Historischer Raumflug: Erstmals fliegt eine Rollstuhlfahrerin ins All

Blue Origin plante am 18. Dezember 2025 einen historischen Suborbitalflug: Mit ESA-Ingenieurin Michaela Benthaus wird erstmals eine Rollstuhlnutzerin den Weltraum erreichen.

Michaela Benthaus im Rollstuhl vor der Blue Origin Kapsel, und nochmals im Freien vor einer Blue Origin Rakete.
Michaela Benthaus

Blue Origin plant am 18. Dezember 2025 den Start der New-Shepard-Mission NS-37. Der Start ist für 15:30 Uhr (MEZ) vom Raumfahrtgelände in West Texas vorgesehen. Die Mission soll sechs Personen auf einen suborbitalen Raumflug bringen. (Update: Der Flug wurde aufgrund mehrerer Probleme verschoben – und am 20. Dezember 2025 erfolgreich durchgeführt.)

Der Flug wird laut space.com etwa 10 bis 12 Minuten dauern. Zu den Passagieren zählt Michaela Benthaus, die als erste Rollstuhlnutzerin an einem Raumflug teilnehmen wird.

Erste Rollstuhlnutzerin auf einem suborbitalen Raumflug

Michaela Benthaus ist Luft- und Raumfahrtingenieurin und arbeitet bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Nach einem Mountainbike-Unfall im Jahr 2018 ist sie querschnittsgelähmt und nutzt einen Rollstuhl.

Benthaus betrachtet ihre Teilnahme an der Mission auch im Zusammenhang mit Fragen der Inklusion in der Raumfahrt. Sie verweist darauf, dass Menschen mit Behinderungen grundsätzlich an bemannten Raumfahrtmissionen teilnehmen können, sofern entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Für die Mission NS-37 hat Blue Origin nach eigenen Angaben Anpassungen am Trainings- und Missionsablauf vorgenommen. Dazu zählen barrierefreie Prozesse sowie technische Modifikationen in der Kapsel, die eine sichere Teilnahme ermöglichen sollen. Diese Maßnahmen sind Teil der unternehmensweiten Strategie, den Zugang zur Raumfahrt zu erweitern.

Barrierefreiheit als Zukunftsthema der kommerziellen Raumfahrt

Traditionell waren bemannte Raumfahrtmissionen an hohe medizinische und physische Anforderungen geknüpft. Mit dem Eintritt kommerzieller Anbieter wie Blue Origin und Virgin Galactic werden diese Kriterien zunehmend überprüft. Seit 2021 hat Blue Origin nach eigenen Angaben rund 80 Personen auf suborbitale Flüge gebracht, Virgin Galactic etwa 30.

Parallel dazu befassen sich Studien mit der Frage, unter welchen Bedingungen auch Menschen mit Behinderungen an Raumflügen teilnehmen können. Die Mission NS-37 könnte als Referenz für zukünftige Flüge dienen.

Auch wenn es sich um einen suborbitalen Flug handelt, liefert die Teilnahme von Michaela Benthaus praktische Erkenntnisse für die weitere Entwicklung barrierefreier Raumfahrtkonzepte. Weitere Einblicke dokumentiert sie auf ihrem Instagram-Profil.

Blue Origin beabsichtigt, die im Rahmen der Mission gesammelten Erfahrungen in zukünftige Projekte einfließen zu lassen. Langfristig könnten dadurch auch längere Missionen in der Erdumlaufbahn für Menschen mit Behinderungen möglich werden.

Siehe: ARD, NDR, ZEIT, FR, Tagblatt, Deutschland Funk

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Ähnliche Artikel

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Stephan Laux , Antworten

    22.12.2025, 17:37

    Es soll ja Menschen geben, die kommen mit ihrem Rollstuhl nicht mal in die nächstgelegene Bäckerei….
    Stephan Laux

Bild der Woche

Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.