Hörtipp: Ö1 Punkt Eins – Selbstbestimmt mit Hindernissen

Katharina Müllebner von BIZEPS und Michaela Mallinger von der WAG weisen im Radiobeitrag Ö1 Punkt Eins auf die Relevanz von bundesweit einheitlicher Persönlicher Assistenz für die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen hin.

Katharina Müllebner von BIZEPS und Michaela Mallinger von der WAG bei einem Interview für Ö1 im ORF-Studio
WAG Assistenzgenossenschaft

„Stellen Sie sich vor, Sie werden von einem Tag auf den anderen behindert, sitzen zum Beispiel im Rollstuhl. Würden Sie gerne ihr Leben so weiterführen wie bisher? Würden Sie gerne in Ihrer Wohnung bleiben? Ihren Job behalten oder zumindest weiterhin am Arbeitsleben teilhaben? Würden Sie gern selbst entscheiden, wie Sie Ihren Alltag gestalten? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, wissen Sie, warum Menschen wie ich Persönliche Assistenz brauchen“, sagt Katharina Müllebner von BIZEPS.

Katharina Müllebner von BIZEPS bei einem Interview für Ö1 im ORF-Studio
BIZEPS

Für die Rollstuhlnutzerin und Peer-Beraterin wäre ein selbstbestimmtes Leben ohne Persönliches Assistenz nicht machbar, denn sie ist im Alltag in fast allen Lebensbereichen auf Unterstützung angewiesen. So wie Katharina Müllebner geht es vielen anderen Menschen mit Behinderungen.

„Persönliche Assistenz ist ein Menschenrecht und ermöglicht das maximale Ausmaß an Selbstbestimmung“, fügt Michaela Mallinger hinzu. Mallinger lebt mit einer Sehbehinderung und arbeitet für die WAG – Assistenzgenossenschaft im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Doch das Recht auf Persönliche Assistenz ist in Österreich nicht einfach umzusetzen. In Österreich hängt es vom Wohnort ab, ob und in welchem Ausmaß man Unterstützung für Persönliche Assistenz erhält. Während Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz über den Bund geregelt wird, sind für den Privatbereich die Bundesländer zuständig.

Die Folge sind unterschiedliche Rahmenbedingungen. In Wien zum Beispiel sind Menschen anspruchsberechtigt, die eine körperliche Behinderung haben und Pflegegeld ab der Stufe 3 beziehen, in Niederösterreich ist Pflegestufe 5 Voraussetzung.

Eine österreichweite einheitliche Richtlinie für Persönliche Assistenz wäre wichtig, um gleichberechtigten Zugang zu dieser so wichtigen Leistung zu ermöglichen. Im Jahr 2023 starteten einige Bundesländer wie Salzburg, Tirol und Vorarlberg ein Pilotprojekt für Persönliche Assistenz. Andere Bundesländer wie zum Beispiel Wien verweigerten die Teilnahme an dem Pilotprojekt.

Ein Problem ist, dass der Zugang zur Förderung für Persönliche Assistenz auch von der Art der Behinderung abhängt. So sind Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen vom Zugang zur Förderung ausgeschlossen.

Welche Auswirkungen hat das?

  • Welche Auswirkungen hat das Fehlen einer einheitlichen Regelung und nicht ausreichender Finanzierung zur Deckung des Assistenzbedarfs für den Alltag der Betroffen?
  • Was bedeuten lange Wartezeiten bei der Assistenzsuche für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von Menschen mit Behinderungen?
  • Welche Forderungen haben Interessenvertreter:innen an die Politik?

Darüber sprechen Katharina Müllebner von BIZEPS und Michaela Mallinger von der WAG mit Moderatorin Marina Wetzlmaier. Die Sendung trägt den Titel „Selbstbestimmt mit Hindernissen“.

Sie wurde am 26. August 2025 als Live-Sendung in Ö1 Punkt Eins ausgestrahlt und ist auf der Internetseite von Ö1 zum Nachhören verfügbar.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.