Huainigg begrüßt WHO-Bericht „World Report on Disablities“ und fordert Konsequenzen

Zugang zu Gesundheitssystem für behinderte Menschen verbessern!

Franz-Joseph Huainigg
ÖAAB

Als „wichtige Handlungsgrundlage“ bezeichnet Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen, den ersten World Report on Disabilities, der gestern, Donnerstag, von WHO und Weltbank präsentiert wurde. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit – also weitaus mehr, als bisher angenommen – sind demnach von einer Behinderung betroffen.

Als zentrale Erkenntnis zeigt der Bericht auf, dass der Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung für behinderte Menschen um ein Vielfaches schwieriger ist. Besonders dramatisch ist die Situation in Entwicklungs- oder Schwellenländern. Hier leben 80 Prozent aller behinderten Menschen weltweit. 90 Prozent aller Rehabilitationsmaßnahmen werden jedoch in Industriestaaten erbracht.

„Österreich hat grundsätzlich ein hervorragendes Gesundheitssystem. Aber die Medizin muss sich auf die Bedürfnisse von Patienten mit Behinderungen besser einstellen. Das beginnt beispielsweise bei Ärzten, die die Gebärdensprache sprechen können, um mit gehörlosen Patienten zu kommunizieren“, sagt Huainigg, der betont, dass es einen grundlegenden Unterschied zwischen Krankheit und Behinderung gibt: „Behinderte Menschen sind nicht krank. Aber sie können natürlich krank werden. Dann zeigt sich leider sehr oft, dass Ärzte nicht mit der Lebenswelt behinderter Menschen vertraut sind. Dies beeinträchtigt die medizinische Versorgung, und als Konsequenz gestaltet sich auch die Beratung von Eltern, die ein behindertes Kind erwarten, oft defizitorientiert. Hier zeigt sich für mich ein klares Manko in der medizinischen Ausbildung. Die Auseinandersetzung mit der Lebenswelt behinderter Menschen wird ausgeblendet“, kritisiert Huainigg und zitiert abschließend den berühmten Physiker Stephen Hawking, der selbst mit einer Behinderung lebt, zum WHO-Bericht: „Wir haben die moralische Verpflichtung, die Barrieren zur Teilhabe behinderter Menschen abzubauen und in ausreichende Unterstützung und Expertise zu investieren, um ihr Potenzial zu erschließen. Es ist meine Hoffnung, dass dieses Jahrhundert ein Wendepunkt für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in das gesellschaftliche Leben markiert.“

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