Haidlmayr: Ignoranz der Bundesregierung gegenüber Menschen mit Behinderungen ist unerträglich

Grüne fordern bundeseinheitliche Regelung für persönliche Assistenz im Alltagsbereich

Theresia Haidlmayr
GRÜNE

Erschüttert ist die Behindertensprecherin der Grünen, Theresia Haidlmayr, über die Tatsache, dass die Bundesregierung keinerlei Interesse an einer Lösung der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderungen für den Alltagsbereich hat. „Obwohl seit Jahren klar ist, dass Menschen mit Behinderungen sich nicht in die Abhängigkeit von ambulanten Diensten begeben wollen, sondern sich ihre MitarbeiterInnen nicht nur selber aussuchen, einschulen und anstellen wollen, verweigern die Regierungsparteien, dass Minister Buchinger eine bundeseinheitliche Regelung vorlegen soll“, erläutert Haidlmayr.

„Bis vor 16 Jahren gab es elf verschiedene Regelungen was das Pflegegeld und den Hilflosenzuschuss betraf. Dann hat man endlich akzeptiert, dass dieser Bereich einer bundeseinheitlichen Regelung unterzogen werden muss. Seit 1993 gibt es deshalb das bundeseinheitliche Pflegegeld, welches dazu geführt hat, dass es seither Österreich weit egal ist, in welchem Bundesland man als PflegegeldbezieherIn lebt. Das ist ein großer Fortschritt“, so Haidlmayr und weiter: „Was bei der Pflegegeldregelung möglich geworden ist muss jetzt auch bei der persönlichen Assistenz im Alltagsbereich möglich sein“, fordert Haidlmayr.

Die Bundesregierung verweigert diese einheitliche Regelung mit der Begründung, dass sie sagt, ‚das geht uns nichts an, das ist Ländersache’. „Genau die gleiche Argumentation, die auch bis 1993 beim Pflegegeld verwendet wurde“, kritisiert Haidlmayr. Der Antrag der Grünen auf eine bundeseinheitliche Regelung wurde deshalb auch abgelehnt. Haidlmayr hat bereits im Plenum angekündigt, dass sie es satt hat, schon wieder das täglich grüßende Murmeltier zu sehen.

„So geht es nicht! Die Grünen werden jetzt auf den nächsten Gang schalten, damit eine bundeseinheitliche Regelung endlich in Fahrt kommt“, kündigt Haidlmayr an. „Die Ignoranz gegenüber Menschen mit Behinderungen wird sicher nicht stillschweigend hingenommen werden. Da können sich alle sicher sein“, schließt Haidlmayr.

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0 Kommentare

  • Es soll auch Menschen ohne Behinderung geben, die gesundheitliche Probleme haben … Und ich frage mich, warum sich eine Frau Haidlmayr rechtfertigen muss … absolut unnötig!

  • hallo Andreas, ich bin natürlich noch nicht in Pension und auf der faulen Haut bin ich auch nicht gelegen. Ich hatte nur, so wie es bei viele von uns Menschen mit Behinderungen auch vorkommt, meine behinderungsbedingten Probleme, die ich wieder in den Griff bekommen musste. Du weißt ja sicher auch selbst, dass nicht immer alles so läuft wie Mann/Frau mit Behinderungen sich das eben auch wünscht. Wir sind auch körperlich nicht mehr belastbar als es unsere Behinderungen zulassen und da kommt es manchmal anders als Frau/Mann sich das wünscht.

    Musst dir keine Sorgen machen, ich habe nicht den Rückwertsgang oder den Stillstand eingelegt, ich musste nur einmal mein eigenes Service machen lassen, damit ich wieder richtig laufe und zwar nach vorne. Ich finde es grundsätzlich nicht gut, wenn Menschen danach bewertet werden, was sie (im Moment oder generell) nicht (nicht mehr)können. Gerade wir Menschen mit Behinderungen werden noch viel zu oft an unseren gesellschaftlich bewerteten NICHT KÖNNEN beurteilt, dagegen wehren wir uns mit Recht, weil es uns immer in die Defensive drückt und nicht unsere Stärken und Mensch sein in den Vordergrund kommen, deshalb sollten wir es nicht auch unter uns tun. Es bringt uns in unseren gemeinsamen Forderungen nicht weiter und da sollten wir uns nicht schwächen.

    Persönliche Befindlichkeiten und Unstimmigkeiten sollten da im Sinne des Gemeinsamen hinten angestellt werden. Es geht mir wieder altersentsprechend und behinderungsbedingt gut und ich bin noch nicht abgetreten, auch nicht in die Pension und faul war und bin ich sowieso nicht, dass weiß ich einfach für mich. Ich habe nur gelernt, jetzt ein bisschen besser auch auf mich zu schauen zu müssen und das werde ich auch in Zukunft so halten, weil es auch um mich geht. Nur Menschen denen es gut geht, können auch gut arbeiten, dazu gehöre auch ich, auch wenn davon sehr sehr lange nichts hören und es auch für mich akzeptieren wollte, es ist so! Auch ich werde noch immer gescheiter.

  • Und ich dachte schon, Theresia Haidlmayr sei schon in Pension. Sie gibt es noch! Und sie hat wirklich eine politische Forderung. Das lässt hoffen. Sie will in den nächsten Gang schalten. Hoffentlich ist es nicht der Leerlauf oder gar der Rückwärtsgang!