Grüner Antrag wird Basis für gemeinsame Initiative im Sozialausschuss

Jarmer: Österreich hat Nachholbedarf im Bereich selbstbestimmtem Wohnen von Menschen mit Behinderung

Helene Jarmer
GRÜNE

Auf Basis eines Entschließungsantrags der Grünen betreffend Begleitforschung zur De-Institutionalisierung und selbstbestimmtem Wohnen von Menschen mit Behinderung kam es im heutigen Sozialausschuss zu einer gemeinsamen Initiative aller Fraktionen.

„Österreich hat im Bereich De-Institutionalisierung noch großen Aufholbedarf“, meint die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer. „Noch immer gibt es Großeinrichtungen, in denen ein selbstbestimmtes Leben nicht möglich ist.“

Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention beinhaltet das Recht auf unabhängige Lebensführung von Menschen mit Behinderungen. Sie dürfen nicht verpflichtet werden, in besonderen Wohnformen zu leben.

Im Nationalen Aktionsplan Behinderung 2012-2020 ist ein Abbau von Großeinrichtungen und ein umfassendes Programm zur De-Institutionalisierung als Zielsetzung enthalten. Unterstützungsleistungen müssen geschaffen werden, die es Menschen ermöglicht, in kleinen Wohneinheiten zu leben.

„Das sich heute alle Fraktionen darauf einigen konnten, dass im Rahmen der Begleitgruppe des NAP Behinderung die Länder einen gegenseitigen Abgleich von best-practice Beispielen für zeitgemäße Wohnformen und alternative Wohnkonzepte im Behindertenbereich durchführen und gegebenenfalls in ihr Angebot aufnehmen sollen, ist zu begrüßen. Damit ist ein erster Schritt gemacht. Ich hoffe aber, dass man als nächsten Schritt auch internationale Beispiele anschaut. Nicht zu Unrecht verweist der ÖVP Behindertensprecher Franz Joseph Huainigg in einer Aussendung auf die langjährigen Erfahrungen aus Schweden“, sagt Jarmer.

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2 Kommentare

  • @ Gerhard Lichtenauer: Das ist in der Tat ein großes Problem, mit dem sich die SL-Bewegung auseinanderzusetzen hat. In der Theorie klingt es toll, zB umfassende persönliche Assistenz zu bekommen, aber hat sich jemand schon mal mit Betroffenen unterhalten?
    Es muss primär das Anliegen sein, dass behinderte Menschen möglichst ohne zusätzliche fremde Hilfe an der Gesellschaft teilnehmen können und nicht auf Spezialeinrichtungen angewiesen sind, auch nicht auf kleine und gemeindenahe.

  • Betreffend „Unterstützungsleistungen müssen geschaffen werden, die es Menschen ermöglicht, in kleinen Wohneinheiten zu leben.“
    Inklusions-Fehlanzeige, da davon auszugehen ist, dass damit erst recht wieder Sondereinrichtungen für behinderte Menschen gemeint sind – kleiner halt und leicht missverständlich „gemeindenah“.