Huainigg: Die Rahmenbedingungen sind für die Lebensqualität entscheidend

Am 5. Juni 2013 lud die ÖVP zu einer Pressekonferenz zum Thema "Palliative Care und Hospiz statt Tötung auf Verlangen" und zur Präsentation des ÖVP-Positionspapiers.

Franz-Joseph Huainigg
ÖAAB

„Vielleicht fällt es mir erst jetzt besonders auf, aber es gab in der jüngeren Vergangenheit immer öfter Medienberichte über beatmete Patienten, die den Wunsch haben zu sterben“, hält ÖVP-Behindertensprecher Dr. Franz-Joseph Huainigg im BIZEPS-INFO Interview fest und ergänzt: „2006 gab es wochenlang Sensationsmeldungen über den Italiener Piergiorgio Welby, der Ärzte aufforderte, seine Beatmungsmaschine endlich abzuschalten, um seinem unerträglichen Leben ein Ende zu setzen. Schließlich ist ein Arzt diesem Wunsch nachgekommen.“

In Polen – so erzählt der Abgeordnete weiter – kämpfte etwa zeitgleich der damals 32-jährige beatmete Janusz Switaj um sein Recht, sterben zu dürfen. In einem Email-Austausch hatte er ich ihn gefragt: „Was müsste passieren, damit Sie wieder Freude am Leben haben?“ Er antwortete: „Eine kleinere Beatmungsmaschine, damit ich mein Bett verlassen kann, einen Job und Assistenz, die mir ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht“.

Huainigg: Rahmenbedingungen sind entscheidend

Huainigg zieht daraus folgenden Schluss: „Die Rahmenbedingungen sind für die Lebensqualität entscheidend.“ Und die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Es ist daher seine tiefste Überzeugung, dass wir in Österreich kein „Euthanasiegesetz“ nach dem Vorbild der Beneluxstaaten brauchen. (siehe auch ÖVP Grundsatzpapier Hospiz)
„Es gibt in Österreich seit 2001 einen Allparteienkonsens betreffend Beibehaltung der ablehnenden Haltung gegenüber der aktiven Sterbehilfe sowie Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung“, erinnert der ÖVP-Behindertensprecher und fordert daher: „Dieser österreichische Weg ist in der Verfassung zu verankern. Nach der Verankerung des Tier-, Wasser-, Umwelt- und Lebensmittelschutzes als Staatszielbestimmung ist es nun auch höchst an der Zeit, die unantastbare Menschenwürde in die Verfassung zu schreiben. Ich werde diesbezügliche Anträge im Verfassungsausschuss einbringen.“

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0 Kommentare

  • Lieber Franz Joseph, eine Staatszielbestimmung, wie der Artikel 7 der Bundesverfassung (Benachteiligungsverbot behinderter Mitbürger) heißt noch lange nicht, dass sich z.B. Bürgermeister, die auch meist die oberste Baubehörde sind, auch daran halten, ob z.B. ein Ort, eine Stadt, ich nehme nur das Beispiel bauliche Diskriminierungen, unterbunden bzw. vermieden werden. Man denke an das Bundesbehinderten-Gleichstellungsgesetz, wo Diskriminierungen privatrechtlich eingeklagt werden müssen. Und ein Satz noch: „Recht haben, heißt nicht Recht kriegen“… Und oft sträubt sich gerade die ÖVP mit dem Wirtschaftsbund wirkungsvollere Maßnahmen zu setzen! Leider ist die SPÖ auch nicht gerade ein diesbezügliches Vorbild – Siehe SPÖ Bundesparteizentrale… Wiener Landtags- und Gemeinderatsitzungen … Das Wiener Rathaus müsste wie das Parlament umgebaut werden…

  • „Würde“ gibts in der Ösi-Verfassung nur als Möglichkeit. Qua als Vision einer NS-mentalen-Realöity.

    Keinesfalls als Garantie.

  • Haben grade mal abgezählt, iworft das Wörtchen „WÜRDE“ in der B-VG steht:

    weniger als zehnmal….

    Aber keinmal substantivisch.