Hilfswerk begrüßt Pflegescheck als zusätzliche Unterstützung für pflegende Angehörige

Präsident Karas fordert: "Pflegegeld ergänzen, aber nicht ersetzen!"

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Die heute, Dienstag, von Bundesministerin Haubner vorgestellte Forderung nach einem Pflegescheck zusätzlich zum Pflegegeld wird vom Hilfswerk prinzipiell unterstützt. Sie entspricht im Kern einem Punkt des gestern vom Hilfswerk präsentierten Forderungsprogramm nach einer gezielten Unterstützung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen durch professionelle Beratung.

Die gestern publizierte Umfrage und praktische Erfahrungen zeigen, dass viele Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen professionelle Beratung bzw. Unterstützung sehr spät oder gar nicht in Anspruch nehmen. Dies hat einerseits psychologische Gründe („mit der Situation selbst fertig werden“), andererseits scheuen viele auch vor den damit verbundenen Kosten zurück.

Das Hilfswerk schlägt vor, dass jede Person, die Pflegegeld bezieht, eine qualifizierte professionelle Beratung im Sinne eines auf die Bedürfnisse des Betroffenen und sein Umfeld abgestimmten Case&Care-Managements erhält, die je nach Pflegestufe zusätzlich zum Pflegegeld gewährt wird. Mit der Einführung dieser Beratungsschiene würden vor allem die pflegenden Angehörigen entlastet, deren psychischer und körperlicher Überlastung entgegengewirkt und mögliche Fehler in der Pflege und deren menschlich tragische und kostenintensive Folgen könnten wirksam verhindert werden. (Differenziert zu betrachten ist die Thematik im Bereich von Personen mit Behinderung, in dem teilweise andere Vorraussetzungen herrschen.).

Die Praxis in Österreich zeigt die größten Defizite bei der Kombination von mobiler Pflege und teilstationären Angeboten. 80% aller SeniorInnen werden von Angehörigen gepflegt. Diese kann man mit mobilen Diensten und teilstationären Angeboten effektiv entlasten (Tagespflege, Urlaubspflege, Kurzzeitpflege).

„Die Einführung eines Pflegeschecks soll das Pflegegeld ergänzen, aber nicht ersetzen“, stellt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas klar.

Das 7-Punkte-Forderungsprogramm des Hilfswerks ist auf www.hilfswerk.at abrufbar.

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0 Kommentare

  • Immer wieder versucht man Betroffene auszutricksen. Herr Karas (die Industiellenvereinigung sponsert) versucht wieder Arbeitsplätze auf Kosten behinderter Personen zu schaffen – anstatt das Pflegegeld jährlich der Inflationsrate anzupassen. Durch die Erhöhung der unlängst erfolgten Sozialversicherungsbeiträge sind ca. 3 Milliarden Euro jährich mehr zur Verfügung – das Pflegegeld wurde NICHT erhöht und jetzt will man wieder einen Pflegescheck einführen? Frechheit zur Potenz! Wie will man noch gehen? – eine Schande, wie Dumm man die Bevölkerung hält, die ja ihr Pflegegeld selbst finanziert?