Hacker: „Persönliche Assistenz in eine Finanzierungslogik bringen“

Persönliche Assistenz wird in Wien über den Fonds Soziales Wien abgewickelt werden. Geschäftsführer Peter Hacker erläutert die Details.

Peter Hacker
FSW Öffentlichkeitsarbeit - Jakob Kolar

Die Wiener Sozialstadträtin, Mag. Sonja Wehsely (SPÖ), und Peter Hacker (Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien) stellten im Rahmen eines Mediengespräches am 28. November 2007 im Rathaus die neue Leistung vor.

Nach den einleitenden Worten der Sozialstadträtin, führte der Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien (FSW) die Details aus.

Hier ein Auszug aus dem Mediengespräch. (Hier finden Sie auch die Presseunterlage).

Persönliche Assistenz in eine Finanzierungslogik bringen
SprecherIn: Peter Hacker (FSW)
Audioquelle: Pepo Meia/Radio Orange

Die Idee, die Persönliche Assistenz, in eine Finanzierungslogik zu bringen, die mit dem Pflegegeld verknüpft ist, ist bei mir auch sehr massiv verfestigt worden bei einem Kongress, der vor ungefähr einem Jahr stattgefunden hat; Organisiert von Behinderteneinrichtungen zum Thema Persönliche Assistenz.

Es ist damals von den betroffenen Vertretern sehr stark auch die Forderung erhoben worden nach einer nach oben offenen Pflegegeldstufe des Bundespflegegeldes, um mit dieser nach oben offenen Pflegegeldstufe auch die Leistung Persönlicher Assistenz finanzieren zu können.

Wir haben die schwierige Aufgabe gehabt, in der Vorbereitung und werden sie haben in der Umsetzung, ein sehr individuell zuzuschneidendes Modell in Spielregeln zu gießen. Und wir haben uns daher dieser Forderung auch aus dem Behindertenbereich sozusagen – diese Forderung auch aufgegriffen und koppeln die neue Leistung „Pflegegeldergänzungsleistung“ wie der Name schon sagt, an das Pflegegeld.

Wir haben in Österreich dieses System des Pflegegeldes. Da wird beurteilt der Pflege- und Betreuungsbedarf von Menschen nicht nur im hohen Alter, sondern auch von behinderten. Behinderte haben einen Anspruch auf diese Leistung. Und wir ergänzen diese Logik und setzen die Logik fort, mit der Zielsetzung: „Unterstützung für Persönliche Assistenz“.

Wir werden dabei nach der Antragstellung der Betroffen ein persönliches Gespräch führen – ein ausführliches persönliches Gespräch führen – mit den Betroffenen, wo die Selbsteinstufung, die Selbsteinschätzung, „Wie viel Unterstützung brauch‘ ich eigentlich, um meinen Alltag bewältigen zu können?“, ein ganz ein wichtiger Faktor sein wird.

Weiter orientieren wir uns an der Stundeneinstufung des Betreuungsbedarfes nach dem Pflegegeld. Da gibt es in der so genannten Pflegegeldeinstufungsverordnung an sich ein bestehendes Regelwerk, das in ganz Österreich gilt. Und an dieser Stufendefinitionslogik orientieren wir uns dann bei der Zuerkennung der Leistung „Pflegegeldergänzungsleistung“.

Wesentlicher Faktor ist auch, weil das ja auch der Anspruch an die Leistung ist: Wir wollen behinderten Menschen, auch mit schwersten Behinderungen, eine Teilhabe am normalen gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das bedeutet: Kulturelle, gesellschaftliche, freundschaftliche Beziehungen genauso, wie einen Arbeitsplatz erfüllen zu können, die wollen wir erfüllen.

Es gibt vom Bundessozialamt eine Leistung, die nennt sich „Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz“. Das Vorhandensein dieser Leistung wird ganz wesentliches zusätzliches Merkmal sein, um die Pflegegeldergänzungsleistung der Stadt Wien in Anspruch nehmen zu können. Es ist aber kein k.o. Kriterium, es ist kein Ausschlusskriterium, aber es ist ein wichtiges Kriterium.

Wir wollen nicht nur Menschen unterstützen, die bereits einen Arbeitsplatz haben, sondern wir wollen auch Menschen unterstützen, die einen Arbeitsplatz anstreben, wo der Arbeitsmarkt im Moment nichts hergibt, oder Menschen die in einer Ausbildung sind. Menschen, die eine Ausbildung machen wollen, diese aber nicht machen konnten, weil sie einfach an einer Ausbildungsstätte, an einer Ausbildung nicht teilnehmen konnten.

Das heißt, wir wollen hier auch wirklich, im Sinne des Grundanspruches der Persönlichen Assistenz, ein Regelwerk schaffen, eine Initiation setzen, dass die Menschen wirklich die Möglichkeit haben, gleichberechtigt, so normal wie möglich, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Hacker: „Ich freue mich“

Pepo Meia von Radio Orange stelle dem Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien nach der Vorstellung im Mediengespräch folgende Frage: „Persönliche Assistenz: Was sagen Sie zur Regelung?“

Ich freue mich, dass wir sie umsetzen dürfen.
SprecherIn: Peter Hacker (FSW)
Audioquelle: Pepo Meia/Radio Orange

Ich freue mich, dass wir sie umsetzen dürfen. Es ist eine Regelung, wie ich glaube, wie sie ganz großartig den Bedürfnissen und den Problemstellungen der Betroffenen gerecht wird.

Ich bin sehr, sehr zufrieden. Für uns bedeutet das viel Arbeit. Wir haben uns vorgenommen, wirklich eine individuelle Prüfung zu machen. Nicht einfach mit einem Kamm drüber zu fetzen, sondern wirklich auf die Bedürfnisse einzugehen.

Meine Mitarbeiter stöhnen ein bissl, weil’’s viel Arbeit bedeuten wird, aber ich persönlich freue mich, weil’’s wirklich für die Menschen was bringen wird.

Anschließende Fragerunde

Im Anschluss fand noch eine ausführliche Fragerunde statt. Die Sozialstadträtin, der Geschäftsführer des FSW sowie die Leiterin des Fachbereiches Behindertenarbeit im FSW, DSA Anita Bauer, beantworteten die Fragen der anwesenden Journalistinnen und Journalisten.

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