Rupert Roniger, Manfred Nowak, Martin Ladstätter

Historischer Durchbruch für 650 Millionen Menschen mit Behinderungen

Erste UN-Menschenrechtskonvention des 21. Jahrhunderts richtungweisend

„Für die weltweit 650 Millionen Menschen mit Behinderungen verspricht der heutige Tag der Beginn einer neuen Ära zu werden – eine Ära, in der behinderte Menschen nicht mehr länger diskriminierenden Praktiken ausgesetzt sein werden, die viel zu lange geduldet wurden“, so der stv. UN-Generalsekretär Mark Brown in seiner Botschaft zur UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die gestern kurz vor 13 Uhr in New York (19 Uhr Wiener Ortszeit) verabschiedete wurde.

Österreich hatte sich, nicht zuletzt im Rahmen der diesjährigen EU-Präsidentschaft, sowie aufgrund der Beteiligung von Licht für die Welt , intensiv in die Verhandlungen der Konvention eingebracht.

„Drei Viertel der weltweit 650 Millionen Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsländern, in der Doppelfalle von Armut und Behinderung. Den Menschen in der Dritten Welt fehlt der Zugang zu fundamentalen Menschenrechten wie Arbeit, Bildung, Gesundheit, ja oftmals wird ihnen sogar das Recht auf Leben abgesprochen. Die neue UN-Konvention ist ein Meilenstein, gerade für Menschen in Entwicklungsländern. Die Politik ist gefordert sicherzustellen, dass weltweit Menschen mit Behinderung vollwertige Mitglieder ihrer Gesellschaften werden“, so Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt. Das wesentliche Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist die Reduzierung, ja die Abschaffung der Armut. Dazu ist es am allerwichtigsten, bei den Ärmsten der Armen anzusetzen, und das sind eben Kinder und Menschen mit Behinderungen.

Dr. Klaus Voget, Präsident der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation: „Die neue UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Rekordzeit verhandelt und angenommen. Das ist ein ganz großes Signal, das von 192 Staaten dieser Erde getragen wird.“ Die gesellschaftliche Aufklärung über die Ursachen von Behinderung, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen und die bestmögliche und fachgerechte Förderung stehen an oberster Stelle.

„Menschen mit Behinderungen sind oft Menschen 2. oder 3. Klasse, das soll, das muss sich ändern. Ich hoffe auf eine rasche Umsetzung auch in Österreich“, ergänzt Martin Ladstätter von BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben.

Univ.Prof.Dr. Manfred Nowak vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte: „Die neue UN-Konvention hat eine ganz wichtige Lücke geschlossen! Bislang wurden behinderte Menschen eher als Objekte karitativer Maßnahmen gesehen, anstatt als Subjekte selbstbestimmten Lebens. Viele Menschen mit Behinderungen leiden ja oft weniger an der Behinderung an sich, als vielmehr an der Diskriminierung durch die Gesellschaft. Die neue UN-Beschlussfassung bringt auch klare Regelungen zur Überprüfung der Umsetzung, sowie die Möglichkeit einer Individualbeschwerde.“

Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR), Licht für die Welt und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte richten an alle Staaten der Europäischen Union den Appell, die Konvention schnellstmöglich zu ratifizieren. Die EU und ihre Mitglieder haben es in der Hand, das Inkrafttreten zu bewirken. Damit die Konvention schnellstmöglich in konkretes Handeln umgesetzt wird.

Nowak: „Ich gehe davon aus, dass die Deutsche EU-Präsidentschaft ab 30. März 2007 alles daran setzen wird, dass die dann 27 EU-Mitgliedsstaaten rasch die neue UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen unterzeichen und ratifizieren werden. Und ich wünsche mir die rasche Umsetzung gerade auch für Österreich.“

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