Grüne Wien: Ministerin Bures handelt gegen Behindertengleichstellungsgesetz

Geplanter Ankauf von 200 Desiro ML Triebzügen für Wiener S-Bahn muss gestoppt werden

Claudia Smolik
GRÜNE

Wie einem Artikel in der Zeitung Kurier vom 19.4.2010 zu entnehmen ist, plant die ÖBB Triebzüge der Serie Desiro ML für die Wiener Schnellbahn anzukaufen. Diese Züge sind durch ihre Einstiegshöhe, die den Bahnsteighöhen in Deutschland mit 80 cm entsprechen, in Österreich und somit in Wien nicht barrierefrei zu benützen.

Die Bahnsteighöhen in Österreich betragen 38 und 55 cm, der Höhenunterschied ist für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nicht barrierefrei zu überwinden. Dies widerspricht ganz klar den Bestimmungen des Bundesbehindertengleichstellungsgesetz und stellt somit eine Diskriminierung von Menschen mit Behinderung dar.

„Es kann doch nicht sein, dass im Jahr 2010 immer noch Wagenmaterial angekauft wird, dass eindeutig nicht barrierefrei ist und Menschen im Rollstuhl von der Benutzung des öffentlichen Personenverkehrs abhält“, kommentiert die Behindertensprecherin der Grünen Wien, Claudia Smolik das geplante Vorhaben der ÖBB und von Ministerin Bures. Schon jetzt gibt es für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, Probleme mit Zügen der ÖBB, als Beispiel sei hier nur der „Wiesel“ genannt. Dieser ist zwar mit einer Rampe im letzten Zugteil ausgestattet, das Ausklappen der Rampe durch das Zugpersonal findet jedoch in den seltensten Fällen statt.

„Immer wieder bekommen wir Beschwerden von Menschen mit Behinderungen, die bei den ÖBB ihre geplante Fahrt mit einem Wiesel angekündigt haben, um sicherzustellen, dass diese Rampe auch in der jeweiligen Station ausgeklappt wird, aber es wird dann einfach trotzdem nicht gemacht. Die Betroffenen stehen dann am Bahnsteig und können ihre Reise nicht antreten“, kritisiert Smolik.

„Es kann nicht im Sinne der Stadt Wien sein, dass Schnellbahnzüge gekauft werden, die nicht barrierefrei sind. „Ich fordere Ministerin Bures auf, diesen Ankauf zu stoppen und endlich dafür zu sorgen, dass die ÖBB im Sinne des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes handelt“, so Smolik abschließend.

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