Frauen mit Behinderungen mittels einer leicht verständlichen Broschüre und Anwendungs-Workshops niederschwellig zu erreichen.

Eine wertvolle Quelle der Dokumentation und Information ist der Ende 2020 veröffentlichte Bericht des Sozialministeriums über Gewalt an Menschen mit Behinderungen. Die Version in Leichter Sprache macht ihn auch Frauen mit Lernschwierigkeiten zugänglich. Zudem ist die Einsetzung einer Frauenbeauftragten in Einrichtungen in Planung.

Zugänglichkeit und Verständlichkeit ist bei sexueller Gesundheit ebenfalls ein Thema. Frauen mit Behinderungen können gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen deutlich weniger in Anspruch nehmen. Die Hauptgründe dafür sind einerseits fehlende Barrierefreiheit von gynäkologischen Praxen und andererseits fehlende Informationen in entsprechender Form wie Leichter Sprache und Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS).

Ein im Herbst des Vorjahres von den Grünen eingebrachter Entschließungsantrag hat die Produktion einer leicht verständlichen Broschüre und Videos in ÖGS zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen zum Ziel. Diese soll 2021 bundesweit verteilt werden. Für 2021 geplant ist auch ein Pilotprojekt für die persönliche Assistenz. Diese ist ein ganz zentraler Teil für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung.

Außerdem wird es einen neuen Nationalen Aktionsplan Behinderung für die Jahre 2022 bis 2030 geben. Erarbeitet wird dieser in 26 Teams mit Expert*innen aus den unterschiedlichen Ressorts und den Ländern. In jedem Regierungsressort gibt es für die Umsetzung eine Verantwortung und Zuständigkeit.

„Als Sprecherin für Menschen mit Behinderungen werde ich alles daransetzen, dass zahlreiche Bündnisse entstehen, um mehr Menschen über Bedürfnisse von Frauen mit Behinderungen zu informieren und sie darauf aufmerksam zu machen“, betont Grebien die Wichtigkeit von Allianzen.

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