Hintertreppe statt Lift zum Grazer Landeszeughaus

Widerstände gegen einen barrierefreien Zugang sind zu groß

Zeughaus Graz
Landesmuseum Joanneum

Seit Jahren wird über einen barrierefreien Zugang zum Landeszeughaus (Sammlung von historischen Waffen) in Graz diskutiert; eine Lösung ist nicht in Sicht.

Variante 1: Die ideale Lösung – den Lift im benachbarten Innenhof der Grazer Wechselseitigen zu installieren – scheitert am Widerstand der Versicherung.

Variante 2: Der Denkmalschutz wiederum lehnt einen Außenlift (150.000 Euro) an der West- oder Nordfassade hin zum Landhaushof ab. Landeskonservator Friedrich Bouvier in der Presse: „Es wird keinen Außenlift, wo auch immer, geben.“ (Wir berichteten schon 1999 darüber.)

Variante 3: Zustimmen würde Bouvier einem Innenlift, doch dieser würde 500.000 Euro kosten. Weiters Problem: Der Liftschacht würde die benachbarten Büros des Soziallandesrat Kurt Flecker (SPÖ) und Vize-Landeshauptmann Leopold Schöggl (FPÖ) durchschneiden. Flecker wäre dazu bereit; Schöggl fordert eine komplett neue Büroeinheit, berichtet die Presse am 24. Dezember. Und die ist im Landhaus laut Liegenschaftsabteilung nicht verfügbar.

Es wird nun als Minimalausführung eine Fluchtstiege für das Landeszeughaus errichtet werden und es wird damit keinen barrierefreien Zugang geben.

Übrigens: 2003 war das europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen und Graz Kulturhauptstadt Europas.

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0 Kommentare

  • Ein Lift zerstört doch die ganze Bauart des Museums, es wäre schade. Ein lift würde das ganze Museum verunstalten, es soll so bleiben wie es ist.

  • Unabhängig davon, wie man zu den Objekten steht, die im Grazer Landeszeughaus präsentiert werden, ist es ein öffentliches Gebäude, eine kulturgeschichtlich bedeutsame Sammlung und eine der touristischen Attraktionen der Grazer Altstadt. Deshalb sollte das grundsätzliche Recht eines barrierefreien Zuganges für alle öffentlichen Bereiche auch hier gelten.

  • Einen gleichberechtigter Zugang für alle und überall hin, muss es endlich geben und sollte es auch in einer Ex-Kulturhauptstadt geben. Was mich etwas wundert, gibt es nicht auch in Graz wichtigeres zu verändern als ein Zeughaus? Marlene Fuhrmann-Ehn

  • Ehrlich gesagt: Müssen wir wirklich die Prunkstücke des vergangenen Militarismus bewundern? Die anfallenden Summen für einen Lift könnten anderweitig viel sinnvoller verwendet werden! Elisabeth List

  • Nun, auch wenn in zahlreichen Reden und Artikeln zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003 immer wieder das Gegenteil behauptet wurde, zeigt dieses Beispiel eines sehr deutlich:

    Die Ausrufung eines Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen bewirkt noch keinen Wandel der Haltung der Gesellschaft zu Menschen mit Behinderungen. Und auch die Vielzahl an Mediencampagnen, Veranstaltungen und Initiativen hat diesen Wandel nicht bewirkt. Da hilft noch nicht einmal der ehrenvolle Titel „Kulturhauptstadt“.

    Da hilft offenkundig nur ein schlagkräftiges Behindertengleichstellungsgesetz mit behördlich durchsetzbaren Rechten der Menschen mit Behinderungen!