Hintergrundinformation zur Sterbehilfe

In der "Euthanasie"-Diskussion wird der behinderte Mensch lediglich als finanzielle, psychische und soziale Last gesehen.

Sterbehilfe
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Behinderung wird als Übel definiert. Die „Euthanasie“ ist daher auch keine Serviceleistung, sondern ein Mittel zur Selektion.

Die Diskussion um Sterbehilfe gibt daher keine zusätzlichen Handlungsmöglichkeiten vor, sondern ist Wegbereiter für einen Dammbruch, der in letzter Konsequenz die gesellschaftliche Selektion behinderten Lebens zur Folge hat:

  • Nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur vom 2. Februar 1998 wird bei 40 Prozent aller geistig behinderten Menschen, die jährlich in den Niederlanden sterben, der Tod durch MedizinerInnen herbeigeführt.
  • In mindestens 1.000 Fällen jährlich, so die Zahlen einer von der Regierung veranlaßten Untersuchung, werde Sterbehilfe in den Niederlanden ohne ausdrückliche Zustimmung des PatientInnen geleistet.
  • Der Standard zitiert am 8. August 1998 eine Umfrage aus dem Juli 1998 in Österreich. „Und wie ist es bei schwer geistig Behinderten. Sollen da die Angehörigen das Recht haben, gemeinsam mit dem Arzt zu entscheiden, daß sie dem Leben des Schwerbehinderten ein Ende setzen? Würden Sie eine solche Regelung befürworten oder nicht befürworten?“ 23 Prozent sagten, sie wären in diesem Fall für Sterbehilfe.
  • Die Zeitschrift Altenpflegeforum 3/97 zitiert eine deutsche Umfrage unter Pflegepersonal: Je unzufriedener ein Pfleger bzw. eine Pflegerin mit seinem/ihrem Berufsalltag ist, desto eher wird die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe befürwortet. … Knapp 14 Prozent befürworten sie auch dann noch, wenn der Betroffene zu einer selbstbestimmten Entscheidung nicht mehr fähig ist, die Angehörigen aber einverstanden sind.

Die geführte Sterbehilfediskussion wendet sich letztlich – wie an den Beispielen klar ersichtlich – gegen behinderte Menschen. Diese würden permanenter Lebensgefahr ausgesetzt werden. Die Niederlande zeigen, daß keine gesetzliche Regelung dem gesellschaftlichen Druck nach diesem Dammbruch standhält.

Rechtliche Situation in Österreich
Daß behindertes Leben in Österreich weniger wert ist, hat lange Tradition:

  • In Österreich gibt es eine Fristenregelung, die es erlaubt, behinderte Föten – im Gegensatz zu nichtbehinderten – bis zur Geburt abzutreiben! (§ 97 Strafgesetzbuch)
  • Pränatale Diagnostik wird in der „Verordnung zur Erhaltung der VOLKSGESUNDHEIT“ (aus dem Jahr 1981) als vordringliche Maßnahme gewertet. Behindertenorganisationen sprechen hier von „Rasterfahndung nach behindertem Leben“.

Was ist was?
Die NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft hat die unterschiedlichen Arten der Sterbehilfe folgendermaßen zusammengefaßt:

  • Unter passiver Sterbehilfe versteht man den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen beim Sterben. Diese ist in Österreich rechtlich erlaubt, wenn ein Patient dies aktuell oder in einer gültigen Patientenverfügung im Vorhinein so wünscht.
  • Unter aktiver indirekter Sterbehilfe versteht man medizinische Maßnahmen, welche das Leiden eines Menschen unter Einsatz aller helfenden Mittel lindern, auch wenn möglicherweise der Sterbeprozeß dadurch verkürzt wird. Dies ist rechtlich erlaubt!
  • Unter aktiver direkter Sterbehilfe versteht man jede Maßnahme, die zum Ziel das Töten eines Menschen hat. Sie ist rechtlich strikt verboten!

Weiters gibt es den ärztlich unterstützten Selbstmord: Bereitstellung oder Verschreibung eines Medikamentes in tödlicher Dosierung, um dem Patienten den Selbstmord zu ermöglichen. Einige US-Bundesstaaten erlauben diese Vorgangsweise, in Österreich fällt sie als Beihilfe zum Selbstmord unter § 77 StGB (Strafgesetzbuch).

Recht in Österreich:

  • § 77 StGB: Tötung auf Verlangen: Wer einen anderen auf dessen ernstliches und eindringliches Verlangen tötet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
  • § 78 StGB: Mitwirkung am Selbstmord: Wer einen anderen dazu verleitet, sich selbst zu töten, oder ihm dazu Hilfe leistet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
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0 Kommentare

  • Ich möchte mich bei euch bedanken das ihr so super über die Sterbehilfe berichtet haben.

  • finde das gut habe eine freundin die auch sehr krank ist kann mir einer helfen wo man die adresse und eine telefonummer bekommt wie man das alles in die wége leiden kann

  • helllllo. ihr braucht was in der schule über sterbehilfe? dann schaut einfach im google nach und findets nach kurzen stöbern bestimmt. :)

  • Hallo!! Arbeite gerade an einer Facharbeit über Sterbehilfe, und bräuchte aktuelle Informationen, ev. Statistiken, usw. Und alles Was Sie für wissenswert halten!! Bitte schicken, und Danke schon mal im Voraus.

  • hallo, sehr interessante site, hat mir hoffnung gegeben das ich vielleicht doch noch ein gesscheites spezialgebiet über das 5. gebot \ sterbehilfe zusammenbekomme, …

  • jeder mensch muss vor allem das recht haben selbstbestimmt und in würde zu leben. alles andere ist absurd … wozu dann krisenintervention, wozu psychotherapien, wozu notfalltelefone …

  • Jeder Mensch sollte, schon allein aus rein ethnischnen Gründen, das Recht haben, zu sterben; egal ob Selbstmord oder durch Sterbehilfte (bei Krankheit).

  • @Thomas: Wir haben zu diesem Thema im Jahr 1996 eine Broschüre verfasst. Siehe: http://www.bizeps.or.at/info/leben.html

  • Hallo! Suche Informationen über Euthanasie. Muß ein Referat darüber halten. Bitte um alle Infos und gesetzliche Regelung in Österreich.

  • hallo!ich bräuchte bitte so bald wie möglich informationen über sterbehilfe!!ich danke ihnen schon im voraus!

  • Hallo, ich muss leider ein Referat über Sterbehilfe machen, und im internet finde ich nichts, bitte schickt mir etwas über passive indirekter und direkter und aktive indirekter und direkter Sterbehilfe. Wenns geht vielleich auch eine art Landkarte wo man sieht, wo und was erlaubt ist. Danke im vorheraus.

  • Hallo! wir müssen den Religionsuntericht Informationer zur Sterbehilfe recherchieren und leider haben wir nicht besonders viel gefunden könnten sie uns etwas zu schicken