Theresia Haidlmayr

Haidlmayr: Bildungszugang Voraussetzung für Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt

Grüne für Einführung offener Pflegegeldstufe für schwerstbehinderte Menschen

Seit Jahren wird in Österreich versucht, Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Erfolg ist mäßig und es gibt immer noch zu viele „Barrieren“ für diese Personengruppe.

Zwei Bereiche sind für die Behindertensprecherin der Grünen, Theresia Haidlmayr, die Voraussetzung für eine Änderung dieser traurigen Situation. Erstens die Schaffung eines gleichberechtigten Bildungszugangs für Menschen mit Behinderungen.

„Es ist ein großer Schwachpunkt des seit 1. Jänner in Kraft befindlichen Behindertengleichstellungsgesetzes, dass der Bildungsbereich in diesem Gesetz nicht berücksichtigt wurde“, kritisiert Haidlmayr.

Schulen, aber auch Lehrplätze seien so zu gestalten, dass alle Kinder und Jugendliche bestmöglichst gefördert werden. Auch nach der 9. Schulstufe müssen Jungendliche mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu allen weiterführenden Schulen haben.

Zweitens fordert Haidlmayr die Integration von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in den ersten Arbeitsmarkt. „Es ist nicht einzusehen, dass 15.000 Menschen in Österreich ohne Sozialversicherung und ohne Pensionsanspruch in sogenannter „Beschäftigungstherapie“ arbeiten.“, so Haidlmayr.

Im Pflegebereich fordert Haidlmayr die Einführung einer offenen Pflegegeldstufe für alle schwerstbehinderten Menschen, die nicht im Pflegeheim leben, sondern ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen wollen.

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0 Kommentare

  • Ich bin bestürzt darüber, dass Abgeordnete Haidlmayr von „intellektueller Beeinträchtigung“ spricht, wo doch in Rahmen der Selbstbestimmt-Leben Bewegung und der People First Bewegung längst klar ist, dass diese Personengruppe “Menschen mit Lernschwierigkeiten“ genannt werden möchte. Bitte – wie sonst auch – auf die Sprache achten!

  • Alle sind Gleich wenn ich das Wort das schon hör, fängt eas an mich zu frösteln, die Haidlmayr hat gut reden in der Regierung, sie hat sich noch nie um eine Arbeit bemühen müssen, da sieht man die ungerechtigkeit.

  • Aus eigenem Erleben als pflegender Angehöriger, kann ich die Forderung von Frau Haidlmayr nur voll unterstützen!

    Die Einführung einer bedarfsgerechten, offenen Pflegegeldstufe für schwerstbehinderte, intensiv pflegebedürftiger Menschen ist längst überfällig!

    Bei Heimunterbringung wird für den laufenden Betrieb etwa das vier- bis fünffache an Mitteln bereitgestellt als bei privater Pflege und Betreuung im Rahmen der pauschalierten Pflegestufen geleistet wird.
    Wenn man die Kosten für die Errichtung von Heimen, sowie diverse Unterstützungen und Förderungen für den institutionalisierten Bereich mit einbezieht ist es etwa das sechs- bis siebenfache der Geld- und Sachleistung für Privatpflege!

    Bei intensiv pflegebedürftigen Menschen beträgt der Aufwand monatlich oft bis zu 720 Stunden an 1:1 bzw. teilweise 2:1 Rund-um-die-Uhr Betreuung!
    Die derzeit höchste Pflegegeldstufe 7 deckt mit 180 Stunden im Monat ein Viertel davon, bei nur etwa € 8,33 Stundensatz ab. Wie soll das funktionieren?

    Es kann nicht sein, dass für die „verAnstaltete“ Lebensform, welche oft weit von einer optimalen Pflege und Betreuung entfernt ist und viele der Grundbedürfnisse von Betroffenen nie erfüllen kann, die gesamten Kosten übernommen werden und daneben Familien, die sich entscheiden ihre behinderten Angehörigen im Familienverband optimal zu pflegen, eine gleichartige finanzielle Unterstützung versagt wird!

    Statt die, in der Privatpflege sich aufopfernden Angehörigen als echte Partner zu fördern und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese Aufgabe auch langfristig zu schaffen ist, werden diese als bloße Erfüllungsgehilfen behandelt und WIE NÜTZLICHE IDIOTEN BIS ZUM LETZTEN AUSGEBEUTET!!!

    Durch Verdienstentgang, jahrzehntelange Überlastung und soziale Isolation werden diese oft in die Armut gedrängt und müssen in einem permanenten Ausnahmezustand „überleben“. Derart von der Öffentlichkeit im Stich gelassen, ist eine unerwünschte Heimunterbringung oft der einzige Ausweg.

    Bei all den (dringend nötigen) Bemühungen um Integration und Gleichstellung von Betroffenen in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft darf nicht auf die schwerst mehrfachbehinderten Menschen vergessen werden, denen Verbesserungen in diesen gesellschaftlichen Bereichen, wenig bis gar nichts bringen.

    Eine Sozialpolitik, die bereit ist, für institutionalisierte Betreuung und Pflege ein Vielfaches gegenüber privater Pflege und Persönlicher Assistenz auszugeben, ist nicht nachvollziehbar, unsozial und höchst unglaubwürdig!