Häupl: „Ich halte so was für absurd“

Der Wiener Bürgermeister tritt für österreichweite Regelungen für barrierefreies Bauen ein.

Michael Häupl
SPÖ

Barrierefreies Bauen in Österreich hat ein Problem: Den Föderalismus. Jedes Bundesland hat seine eigene Bauordnung und die schreibt unterschiedliche Regelungen vor.

Im Rahmen der Diskussion zum Behindertengleichstellungsgesetz wollte man eine Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Bundesländern schaffen, damit barrierefreies Bauen vereinheitlicht wird. Doch dazu ist es nicht gekommen.

Der Journalist Pepo Meia interviewte am 25. August 2007 für das Politmagazin „Trotz allem“ – Radio Orange 94.00 im Rahmen des Kahlenberger Dorffestes den Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann, Dr. Michael Häupl (SPÖ). „Glauben Sie das Mindeststandards für barrierefreies Bauen in den Bundesländern einmal einheitlich werden?“, wollte Meia wissen.

Wir werden das schaffen
SprecherIn: Dr. Michael Häupl (SPÖ)
Audioquelle: Pepo Meia/Radio Orange

Das wird auch über – ich hoffe eher kurz als lang – kommen. Selbst bei so heiligen Kühen des Föderalismus wie beim Tierschutz haben wir 15a Vereinbarungen geschafft, also werden wir das beim Menschenschutz auch schaffen können.

Ich halte so was für absurd, denn warum sollen in Bregenz andere Bedingungen gelten für Behinderte – also barrierefreies Bauen, behindertenfreundliches Bauen – als das in Wien der Fall ist.

Es gibt sicher Unterschiede – ja – das will ich gar nicht bestreiten. Natürlich sind andere historische Bedingnisse für Bauen im Montafon, als das bei mir in Ottakring im 16. Bezirk ist. Aber für behindertengerechtes Bauen, das sehe ich eigentlich den Unterschied nicht.

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0 Kommentare

  • Was nützen die besten Bauordnungen, wenn deren Einhaltung nicht kontrolliert wird?
    Typisches Beispiel: Einkaufszentrum „Stadioncenter“, vor wenigen Wochen eröffnet. Behinderten-WC trotz elektrischer Schiebetür nahezu unbenützbar, weil WC-Becken viel zu hoch montiert.

  • Das ist in diesem Falle nicht der Föderalismus per se, das sind die Beamten aúf dem Schoß des jeweiligen Landesfürsten. Nicht die Landtage, sondern ein Teil der Beamtenschaft, der zum eigenen Schutz gegen echte Arbeit sich hinter dem Basteln von Bauordnungen und Bautechnikgesetzen versteckt.