Grobe Informationsdefizite bei den Wiener Linien

Samstag, 2. April 2011 - Aufzug im U-Bahnhof Heiligenstadt fällt aus. Was dann folgt, ist tagelanges Schweigen der Wiener Linien. Ein Kommentar.

Aufzug außer Betrieb
BIZEPS

Mit recht sind die Wiener Linien stolz auf ihr U-Bahn Netz, die neuen Niederflurstraßenbahnen bzw. andere Errungenschaften für die Fahrgäste. Viel wird darüber berichtet. Seit wenigen Wochen wird auch im Internet (Facebook, Twitter) verstärkt versucht, Kontakt mit den Kundinnen und Kunden aufzubauen. Dieser Tage erfuhr man, dass nun wichtige Durchsagen auch in englischer Sprache erfolgen werden.

Alles eitel Wonne?

Leider nein. Ein Punkt, der von den Wiener Linien schon länger vor sich her geschoben wird, ist die Information über die Verfügbarkeit des Service. Konkret sträuben sich die Wiener Linien selbst im Jahr 2011 (!) noch immer, es den Kundinnen und Kunden per Internet zu „verraten“, wenn ein U-Bahn Aufzug defekt ist.

Was beim New Yorker Verkehrsbetrieb (MTA) eine Sache von wenigen Sekunden ist, entwickelt sich bei den Wiener Linien noch immer zu einem „Totstellen“ bis jemand vehement darauf aufmerksam macht.

So geschehen wieder kürzlich beim Aufzug im U-Bahnhof Heiligenstadt. Von sich aus informieren die Wiener Linien nicht. Die servicefremde Einstellung beruht anscheinend noch immer auf der Einstellung: Ja nicht verraten, wenn etwas nicht funktioniert. Vielleicht merkt es ja keiner.

Erst Druck von außen bewirkte Informationsfreude

Diese kundenfeindliche Aktion heißt aber konkret, dass jene, die auf diese Aufzüge angewiesen sind, immer erst vor Ort erkennen, welche Aufzüge nicht funktionieren. Pepo Meia wandte sich nach Tagen (5. April) schriftlich an die Wiener Linien. Erst mit einem Rundmail am 13. April – welches auch die zuständige Stadträtin Brauner und Medienvertreter erhielten – kam sichtbar Bewegung in die Sache.

Ein Bericht in der Kronenzeitung hat sicher auch nicht geschadet. „Schon seit einiger Zeit funktioniert der Aufzug zur Abfahrtsstelle der U4 im Bahnhof Heiligenstadt nicht – und es kann auch nicht genau gesagt werden, wann er wieder in Betrieb gehen wird“, war darin zu lesen.

Der Aufzug in Heiligenstadt wurde inzwischen repariert. Er war 17 Tage außer Betrieb gewesen, informiert Pepo Meia und verweist nochmals auf den Artikel in der Kronenzeitung: „Möglicherweise hat dies die Reparatur etwas beschleunigt.“

Umdenken bei den Wiener Linien

Die Wiener Linien gaben am 6. April 2011 bekannt, dass Informationen zu ausgefallenen Aufzügen – im Gegensatz zu anderen Störungsmeldungen – nicht per Twitter verbreitet werden, sondern dass „an einer besseren Form der Information“ gearbeitet wird. Ob mit einem Ergebnis in absehbarer Zukunft gerechnet werden kann, oder ob dies nur eine Vertröstung war, wird sich zeigen.

Wie man dies auch lösen könnte, zeigt seit einigen Monaten die Seite ubahnaufzug.at, die auf Hinweise von Fahrgästen aufbaut. Besser wäre es aber, wenn die Wiener Linien diese Aufgabe übernehmen. Sie haben alle Aufzüge vernetzt und sehen sofort, welcher Aufzüge in Betrieb ist und welcher nicht.

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