Horst Frehe: Eine Instanz der deutschen Behindertenbewegung wird 75

Am 5. Februar 2026, kann Horst Frehe seinen 75. Geburtstag feiern. Den vielen Gratulant:innen schließen sich die kobinet-nachrichten an, denn der engagierte Rollstuhlnutzer hat auch die Berichterstattung der kobinet-nachrichten immer wieder bereichert.

Horst Frehe
ISL e.V.

Krüppelgruppen, Krüppeltribunal, Hungerstreik und Besetzungen, Demonstrationen, Parlaments- und Regierungsarbeit, Mit-Entwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes und anderer Gesetzesvorschläge, Gründung der Assistenzgenossenschaft in Bremen und von Selbstbestimmt Leben Bremen, bis hin zur jahrzehntelangen Prägung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland sowie der Aufbau der neuen Genossenschaft behinderter Arbeitgebender und die Horst Frehe Stiftung.

Diese Liste von Aktivitäten, die Horst Frehe entscheidend mit vorangetrieben hat, ließe sich noch lange fortsetzen. Heute kann sich der Behindertenrechtler und Aktivist der ersten Stunde aus Bremen jedoch ein leckeres Stück Kuchen gönnen.

Horst Frehe wurde 1951 in Bremen geboren. Seit einem Unfall mit fünfzehn Jahren ist er querschnittgelähmt und nutzt einen Rollstuhl. Nach der Schule und dem Unfall lebte er zehn Jahre in Süddeutschland und machte dort eine Ausbildung zum Industriekaufmann, studierte Betriebswirtschaft an der Fachhochschule der Stiftung Rehabilitation Heidelberg und Volkswirtschaft, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Freiburg und Konstanz.

Danach kehrte er nach Bremen zurück, begann ein Lehrerstudium und studierte Rechtswissenschaft. Er mischte sich intensiv in die Landespolitik ein und widmet sich noch heute mittlerweile als Rentner der Behindertenpolitik. In einem Zeitzeugen-Interview des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) sprach Horst Frehe vor einigen Jahren über seine vielfältigen Erfahrungen.

Link zum Zeitzeugen-Interview, das Andreas Brünning mit Horst Frehe geführt hat

Horst Frehe war beispielsweise an der Gründung der „Krüppelgruppen“ und der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung beteiligt und nahm an spektakulären Protestaktionen teil, zum Beispiel zum UNO-Jahr der Behinderten 1981.

Beruflich war er wissenschaftlich an der Universität Bremen und an zahlreichen anderen Hochschulen mit Lehraufträgen tätig, arbeitete 16 Jahre als Richter am Sozialgericht und vier Jahre als Staatsrat im Sozialressort von Bremen. Acht Jahre war er Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft für Bündnis 90/DIE GRÜNEN.

Aber auch aktuelle Themen wie die Regelungen zur Triage oder die Verteidigung der Rechte behinderter Menschen durch seine juristische Expertise treiben Horst Frehe immer noch um.

Einmal saß er zusammen mit Andreas Jürgens auf der Regierungsbank im Bundestag als das Behindertengleichstellungsgesetz 2002 vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde. Er und Vertreter:innen des Forum behinderter Jurist:innen hatten entscheidende Impulse und Vorschläge für das Gesetz erarbeitet.

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  • Klaudia Karoliny , Antworten

    09.02.2026, 12:41

    Da kann frau nur sagen: HAPPY BIRTHDAY und weiter so mit guter Laune und Elan. Hort Frehe scheint ja wirklich sehr „aufgeweckt“ zu sein. Ist er nicht Autor auch noch?

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