Huainigg fordert Etappenplan für ORF

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk muss auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein!

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„Die britische BBC liefert ein tolles Beispiel – sie unterstützt mit 100 Prozent Untertitelung die Rechte gehörloser Menschen. Der ORF hinkt als öffentlich-rechtlicher Sender hinterher“, sagt Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen.

Während der ORF nur rund 30 Prozent seines Programms untertitelt, werden beim öffentlich-rechtlichen Sender in Großbritannien die Sender BBC One, BBC Two, BBC Three, BBC Four, CBeebies, CBBC und BBC News rund um die Uhr untertitelt.

„Gehörlose, schwerhörige und viele ältere Menschen können nun genauso viele Sendungen sehen und verstehen, wie hörende Zuschauer. Die BBC zeigt damit, dass es für eine öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt möglich ist, dieses Ziel zu erreichen – selbst in Zeiten, in denen gespart wird“, zeigt sich Huainigg erfreut.

Der Ausbau der Untertitelung beim ORF ist eine langjährige Forderung österreichischer Behindertenverbände. „Als öffentlich-rechtlicher Sender sollte die Fernsehanstalt endlich dieser Forderung nachkommen und einen Etappenplan zur schrittweisen Umsetzung festlegen“, fordert der ÖVP-Behindertensprecher.

Der ORF untertitelt derzeit rund 30 Prozent seines Programms. „Diese Bilanz ist allerdings relativ, da beide ORF-Programme zusammengerechnet werden und auch Wiederholungen inkludiert sind“, sagt Huainigg und erklärt: „Ich wünsche mir als verbindliches Ziel eine Steigerung auf 100 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Erreicht werden kann dies über einen Ausbau der Untertitelung von mindestens 20 Prozent alle drei Jahre.“

Als weiteres wichtiges Anliegen nennt Huainigg Audiodeskriptionshilfen für blinde Menschen. Auch die Weiterführung der Wochenschau, dem einzigen ORF-Nachrichtenmagazin mit sichtbarer Gebärdensprachdolmetschung, ist ein Wunsch vieler gehörloser ORF-KundInnen.

Grundsätzlich fordert Huainigg einen anderen Zugang des ORF zur Einbindung behinderter Menschen: „Diese sollen nicht als Bittsteller, sondern als zahlende Kunden und Menschen mit Potential wahrgenommen werden – etwa bei der Ausbildung zu JournalistInnen. Hier sollten Menschen mit Behinderung gefördert werden. Nur so kann sich der Blickwinkel ändern und eine gleichberechtigte Einbindung und Mitgestaltung am Programm ermöglicht werden. Als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt beeinflusst der ORF maßgeblich die öffentliche Meinung – dementsprechend muss er hier auch Verantwortung übernehmen“, erklärt Huainigg abschließend.

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